Pokémon Go : Reichlich Ärger für den Entwickler Niantic: Derzeit häuft sich die Kritik am anfangs massiv gelobten Mobile-Game Pokémon Go. Das letzte Update sorgt für zahlreiche verärgerte Spieler. Reichlich Ärger für den Entwickler Niantic: Derzeit häuft sich die Kritik am anfangs massiv gelobten Mobile-Game Pokémon Go. Das letzte Update sorgt für zahlreiche verärgerte Spieler.

Wenn in einer Software ein bis dahin unbekannter Bug auftaucht, dann haben die Entwickler in der Regel zwei Möglichkeiten: Ignorieren oder beheben. Niantic hat sich bei Pokémon Go für eine äußerst unpopuläre dritte mögliche Maßnahme entschieden: Das fehlerhafte Feature wurde einfach ganz aus dem Spiel entfernt.

Die Rede ist natürlich von den Fußabdrücken, die eigentlich die Entfernung des Smartphone-Nutzers zu Pokémon in der Nähe anzeigen sollten. Die Visualisierung erfolgte anfangs noch durch einen, zwei oder drei Fußstapfen. Seit Pokémon Go jedoch in immer mehr Ländern verfügbar gemacht wurde, werden alle Pokémon mit drei Schritten Entfernung angezeigt. Die Niantic-Lösung: Weg damit.

Das sagen die Entwickler zur Kritik: Niantic-Stellungnahme zum letzten Update für Pokémon Go

Jüngste Pokémon-Go-Updates sorgen für Ärger

Dass das bei den Spielern nicht auf allzu viel Gegenliebe stößt, hätte den Entwicklern eigentlich klar sein können - und dürfte ihnen nun spätestens beim Durchstöbern des Subreddits zum Spiel klar werden. Allerdings ist das auch noch lange nicht der einzige Grund, warum die Nutzer sauer sind.

Zeitgleich hat Niantic mit dem jüngsten Update auf die Versionen 0.31.0 (Android) und 1.1.0 (iOS) nämlich auch die Kartendienste von Drittanbietern blockiert. Die Begegnungen mit den Taschenmonstern basieren nun also weitestgehend auf Glück - oder darauf, Lockmodule einzusetzen. Und die kosten, abgesehen von den Gratis-Items beim Level-Aufstieg, in der Regel Geld.

Einige Spieler werfen Niantic deshalb vor, durch die Änderungen lediglich die eigenen Einnahmen durch In-App-Käufe in Pokémon Go steigern zu wollen.

Kritik und weiterer Ärger

Kritik gibt es auch von »prominenter Seite«: Yangcheng Liu, Gründer des Pokémon-Go-Kartendienstes Pokévision, prognostiziert dem Spiel anhand einer etwas abstrakten Analogie einen größeren Nutzerrückgang. Man könne ja auch nicht Marco Polo erfinden, 80 Millionen Spieler dafür begeistern, dann den Polo-Teil entfernen und erwarten, dass die Spieler auch weiterhin dabei bleiben würden, so Liu:

Auch weitere Neuerungen des Updates sorgen für Unmut. So wurde der Akku-Spar-Modus auf dem iPhone entfernt. Der soll ohnehin nur auf Smartphones mit einem OLED-Display funktioniert haben und steht nun nur noch für Nutzer von Android-Geräten zur Verfügung.

Erste Spieler fordern Geld zurück

Für viele Spieler ist all das mittlerweile Grund genug, neben den üblichen Beschwerden in sozialen Netzwerken auch Geld für vor dem Update getätigte In-App-Käufe zurückzufordern. Und wie ein Blick in den entsprechenden Reddit-Thread zeigt, auch mit Erfolg: Bei Apple gibt es das Geld offenbar völlig unkompliziert zurück, bei Google dürfen die Käufe maximal 48 Stunden in der Vergangenheit liegen, damit eine Rückerstattung möglich ist.

Verlorene Spielstände: Niantic nennt Lösung

Zu guter Letzt beklagen zahlreiche Spieler übrigens auch noch, dass ihre Spielstände gelöscht und ihre Accounts auf Level 1 zurück gesetzt worden seien. Auch In-App-Käufe sollen betroffen sein.

Niantic hat auf die Meldungen allerdings bereits reagiert und eine Lösung veröffentlicht: Betroffene Spieler sollen sich bei der App abmelden, sie gegebenenfalls deinstallieren und dann erneut auf das Smartphone aufspielen.

Anschließend ist ein erneutes Einloggen mit jener Mail-Adresse notwendig, die auch bei der erstmaligen Registrierung verwendet wurde. Der gewohnte Spielstand sollte dann wieder aktiv sein.

Alle Änderungen des neuen Updates auf einen Blick

Darüber hinaus gab es allerdings auch eine Änderungen, an dem die Spieler nichts auszusetzen hatte - und die tatsächlich Verbesserungen darstellten:

  • Das Aussehen des Trainers kann nun im Trainer-Profil verändert werden

  • Änderung der Schadenswerte für einige Pokémon-Attacken

  • Die Schadensberechnung wurde angepasst

  • Überarbeitung einiger Animationen in den Arenen

  • Verbesserte Speicherverwaltung

  • Entfernung der Fußspuren-Funktion

  • Fehlerbehebungen beim Erscheinen von wilden Pokémon

  • Überarbeitung der Pokémon-Übersichtsseite

  • Medaillenbilder teilweise ersetzt

  • Verbesserte Darstellung des Kartenfeatures

  • Behebung kleinerer Text-Fehler

Ob das ausreicht, um die erhitzten Gemüter zu beruhigen, bleibt abzuwarten. Immerhin wurde auch schon vor dem Update Kritik an Niantic laut. Einige Spieler warfen den Entwicklern zuletzt vor, das Potenzial von Pokémon Go ungenutzt zu lassen. Und die App-Bewertungen im Android-Store weisen seit wenigen Tagen einen Negativtrend auf.

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