Tim Sweeney vs. Microsoft : Der Windows Store ist mit seiner Universal Windows Platform laut Tim Sweeney der erste Schritt zu einem Monopol, das Microsoft seiner Ansicht nach anstrebt. Der Windows Store ist mit seiner Universal Windows Platform laut Tim Sweeney der erste Schritt zu einem Monopol, das Microsoft seiner Ansicht nach anstrebt.

Zum Thema Microsoft Windows 10 ab 12,50 € bei Amazon.de Update: Kevin Gallo, Corporate Vice President of Windows bei Microsoft, hat gegenüber dem Guardian eine Stellungnahme zu den Vorwürfen von Tim Sweeney abgegeben. Laut Gallo ist die Universal Windows Platform ein »komplett offenes Ökosystem«, das jedem Entwickler offenstehe und durch jeden Store unterstützt werden könne.

Seit dem November-Update für Windows 10 sei es außerdem möglich, Apps per Sideload auch aus anderen Quellen zu verwenden. Microsoft wolle Windows zur besten Plattform für Entwickler machen, ganz egal welche Technologie oder Code-Basis verwendet wird. Das Ende Februar 2016 von Microsoft übernommene Xamarin biete Entwicklern außerdem auch die Möglichkeit, ihren C#-Code für iOS und Android zu verwenden.

Quelle: The Guardian

Originalmeldung: Laut dem Gastbeitrag von Tim Sweeney im britischen Guardian hat Microsoft mit der Universal Windows Platform (UWP) eine geschlossene Umgebung innerhalb einer geschlossenen Umgebung in Windows 10 eingebaut. Das sei der erste Schritt bei dem Versuch, das PC-Umfeld für Verbraucher einzuschränken und dann den Vertrieb von Apps zu monopolisieren.

»Meiner Ansicht ist das der aggressivste Schritt, den Microsoft jemals gemacht hat. Als das Unternehmen früher wegen Verstößen gegen das Kartellrecht verurteilt worden war, waren die unrechtmäßigen Aktionen auf Auseinandersetzungen mit speziellen Konkurrenten oder auf Verträge mit bestimmten PC-Herstellern beschränkt. Das hier ist anders. Nun geht Microsoft gegen die gesamte PC-Branche vor, einschließlich Verbrauchern (und insbesondere Gamer), Software-Entwickler wie Epic Games, Publisher wie EA und Activision und Distributoren wie Valve oder Good Old Games«, so Sweeney.

Microsoft beschränke neue Windows-Features auf die UWP und Entwickler könnten diese nur nutzen, wenn sie praktisch die Kontrolle durch Microsoft und das UWP-System erlauben. »Sie schränken die Freiheit der Nutzer zur Installation vollständiger PC-Software ein und untergraben das Recht von Entwicklern und Publishern, eine direkte Beziehung zu ihren Kunden aufrechtzuerhalten.« Microsoft habe natürlich das Recht, einen eigenen App Store mit ausgesuchten Inhalten zu betreiben, doch nun sorgte Microsoft dafür, dass das Betriebssystem den eigenen Store bevorzuge und benachteilige andere Angebote, Entwickler und Publisher.

Sweeney zieht hier einen Vergleich mit der Art, wie Microsoft früher seinen Internet Explorer in wettbewerbswidriger Weise dazu verwendet hatte, Konkurrenten auszuschalten. Sweeney fordert von Microsoft eine Öffnung der UWP, so dass Entwicklern und Nutzern alle bisherigen Möglichkeiten erhalten bleiben und spricht sich auch gegen absichtliche Hürden wie Warnungen oder erzwungene Änderungen von Einstellungen aus. Abgesehen davon seien der Windows Store und UWP sieben Monate nach der Veröffentlichung des Betriebssystems ein Fiasco.

»Sollte Microsoft UWP nicht wie gefordert öffnen, dann kann, sollte, muss und wird UWP auf dem PC aufgrund der Gegenreaktion der Branche sterben«, so Sweeney. Die Absichten von Microsoft müssten anhand der Taten des Unternehmens beurteilt werden und nicht nach den PR-Mitteilungen. »Ihre Taten sagen klar genug: sie arbeiten daran, das heute offene PC-Ökosystem in ein geschlossenes und von Microsoft kontrolliertes Distributions- und Geschäftsmonopol zu verwandeln, über eine gewisse Zeit, mit einer Reihe an Schritten, von denen wir nun die ersten sehen«. Alle unabhängigen Unternehmen der Branche müssten sich nun entscheiden, Widerstand zu leisten oder die Kontrolle ihres Geschäfts und der Beziehung zu Kunden an Microsoft exklusiv abzugeben.