Kaspersky Lab : Kaspersky Lab wird von ehemaligen Mitarbeitern der Sabotage beschuldigt. Kaspersky Lab wird von ehemaligen Mitarbeitern der Sabotage beschuldigt.

Kaspersky Lab hat laut eigener Angabe rund 400 Millionen Nutzer und 270.000 Geschäftskunden, die die Sicherheits- und Antiviren-Software des Unternehmens nutzen. Die Nachrichtenagentur Reuters meldet nun unter Bezug auf zwei ehemalige Mitarbeiter von Kaspersky, dass das Unternehmen mit gefälschter Schadsoftware die Antiviren-Programme von Konkurrenten sabotiert haben soll. Diese Schadsoftware sei in Dateien versteckt worden, die wichtigen Dateien aus Treibern oder Betriebssystemen ähneln. Das hätte dann dazu geführt, dass die Software der Konkurrenten nicht nur diese manipulierten Dateien als gefährlich bewertete, sondern auch die harmlosen und für den Betrieb eines Rechners notwenigen Originaldateien. Diese wurden dann oft isoliert, war zu Problemen auf dem betroffenen Rechner führte.

Angriffsziele dieser Aktionen, die bis 2013 gelaufen sein sollen, seien unter anderem AVG, Avast oder auch Microsoft gewesen. Der Grund für die Sabotage sei gewesen, dass Kaspersky der Ansicht war, andere Firmen würden selbst kaum dazu beitragen, neue Gefahren zu entdecken, sondern sich einfach nur bei Kaspersky bedienen. Viele Unternehmen der Branche nutzen eine Datenbank bei Google namens Virus Total. Dort hatte Kaspersky zum Test zehn harmlose Dateien hochgeladen, diese dort aber als »verdächtig« bezeichnet. Üblicherweise werden solche Dateien dann von allen Firmen geprüft und, falls notwendig, in der eigenen Software als gefährlich markiert. Innerhalb von rund eineinhalb Wochen hätten 14 andere Unternehmen die harmlosen Dateien als Bedrohung markiert. Diese blinde Übernahme hatte Kaspersky 2010 offiziell in einer Präsentation angeprangert.

Nachdem sich aber nicht geändert habe, seien laut den Quellen von Reuters die Sabotagen in Angriff genommen worden. Laut Reuters haben viele andere Unternehmen tatsächlich auf diese Weise manipulierte Dateien, die wichtigen Dateien ähneln, entdeckt. Einen Bezug zu Kaspersky wollte aber niemand kommentieren. Kaspersky selbst hat die Behauptungen von Reuters dementiert. Man habe nie irgendwelche geheimen Kampagnen durchgeführt, um das Ansehen von Konkurrenten durch falsch erkannte Dateien zu schädigen. »Beschuldigungen von anonymen, missgestimmten Ex-Angestellten, laut denen Kaspersky Lab oder dessen CEO an diesen Vorfällen beteiligt war, entbehren jeder Grundlage und sind schlicht falsch«, so die Stellungnahme.

Quelle: Reuters, PC World