Steam sperrt Tausende Spieler aus : Prozessoren wie der Athlon XP »Thunderbird« verstehen noch kein SSE2 - stecken aber noch in alten Rechnern für alte Spiele. Prozessoren wie der Athlon XP »Thunderbird« verstehen noch kein SSE2 - stecken aber noch in alten Rechnern für alte Spiele.

Das Steam-Update von Ende August brachte auch eine Änderung mit sich, das bei Tausenden von Nutzern für Probleme sorgt. Viele Spieler bei Steam verwenden anscheinend noch immer sehr alte Systeme, in denen Prozessoren arbeiten, die die x86-Befehlserweiterung SSE2 noch nicht unterstützen, die der neue Client benötigt. Natürlich handelt es sich dabei um Prozessoren wie dem Pentium 3 oder den Athlon XP, die für die meisten modernen Spiele ohnehin zu langsam sind. Erst seit dem Athlon 64 und dem Pentium 4 unterstützen alle aktuellen CPUs SSE2.

Doch das Problem betrifft damit auch Spieler, die beispielsweise vor 8 oder 9 Jahren ein Spiel bei Steam gekauft haben und heute noch den gleichen Titel auf dem exakt gleichen Rechner spielen wollen - und nun nicht mehr können. Dabei hat sich an den Spielen und den Rechnern nichts geändert, Valve hat lediglich den Steam-Client aktualisiert. Bei einem Spiel, das nicht digital, sondern in einer Verpackung erworben wurde, könnte zumindest dieses Problem nicht auftreten. Andererseits wäre es natürlich auch etwas unlogisch, von Valve zu erwarten, den Steam-Client nicht an die Möglichkeiten moderner Rechner anzupassen. Trotzdem gibt es für solche Fälle üblicherweise Abfragen im Programmcode und unterschiedliche Pfade je nach vorhandenen CPU-Features.

Für die betroffenen Spieler ist die aktuelle Situation also sehr ärgerlich, was sich auch in entsprechenden Beiträgen im Steam-Supportforum äußert. Ganz neu ist dieses Problem aber nicht, denn bereits im Mai 2014 hatte ein Update für Steam ebenfalls SSE2 vorausgesetzt und für Beschwerden gesorgt. Nach einigen Wochen hatte Valve den Client dann wieder angepasst, so dass auch ältere Prozessoren wieder unterstützt wurden. Es ist anzunehmen, dass dies in diesem Fall ebenfalls passiert, auch wenn es wohl anscheinend erneut etwas länger dauert. Immerhin hat Steam Millionen Kunden, so dass die Besitzer älterer Rechner trotz allem Ärger wohl nur einen kleinen Bruchteil ausmachen.

Trotzdem dürfte Valve daran interessiert sein, diese Spieler nicht zu vertreiben und als Kunden zu behalten, denn auch bei den Betroffenen dürfte irgendwann ein Hardware-Upgrade ihrer Uralt-Systeme dringend notwendig werden. Vorfälle wie der aktuelle könnten durchaus als kleiner Hinweis aufgefasst werden.

Unsere Galerie zeigt den Werdegang von Steam – vom Serverbrowser für Counter-Strike hin zur wichtigsten Online-Plattform für PC-Spiele. (Bild: DiglidiDudeNG, Deviantart.com)