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| Donnerstag, 18.03.2010 Specials - Filmkritik Paranormal Activity Paranormal Activity gilt als der Überraschungshit des Jahres und wird von vielen als einer der wirkungsvollsten Horrorfilme aller Zeiten bezeichnet. Kann das Erbe von Blair Witch Project an den umstrittenen Klassiker anschließen?
Bis dato war der Horrorfilm Saw der ungebrochene King des amerikanischen Halloween-Wochenendes. Jedes Jahr erschien ein neuer Teil und selbst Rob Zombies Remake des Filmes Halloween traute sich nicht, gegen die extrem erfolgreiche Serie anzutreten. Der Siegeszug schien unaufhaltsam. Selbst Saw 5 konnte weltweit noch über 100 Millionen Dollar einspielen; ein äußerst beachtliches Ergebnis für eine derart blutige Horrorreihe. Dieses Jahr traut sich erstmals ein Konkurrent, Jigsaw und seinen Kollegen Paroli zu bieten – und verwies innerhalb kürzester Zeit die mittlerweile eintönig gewordene Horrorreihe auf den zweiten Platz. Paranormal Activity konnte besagte Summe in den USA bereits einspielen und gilt als echtes Phänomen. Nun will der Film auch in Deutschland Angst und Schrecken verbreiten. ![]() Orin Pelis Streifen ist eine kleine Independent-Produktion, die der Neuling für lumpige 10.000 Dollar selbst auf die Beine gestellt hat. Da das Geld für teure Kameras fehlte, schaute er sich kurzerhand die aus Blair Witch Project, Cloverfield und Diary of the Dead genutzte Perspektive ab und entschied, seine Geschichte durch die Kamera der Hauptfiguren zu zeigen. Mit Erfolg? Da spukt was![]() Nach längerer Wartezeit stattet der Geist dem Paar immer wieder schaurige Besuche ab. Um ihn los zu werden, engagieren die beiden einen Experten für übernatürliche Phänomene. Doch dessen Anwesenheit erzürnt die Mächte des Bösen. Boo! Als Blair Witch Project 1999 in die Kinos kam, gab es im Großen und Ganzen nur zwei Arten von Feedback. Die einen waren der Meinung, der Film sei auf seine Weise extrem effektvoll, beklemmend klaustrophobisch und wegen seiner ungewöhnlichen Perspektive erschreckend authentisch. Andere hingegen konnten den Hype um den Waldausflug dreier nur wenig sympathischer Filmemacher nichts abgewinnen. Viel Lärm um nichts? Schließlich wurde im Gegensatz zu anderen Horrorfilmen fast alles nur angedeutet - echtes Grauen blieb aus. Blair Witch Project kam bei denjenigen gut an, die sich in das Geschehen hinein versetzen konnten. Wer damit Schwierigkeiten hatte, blieb bis auf eine gelungene Schlusssequenz außen vor. Technisch war es eine reine Billigproduktion, die ihre ganze Atmosphäre einzig aus der Tatsache zog, dass Wälder bei Nacht nun einmal tierisch stimmig sind. ![]() All das trifft auch auf diese, mit zehn Jahren Verspätung erscheinende Nachmache zu. Lediglich das Konzept und die Umgebung wurden geringfügig geändert. Statt des Waldes ist der Schauplatz in Paranormal Activity ein Haus, statt unbekannter Filmstudenten spielt ein Liebespaar die Hauptrolle und statt eine Hexe kommt diesmal eine Art Poltergeist zum Einsatz. Der Film könnte theoretisch auch Blair Witch Project 3 heißen und erneut eine Hexe als Gegner haben. Zumindest bleibt der Eindringling stets unsichtbar und sorgt mit vergleichbaren Mitteln für Gruseleffekte. So knallen Türen, werden Feuer entfacht oder Fußspuren hinterlassen. Da die Unsichtbarkeit bis zum Ende anhält, besteht der Großteil der Handlung daraus, dass sich Katie und Micah immer wieder den unheimlichen Vorkommnissen entgegen stellen. ![]() Überhaupt setzt Paranormal Activity originellerweise fast durchweg auf ruhige und übersichtliche Aufnahmen. Es fällt sehr angenehm auf, dass die unbekannten Gesichter relativ gefasst mit der ganzen Angelegenheit umgehen. Katie kreischt und weint nicht unentwegt, was einiges an Nerven spart. Einzig der Darsteller des Geisterexperten spielt derart amateurhaft, dass man sich kurzzeitig aus der Filmatmosphäre gerissen fühlt. Die anderen Darsteller sind halbwegs akzeptabel, werden in Hollywood wohl aber keine große Karriere vor sich haben. Paranormal Activity schöpft sein Potential dennoch nicht völlig aus. Bis die ersten Gruselszenen zu sehen sind, vergeht relativ viel Zeit. Dadurch fühlt sich in der letzten Viertelstunde vieles sehr gehetzt an. An der Wohnung, die den gesamten Film über kein einziges Mal verlassen wird, sieht man sich ziemlich schnell satt. Wer sich auf dieses übernatürliche Kammerspiel einlässt, bekommt trotzdem Spannung und viele gute Schocks serviert. Fazit: Christian Mester (bereitsgesehen.de): "Paranormal Activity kann einem wahrlich die Schuhe ausziehen - wenn man sich darauf einlässt. Wer Blair Witch Project mochte, sollte einen Besuch wagen." Kinokritik in Kooperation mit bereitsgesehen.de. Promotion:
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Muradim1987
#1 | 21. Nov 2009, 14:16
Ich habe die Englische Originalfassung gesehen und finde es einen der Besten Grusel/Horror Filme der letzten 15 Jahre. Man erschrickt sich wirklich zu tode teilweise. Habe aber die Original fassung gesehen mit dem Originalende nicht die mit dem Kino ende und finde diese auch beser.
NoMaster
#2 | 21. Nov 2009, 14:52
Ich muss leider Herrn Christian Mester (bereitsgesehen.de) in einigen Punkten widersprechen. Erstmal finden die meisten Ereignisse Parnormaler Aktivität im Schlafzimmer statt (erster Screen). Nämlich Nachts und nicht am hellichten Tag im Wohnzimmer...
Mit meiner bescheidenen Schauspielausbildung würde ich das Spiel des Doktors als gutes Mittelmaß einstufen. Im deutschen Fernsehen laufen da um 20.15Uhr noch ganz andere Leute vor der Kamera rum und "spielen". Einzig die Freundin von Katie ist wirklich nicht sehr beeindrucken. Dass die Wohnung nicht verlassen wird trägt meiner Meinung nach ungemein zur Atmosphäre bei, da man (wenn man sich denn wirklich einfach drauf einlässt) jede kleinste Veränderung wahrnimmt und so der Grusel noch verstärkt wird. Außerdem ist dann der "Ausflug" in den Garten (mitten in der Nacht) wirklich unheimlich, da der "Schutz" des Hauses plötzlich nicht mehr da ist. Dass einem die letzte Viertelstunde gehetzt vorkommt, liegt wohl eher an der ziemlich perfekten Spannungskurve. Das "Grauen" entwickelt sich einfach sehr langsam und kann so den Zuschauer voll mitnehmen. Man erschrickt sich hier einfach schon über eine zuschlagende Tür wesentlich mehr, als in anderen Filmen vor anstürmenden Zombies, weil der Film fast so ziemlich komplett auf die üblichen "Tiefer-Bass-Knall-Schneller-Schnitt-Auf-Ein-Z ombie-Gesicht-Schocker" verzichtet. Recht geben möchte ich Herrn Mester in folgendem Punkt: Wer sich wirklich einmal 1,5 Stunden Zeit nimmt; sich den Film ohne Ablenkung ansieht; sich vielleicht auch nur zu 50% hineinversetzt und ein Mindestmaß an Vorstellungskraft hat, wird daran seine wahre Freude haben! P.S.: Auf Englisch ist er wahrscheinlich noch etwas besser. Ich kann mir im Moment schwer vorstellen, wie die improvisierten Dialoge synchronisiert werden sollen. Ich habe allerdings die Deutsche Version noch nicht gesehen.
Spendx
#3 | 21. Nov 2009, 16:58
Pseudo-Amateur-Doko-Stil finde ich okay. Damit kann man einiges machen. Aber ist das ganze mit der Hand (Shake-Cam) gefilmt oder wird größtenteils ein Stativ benutzt? Ich habe keine Lust mir diesen Shake-Cam-Mist anzutun, wie z.B. bei Cloverfield. Das ist ein interessantes Stilmittel, aber nur wenn man es geschickt und nicht durchgehen einsetzt.
Kann dazu jemand was sagen? Wenn da nämlich zu 75% mit einer Kamera in der Hand (wackel, wackel) durch die Wohnung gerannt wird, spare ich mir den Film.
NoMaster
#4 | 21. Nov 2009, 17:05
@Spendx:
Ist beides. Viel Stativ (In der Nacht) und sonst aus der Hand. Die Kamera ist allerdings nicht ganz schlecht, es "wackelt" also relativ wenig. Das Bild ist zwar bewegt, aber für "aus der hand" extrem ruhig.
2bassbrothers
#5 | 21. Nov 2009, 18:20
Ich hab den Film (deutsche Version) gestern im Kino gesehen.
Ich bin normalerweise ein extremer Angsthase, was Horrorfilme betrifft. Und im Saal war es auserordentlich ruhig. Aber ich hab mich kein einziges mal erschrocken und grußelfeeling ist auch nie aufgekommen. Meinen 3 Freunden ist es übrigens auch so ergangen. Das mag auch daran gelegen sein, dass der Ton wohl zu leise und ohne Surround lief (zumindest wirkte es so). Aber echte Schocker fehlten zur Gänze. Wer vorher den Trailer gesehen hat (so wie ich) den hat auch die vorletzte Szene im Film nicht mehr erschrocken, da diese aus dem Trailer schon bekannt war. Stellenweise fand ich den Film eher ins Genre "Komödie" passend - ein paar Szenen führten zu Lachern im Saal (waren auch lustig). Ganz ehrlich gesagt verstehe ich den ganzen Hype um diesen Film nicht! Muss mir mal wieder "Black Christmas" anschauen, der hat mich damals sehr das fürchten gelehrt ;-)
allround_gamer
#6 | 21. Nov 2009, 18:57
ich finde der film wurde hier etwas unterbewertet.
der ist einfach nur genial! so kritikpunkte wie "man sieht sich an der wohnung satt" sin total überflüssig. worauf es ankommt ist der grusel und der stimmt bei dem film mehr als bei diesen scheiß pseudo-horrorfilmen á la SAW und Hostel. mfg allrounder
robjke
#7 | 21. Nov 2009, 18:59
Hab den Film schon vor anderthalb Jahren in der englischen Orginalfassung aneguckt und muss sagen: sehr sehr guter Gruselfilm!
Wenn man sich den Film durchweg anschaut ohne dabei rausgerissen zu werden, hat man 90 Minuten Gänsehaut :) Traue mir schon fast gar nich die deutsche Version anzugucken, da die syncro wohl nicht so gut ist. naja mal schauen.
2bassbrothers
#8 | 21. Nov 2009, 23:27
@ 6 & 7:
Wo war in den Film die Genialität oder der Grusel???? Kann mir das wer sagen??? Was war so spannend oder gruselig? Habt ihr euch wo erschrocken? Ich glaub langsam ich war im falschen Film!
zumba10
#9 | 22. Nov 2009, 09:50
ich versteh auch nich was an dem film toll sein soll? der ist an keiner einzigsten stelle gruselig.
jimmey
#10 | 22. Nov 2009, 11:16
Hab ihn zufällig gesehen schon vor 2-3 Monaten, als ich noch garnicht wusste das er hier noch erscheinen soll (is ja von '07). Vorher nichts dazu gelesen od. Trailer gesehen und ich war total gefangen von der Atmosphäre. Ist halt etwas Blair Witch + White Noise. Nur das die Spannung auch wirklich aufkommt (imo) und nicht mit sinnlosem Splatter überdeckt wird um dann als "Horror" Film durchzugehn. Ich steh auf den unterschwelligen Horror und die subtileren Stilmittel und da ist der Film ganz weit vorne mit dabei.
Und ich war echt beeindruckt was man für nen Film produzieren kann, wenn man nur eine Kamera, ein Haus und ne handvoll Schauspieler zur Verfügung hat. Für Fans von Blair-Witch, White Noise usw. aufjedenfall ein muss.
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