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Filmkritik zu Sherlock Holmes

Detektiv-Action mit Robert Downey Jr.

Der berühmteste Detektiv der Filmgeschichte, wie ihn wohl noch keiner sah. In der actionreichen Neuauflage von Sherlock Holmes lassen Robert Downey Jr. und Jude Law im Kino die Fäuste fliegen.

Von Christian Mester |

Datum: 29.01.2010


Laut dem Guinness Buch der Rekorde ist der Pfeifen-schmauchende Privatdetektiv Sherlock Holmes die Romanfigur, die bis heute am meisten im Theater, Fernsehen und Kino zu sehen war. Verblüffend also, dass Holmes, der auf insgesamt über 200 Film- und Fernsehauftritte kommt, das Kino das letzte Mal vor 22 Jahren beehrte. Ein Comeback war also längst überfällig, was man im gleichen Atemzug auch über den britischen Regisseur Guy Ritchie sagen darf.

Ritchie war Ende der 90er einer der interessantesten Neulinge, der sich mit Filmen wie Snatch – Schweine und Diamanten und Bube, Dame, König, Gras einen Namen als viel versprechendes Talent machen konnte. Er war es beispielsweise, der der Welt Jason Statham (Transporter, Crank) vorstellte und Ex-Fußballer Vinnie Jones (X-Men 3) zum Filmstar machte. Seinen guten Ruf verlor er dann jedoch im Laufe der nächsten Jahre, als er Popstar Madonna heiratete und unter ihrem Mitwirken drei Flops in Folge in die Kinos brachte. Ende 2008 folgte die Trennung der beiden, die Ritchie kurioserweise schon kurz darauf wieder auf Erfolgskurs bringen sollte. Man wollte ihn für die Neuauflage der wohl berühmtesten britischen Romanfigur haben, die eventuell gleich mehrere Teile bekommen sollte. Das Resultat? Ein so großer Erfolg an den US-Kassen, dass ein zweiter Teil schon vor Deutschlandstart fest stand.

CSI: London

Sherlock Holmes : Kurz bevor der mysteriöse Lord Blackwood (Mark Strong) eine junge Frau im Zuge eines okkulten Rituals opfern kann, halten ihn zwei Gesetzeshüter auf: der äußerst gerissene Sherlock Holmes (Robert Downey Jr.) und der smarte Mediziner Dr. John Watson (Jude Law). Der gesuchte Serienmörder lässt sich von der angedrohten Todesstrafe jedoch kein bisschen beirren und kündigt an, London trotz Exekution ins Chaos stürzen zu können. Dass der Mann ernst macht, wird spätestens klar, als seine Leiche am nächsten Tag spurlos verschwindet.

Zusammen mit seinem konservativen Kollegen geht Holmes verstreuten Hinweisen nach und deckt eine Verschwörung auf, die die Zukunft des Landes maßgeblich verändern könnte. Dabei trifft er auf Irene Adler (Rachel McAdams), eine gewiefte Diebin und verflossene Liebschaft seinerseits, die anscheinend für gleich zwei Seiten spielt.

Sherlock Holmes : Mark Strong enttäuscht als Lord Blackwood. Mark Strong enttäuscht als Lord Blackwood.

Feste

Wer sich unter einem Film zur berühmten Arthur Conan Doyle Romanfigur atmosphärische Ermittlungen bei Nacht und Nebel, schleichende Hochspannung, schnörkelige Gestalten mit Klappuhr, Monokel und Zylinder erwartet, darf sich umsehen, denn all das hat keinen Platz im neuen Holmes. Der neue Holmes will eine Art Action-Komödie sein, die jede Menge Spaß macht, und mehr nicht.

Sherlock Holmes : Highlight des Films ist Robert Downey Jr., der einmal mehr einen sympathischen, schrägen Querkopf spielt, der mit seiner Art mit der gewöhnlichen Welt kollidiert. Er spielt Holmes als geniale, neunmalkluge Spürnase und als gewieften Fighter, der mit seinem Hang zu Frauen, Drogen und dreckiger Gewalt einen herrlichen Kontrast zur englischen Upper Class Gesellschaft darstellt. Ein vorprogrammierter Konflikt, der durch Downeys unvergleichliche Art bestens unterhält und immer zugegen ist, da Gentleman Watson – ordentlich gespielt von Jude Law – eben diese Gruppe portraitiert.

Manche Pressekollegen schreiben nun, dass es eine gewisse Anspannung zwischen beiden Figuren gäbe, die darauf hindeute, dass Holmes insgeheim in seinen Kollegen verliebt ist, doch das scheint weit hergeholt. Dieser Holmes macht eher den Eindruck eines trotzigen Kindes, der seinen Spielkameraden auf gar keinen Fall verlieren will, schon gar nicht an ein Mädchen. Es ist also kein Brokeback Holmes, dafür aber ein ungemein guter und lustiger Actionspaß.

Auf die Zwölf

Wie schon angedeutet, könnte es dem ein oder anderen missfallen, dass der neue Holmes in erster Linie eine flotte Action-Komödie ist. Sie ist als solche zwar unterhaltsam, bringt aber auch alle typischen Makel einer lustigen Actiongeschichte mit sich. Demnach wird es nie wirklich spannend, die Handlung bleibt recht linear und vorhersehbar und manche der Actionszenen erinnern vom albernen Ton her an die alten James Bond Filme mit Roger Moore.

Sherlock Holmes : Während Downey Jr. und Law als Holmes und Watson den ganzen Film über klasse sind, kann man das über die anderen beiden Hauptfiguren leider nicht sagen. Rachel McAdams ist in Korsett und zerschlissener Kleidung zwar ganz ansehnlich, bleibt aber schrecklich blass. Mark Strong indes, der in Der Mann, der niemals lebte sehr zu überzeugen wusste, bekommt die leider schwächste aller Rollen, da sein Blackwood ein emotionsloser und charakterloser Bösewicht ist, der den ganzen Film über nichts anderes macht, als unheilvolle Drohungen auszusprechen und grimmig dreinzublicken. Kein Beinbruch, aber den interessanteren Widersacher wird es wohl erst im zweiten Film geben – der hier übrigens schon kurz vorkommt und Blackwood wie einen ahnungslosen Lakaien aussehen lässt.

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Avatar Streifi
Streifi
#1 | 29. Jan 2010, 19:00
Meine Meinung :)
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Avatar Mad Ollie
Mad Ollie
#2 | 29. Jan 2010, 20:35
Aber wieso muß denn der Vergleich mit einem Moore-Bond ein Makel sein? ^^
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Avatar Gehirne essen
Gehirne essen
#3 | 29. Jan 2010, 20:56
´"der mit seinem Hang zu Frauen, Drogen und dreckiger Gewalt ´"

Ab da hab ich aufgehöhrt zu lesen :D
Da les ich lieber die Romane weiter...
Da hat Holmes wenigstens noch Klasse
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Avatar Hadamar
Hadamar
#4 | 29. Jan 2010, 21:50
Zitat von Gehirne essen:
´der mit seinem Hang zu Frauen, Drogen und dreckiger Gewalt ´

Ab da hab ich aufgehöhrt zu lesen :D
Da les ich lieber die Romane weiter...
Da hat Holmes wenigstens noch Klasse


Er hat aber auch in den Büchern Drogen genommen ;)
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Avatar Tezcatlipoca
Tezcatlipoca
#5 | 29. Jan 2010, 21:51
Ich frage mich eigentlich, warum man für den Stoff unbedingt die Romanfiguren verwursten musste.

Da hätte man genauso ein Harry Potter Prequel draus machen können.
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Avatar Petra Schmitz
Petra Schmitz
#6 | 29. Jan 2010, 22:40
Zitat von Tezcatlipoca:
Ich frage mich eigentlich, warum man für den Stoff unbedingt die Romanfiguren verwursten musste.


Gute Frage. Ich halte den Film für Blasphemie, so. (Und an Jeremy Brett kommt sowieso in tausend Jahren niemand ran.)
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Avatar SGIAI22
SGIAI22
#7 | 29. Jan 2010, 22:47
Zitat von Petra Schmitz:


Gute Frage. Ich halte den Film für Blasphemie, so. (Und an Jeremy Brett kommt sowieso in tausend Jahren niemand ran.)


Das ist nun mal Hollywood. Denen ist nichts heilig, solange man damit Geld verdienen kann. Und die Amis fressen denen solche Filme doch aus der Hand.

MfG
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Avatar ManInNight
ManInNight
#8 | 30. Jan 2010, 00:12
Das ist ne Frechheit wie kann man einen so coolen Man neben dem Echten James Bond (also nicht den neuen) so versauen. Lest lieber die Bücher tausendmal besser als dieser Niveau lose Film.
Amerikaner sind Idioten es ist doch immer schön das sie es durch so was bestätigen.
Kurz Beschreibung zum Film Toller Typ mit viel Intelligenz und einen Hang für Drogen kann alles und legt deswegen halb London in Schutt und Asche um einen sehr Spannenden Fall (Ironie) zu lösen. Achso und Frauen sind natürlich auch vertreten, also als Bettspielzeug.
Also durch und durch ein Film für Hirnlose Leute wie mich, wenn man mal Bock hat sein Hirn auszuschalten.
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Avatar Mash23
Mash23
#9 | 30. Jan 2010, 00:37
toller Film der Unterhält !
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Avatar BeRse
BeRse
#10 | 30. Jan 2010, 01:05
gutes popcorn-kino, für fans der romane aber sicher eine tortur
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