Artikel

Die Artikel-Übersicht auf GameStar.de mit Previews, Hintergrund-Berichten, Reports, Kolumnen, Interviews, Kinofilm-Kritiken und mehr.
Seite 1 2

Filmkritik zu Insidious

Poltergeist vom Saw-Macher

In Poltergeist-Manier treibt ein Dämon sein Unwesen. Schon ein Dutzend Mal im Kino gesehen? Kein Problem: Bei Insidious vom Saw-Regisseur James Wan stellen sich einem trotzdem die Nackenhaare auf, und zwar im positiven Sinne.

Von Christian Mester |

Datum: 22.07.2011


Zum Thema » Filmkritiken auf Gamestar Unser Kanal zu aktuellen Kinofilmen » Gewinnspiel Verlosung zu Insidious James Wan weiß, wie man Karriere macht und Horrorfilme dreht. Von Australien aus hatte Wan 2004 als Filmstudent ein Drehbuch samt selbst verfilmter Vorschau nach L.A. geschickt und unverhofft die Zusage bekommen, es für eine Million Dollar in den USA umzusetzen. Mit Saw gelang ihm der Startschuss der heute erfolgreichsten Horrorfilmreihe.

Statt Saw 2 bis 7 zu drehen, widmete er sich als Regisseur fortan lieber neuen Stoffen. Der Puppenhorrorfilm Dead Silence und der Rache-Thriller Death Sentence sind das Ergebnis. Mit seinem neuen Werk Insidious ist er 2011 auf Rekordjagd. Der gerade einmal 1,5 Millionen Dollar teure Geisterfilm über astrale Projektionen ist bereits der rentabelste Streifen des Jahres - er spielte sein eigenes Budget fast 60 Mal ein.

Die Story

Die Poltergeister lassen grüßen: Für Renai (Rose Byrne) und Josh Lambert (Patrick Wilson) fängt es zunächst mit unheimlichen Geräuschen und wie von Geisterhand bewegten Gegenständen an. Das ließe sich vielleicht noch verkraften. Doch als ihr kleiner Sohn Dayton in ein medizinisch unerklärbares Koma fällt, wird klar, dass irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Die geisterhaften Schemen mehren sich und der Schrecken wird intensiver. Keine Frage: Das Paar möchte schnellstmöglich aus seinem Haus verschwinden.

Insidious
Mega-Erfolg: Insidious spielte... (Wild Bunch/Central Film)

Die Flucht offenbart sich als vergebens, denn in der neuen Wohngegend wird es noch schlimmer. Verzweifelt engagieren sie ein Team von Experten für paranormale Erscheinungen, die mit High-Tech nach Geister-Anzeichen forschen. High-Tech hilft aber nicht: Beeindruckt von der bösen Macht im Haus rufen diese kurz darauf ein Medium (Lin Shaye) zur Hilfe, das alles versucht, den mental verschollenen Dayton zurückzuholen.

Polterville Activity

Originell ist anders. Unter anderem in neun Filmen Amityville Horror, drei Poltergeistern und zwei Paranormal Activities haben wir schon Ähnliches gesehen. Wans Geistermär ist ein konventionelles Gruselkabinett Marke Gespensterplage. Wie in den Vorläufern gibt es mysteriöse Vorkommnisse mit scheinbar autonom agierenden Gegenständen und unheimlichen Geräuschen, ein dafür verantwortliches Böses und selbsternannte Experten, die es zu exorzieren versuchen.

Wans Eintrag ins Spukhausregister kann sich trotz fehlender Innovationen dennoch sehen lassen, da er zu den besseren Vertretern gehört. Setzten die letzten beiden Paranormal Activities auf elendig lang andauernde Stille-Phasen mit eingestreuten Schock-Paukenschlägen, ist Insidious weit weniger momentfixiert. Zwar gibt es vergleichbare Herzkasper-Schrecken, doch die Zeit dazwischen ist nicht bloß mit Leere gefüllt; angenehm schleichende Gänsehaut sorgt für Gruselempfinden. Die subtile Horror-Herangehensweise wird zudem auch im Visuellen umgesetzt. Wie beim Klassiker Der Exorzist setzt Wan auf kaum auffälligen Horror, indem er Schrecken bloß andeutet, Klauen und Fratzen nur im Hintergrund zeigt oder sie schlicht ohne Spektakel inszeniert. Überraschend: Seine Kammermär schafft Wan ohne jegliches Blutvergießen. Verkam der Saw-Franchise schon über die ersten Fortsetzungen zur Foltershow, will Insidious keineswegs ekeln.

INHALTSVERZEICHNIS

Seite 1
Seite 2
Diesen Artikel:   Kommentieren (15) | Drucken | E-Mail
FACEBOOK:
TWITTER:
 
WEITERE NETZE: Weitersagen
Sagen Sie Ihre Meinung (» alle Kommentare)
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten!
» Zum Login

Sie sind noch nicht in der GameStar-Community angemeldet?
» Zur kostenlosen Anmeldung
Erster Beitrag  |  » Neuester Beitrag
Avatar Theroja
Theroja
#1 | 22. Jul 2011, 16:47
Des schaut ma heftig aus!
rate (5)  |  rate (2)
Avatar Greek6
Greek6
#2 | 22. Jul 2011, 16:56
Habe ihn in der Sneak Preview gesehen, sehr guter Film, hat mir gefallen. Es sind paar Szene dabei bei denen man sich wirklich übelst erschreckt :>, aber gibt schlimmere Filme, - kann man sich anschauen ;)
rate (6)  |  rate (0)
Avatar Losti83
Losti83
#3 | 22. Jul 2011, 17:03
Klar spielte der Film sein Budget 60mal wieder rein aber diese 60mal sind halt "nur" ~56mio.

Wenn ein 150mio Budget Film sein Budget 2mal einspielt (300mio) ist der dann weniger rentabel?
rate (12)  |  rate (2)
Avatar Don Schorschi
Don Schorschi
#4 | 22. Jul 2011, 17:18
ich habe ihn ebenfalls im sneak preview gesehen und kann ihn nur weiterempfehlen. ok gegen ende nimmt der horror leicht ab, aber weit weniger als bei anderen vertretern des genres. ansonsten nix für schwache herzen!
rate (1)  |  rate (0)
Avatar AvalonAsh
AvalonAsh
#5 | 22. Jul 2011, 17:49
Zitat von Losti83:
Klar spielte der Film sein Budget 60mal wieder rein aber diese 60mal sind halt "nur" ~56mio.

Wenn ein 150mio Budget Film sein Budget 2mal einspielt (300mio) ist der dann weniger rentabel?


In Umsatzzahlen nein, in Prozenten ja. In deinem Beispiel hätte der Film 200% seiner Kosten eingespielt. Bei Insidious sind es 6000%, die Gewinnspanne ist gewaltig. Für ein Studio ist jemand wie Wan, der mit winzigem Budget und folglich minimalem finanziellen Risiko solche Ergebnisse vorlegen kann, sehr wertvoll. Filmfinanzierung ist immer ein ziemliches Risiko. Gerade wenn es um hohe Budgets geht kann dir niemand garantieren, ob das rentabel wird. Deshalb klammern sich die Studios bei allem was inzwischen mehr als 100 Mio Dollar kostet so krampfhaft an bestehende Franchises und IPs aus Literatur, Videospielen, TV oder Spielzeug. Dass ein Christopher Nolan über 170 Mio für das vorlagen- und fanbaselose Inception bewilligt bekommen hat, ist schon eine absolute Ausnahme und der wohl größte Vertrauensbeweis, den dir ein Studio entgegen bringen kann.
rate (12)  |  rate (2)
Avatar shleu
shleu
#6 | 22. Jul 2011, 20:12
Wenn der Film an den Kinokassen 56 mio einspielt, heißt dass noch lange nicht, dass die Produktionsfirma 56 mio Umsatz generiert und geschweige denn, was tatsächlich davon als Cash reinflattert.
Ansonsten spricht man von Kapitalverzinsung und mit 6000% bei weitem besser als mit 200%. Einfach aus dem Grund, dass bei Insidious bei weitem weniger Kapital gebunden wird, als mit Inception. Theoretisch gesehen, wäre es besser 10 Filme mit dieser hohen Verzinsung in Auftrag zu geben als 2 mit hohem Kapitaleinsatz und dafür niedrigerer Verzinsung. Das ist natürlich nicht realitisch.
rate (3)  |  rate (0)
Avatar weteef
weteef
#7 | 22. Jul 2011, 23:46
hab ihn geschaut, wieder so ein hausfrauen, teenie 08/15 scheiss wo nie was passiert und dann auch noch schocken sollte.

typischer hollywood scheiss halt
rate (4)  |  rate (10)
Avatar Dr. Pro
Dr. Pro
#8 | 24. Jul 2011, 00:48
Zitat von Losti83:
Klar spielte der Film sein Budget 60mal wieder rein aber diese 60mal sind halt "nur" ~56mio.

Wenn ein 150mio Budget Film sein Budget 2mal einspielt (300mio) ist der dann weniger rentabel?


Der Film hat 1.5 Mio gekostet, was x60 etwa 90 Mio entspricht.
Und natürlich war der teure Film erfolgreicher, aber man sieht halt auch, dass ein großes Budget eben nicht alles ist.
rate (3)  |  rate (0)
Avatar morti
morti
#9 | 24. Jul 2011, 14:00
Zitat von weteef:
hab ihn geschaut, wieder so ein hausfrauen, teenie 08/15 scheiss wo nie was passiert und dann auch noch schocken sollte.

typischer hollywood scheiss halt


Ich glaube ich habe aller Sprachverkrüppelung zum Trotz verstanden was du uns sagen wolltest.
Filme, in denen einfach stumpf abgeschlachtet wird, sind deiner Meinung nach also nicht 0815? Genau SOLCHE Filme sind nämlich "typischer hollywood scheiss".
Wenn dich so etwas plumpes schockt, subtilere Filme wie dieser allerdings keinerlei Auswirkungen auf dich haben, bist du wohl schon von 0815-Folterorgien wie SAW oder wie sie alle heißen abgestumpft.
Daher sollte man immer zwischen Möchtegern-Blut-Metzel-Schock-Filmen und echten Schockfilmen unterscheiden.
rate (5)  |  rate (0)
Avatar veritas77
veritas77
#10 | 24. Jul 2011, 15:43
habe den Film auch bereits gesehen. Zusammenfassend muss ich sagen: solider Film, ganz brauchbarer Grusel.
Leider (wie beschrieben) verkommt der Film mit den Geisterjägern am Ende etwas zu sehr zur Comedy. Und ja, das Ende war mehr als nur zu erwarten.

Und nun mal etwas persönliches: Ist es Absicht das in solchen Filmen die Hauptpersonen so blöd handeln? Nein, wir machen nicht das Licht an, Nein es muss nicht nach den Kindern gesehen werden... Nein, geh da nicht alleine rein!... so ein quatsch.
Aber hey, das sind die Regeln des Films.
rate (3)  |  rate (0)


PROMOTION
 
Sie sind hier: GameStar > Artikel > Filmkritiken > Insidious
top Top
Suchen
GAMEPRO MEDIA © IDG Entertainment Media GmbH - alle Rechte vorbehalten GAMEPRO MEDIA