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Filmkritik zu J. Edgar

Der Mann, der das FBI war

Leonardo DiCaprio vor und Clint Eastwood hinter der Kamera erzählen in ihrem neuen Kinofilm vom wichtigsten und umstrittensten Mann der FBI-Geschichte: J. Edgar Hoover.

Von Christian Mester |

Datum: 20.01.2012


Zum Thema » Trailer zu J. Edgar Szenen aus dem Kinofilm » Filmkritiken auf Gamestar.de Unser Kanal zu aktuellen Kinofilmen » Blockbuster-Vorschau Die Kino-Highlights 2012 John Edgar Hoover gehörte zu den einflussreichsten Männern der US-Geschichte. Als ebenso gefürchtete wie respektierte Autorität revolutionierte Hoover die US-Bundespolizei FBI. Er betonte Forensik, ließ überregional zuschlagen und sammelte Akten über Tausende von Verdächtigen.

Hoover wurde von vielen als Held, Patriot und Genie gefeiert, aber auch regelmäßig starker Kritik und Kontroversen ausgesetzt. So konnte man nur vermuten, wie sehr er die mächtigsten Männer des Landes mit seinen geheimen Akten in der Hand hatte. Ebenfalls mysteriös war sein Privatleben, um das diverse Gerüchte ranken.

So galt der Workaholic, der Verdächtige ohne Gnade jagte, als heimlich homosexuell. Zudem soll er hinter geschlossenen Türen angeblich Frauenkleider getragen haben. Altmeister Clint Eastwood hat sich dieser vielseitigen Lebensgeschichte angenommen und Hoover ein filmisches Denkmal geschaffen. Ein Film, der weder Verherrlichung, noch Verharmlosung werden sollte. J. Edgar behandelt Hoovers Memoiren und lässt von dort auf dessen wichtigste Momente zurückblicken. Für die Realisierung besetzte Eastwood einen der besten Schauspieler der Moderne: Leonardo DiCaprio.

Die Story

1919 ist Jura-Absolvent John Edgar Hoover (Leonardo DiCaprio) einer der eifrigsten Mitarbeiter des Justizministeriums. Er wird Teil der General Intelligence Division, die zum Ziel hat, Kommunisten via Spionage zu entlarven. Hoover zeigt höchstes Engagement und ersetzt alsbald seinen Vorgesetzten. Kaum dass er diese neue Position innehat, reformiert er das FBI. Sein Ziel? Eine weitaus effizientere Polizei-Einheit. Bis dato lapidar vorgenommene Spurensuchen lässt er wissenschaftlich vertiefen. Akribisch wird jeder Verdächtige dokumentiert. Mit Erfolg - Hoovers System zeigt Wirkung. Die Verbrechensraten sinken.

J. Edgar
Für seine Leistung wurde DiCaprio für einen Golden Globe(R) nominiert. Eine Oscar-Nominierung gilt als sicher.

Hoovers Einfluss steigt so weit, dass er alsbald sogar den Präsidenten die Stirn bietet. Was viele jedoch nicht erfahren: Hoover ist ein psychisch gebrochener Mann. Von seiner herrischen Mutter (Judi Dench) dominiert, leidet er unter großem Erfolgsdruck. Fanatisch stürzt er sich somit in seine Arbeit und befiehlt lieber Untergebene, statt soziale Kontakte zu pflegen. Von Gefühlen geplagt, traut er sich nicht, seinem Assistenten (Armie Hammer) seine Liebe zu gestehen. Nur dieser und seine langjährige Sekretärin (Naomi Watts) beschließen, ihn sein Leben lang zu begleiten.

CSI Rising

Dass Leonardo DiCaprio ein Faible für komplexe, schwierige Rollen hat, hat er unlängst bewiesen. Im Film The Aviator spielte er bereits eine ähnliche Geschichtsfigur, den Flugpionier und Multimillionär Howard Hughes. Hoover und Hughes waren sehr unterschiedlich, hatten aber vergleichbare Grundzüge. In beiden Fällen sind es herrische Tyrannen, die zum einen bemerkenswert Großes vollbringen. Auf der anderen Seite sind es zutiefst fragile Persönlichkeiten, die von ihrem Tun gleichfalls gefangen zu sein scheinen.

DiCaprio, der Hoover in verschiedenen Altersstufen darstellt, macht seine Sache erneut hervorragend. Mit Überzeugung spielt er den 24jährigen, der glaubhaft gestandene Männer herumkommandiert. Er zeigt Hoover später als intelligenten, rastlosen Experten seines Feldes. Als Rentner, der Gerechtigkeit so sehr liebt, dass er auch zu Unrecht bereit ist, um sie wahren zu können. Als interessanten Beobachter einer sich ständig wechselnden Kultur, Politik und Gesellschaft. In einigen seiner Momente brilliert DiCaprio oscarwürdig, doch es gibt Aspekte, die ihn beeinträchtigen.

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Avatar generalcartman
generalcartman
#1 | 20. Jan 2012, 19:09
gelöscht, zu ehrlich.
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Avatar Nightkin
Nightkin
#2 | 20. Jan 2012, 19:12
"J. Edgar ist ein solides Biopic"

Sollte der Autor das Bedürfnis verspüren, ein ordentliches deutsches Wort für "Biopic" zu erfahren, darf er mich gerne kontaktieren.
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Avatar Das URGESTEIN
Das URGESTEIN
#3 | 20. Jan 2012, 19:23
Ich werde mir den Film erstmal ansehen und erst dann darüber urteilen.
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Avatar bleonard
bleonard
#4 | 20. Jan 2012, 19:40
Der Trailer sah jedenfalls interessant aus, denke ich werde mir den Film einfach mal angucken. Leonardo di Caprio, den ich anfangs (zu Titanic-Zeiten) überhaupt nicht leiden konnte hat sich inzwischen wirklich zu einem exzellenten Schauspieler entwickelt, Hut ab!
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Avatar GuraxDax
GuraxDax
#5 | 20. Jan 2012, 19:45
Zitat von bleonard:
Der Trailer sah jedenfalls interessant aus, denke ich werde mir den Film einfach mal angucken. Leonardo di Caprio, den ich anfangs (zu Titanic-Zeiten) überhaupt nicht leiden konnte hat sich inzwischen wirklich zu einem exzellenten Schauspieler entwickelt, Hut ab!


DiCaprio war schon immer ein exzellenter Schauspieler, bereits in Gilbert Grape und auch in Titanic. Du magst keine Liebesfilme, das ist alles ;-)
Ich fand Titanic großartig.
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Avatar revO_m
revO_m
#6 | 20. Jan 2012, 19:56
Ich liebe diese Zeit!
Stil, schöne Autos ...
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Avatar Spydrow
Spydrow
#7 | 20. Jan 2012, 19:56
Ich kann von dem Film nur abraten!
*****ACHTUNG SPOILER*****


Man hätte soviele interessante Elemente einbauen können. Immerhin war Hoover knapp 40 Jahre FBI Direktor. Es hätte also jede Menge Potential für politische und kriminelle Erzählungen gegeben, stattdessen gab es häufig langweilige und bedeutungslose Dialoge und die zweite Hälfte des Filmes ist eine homosexuelle Lovestory zwischen ihm und seinem Vizedirektor (in Wirklichkeit übrigens nicht 100% erwiesen). Bild und Maske sind eine einzige Katastrophe. Nach all den guten bis exzellenten Clint Eastwood Filmen, war das wirklich eine Krücke. Schade um das vergebene Potential rund um eine der bedeutendsten (amerikanischen) Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts!
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Avatar hazydawn
hazydawn
#8 | 20. Jan 2012, 22:00
Zitat von generalcartman:
soll ein solider film sein, aber lieber schaue ich new kids nitro[...]

oh boy... -.-
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Avatar The_Shrink
The_Shrink
#9 | 20. Jan 2012, 22:15
Clint ist der Beste!! Vor und hinter der Kamera!
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Avatar Celeon999
Celeon999
#10 | 20. Jan 2012, 22:23
Rottentomatoes hat ihn auch mit 44% ziemlich zerissen. Selbes Fazit : Wie gewohnt brilliante Schauspielerische Leistung von DiCaprio aber ansonsten schlechte Beleuchtung, kitschiges Makeup, Konfuse Erzählung, langweiliges Storytelling.

Und es hätte doch ein neuer Aviator werden können. Das ging diesmal daneben Clint. An DiCaprio liegts in der Regel nicht. Der ist einfach ein großartiger Schauspieler. Besonders den Howard Hughes hat er einfach brilliant gegeben.

Aber wenn der Rest nicht stimmt kann auch eine gute Hauptrolle den Film einfach nicht raushauen.
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