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Report: Warum Rollenspiele immer schneller werden

Das Ende der Epik

Der Trend zu mehr Action und schneller erzählten Geschichten macht auch vor dem Rollenspiel-Genre nicht Halt. Geht dadurch etwas verloren? Wir analysieren im Report aktuelle und klassische RPGs.

Von Kevin Stich |

Datum: 14.01.2012


Zum Thema » Rollenspiel-Vorschau 2012 Die kommenden RPG-Hits Dota 2 ab 6,05 € bei Amazon.de Feinde, überall Feinde! Noch bevor ich schießen kann, beginnt eine Cutscene: Ein Helikopter kracht in einen Wolkenkratzer, der zusammensackt. Aus der Trümmerwolke hechtet ein Kampfhund, Quicktime-Event: W, D, S, A, auf die linke Maustaste hämmern, so gewinnt man die Schlachten von heute. Ich lade nach – Cutscene! Ein Raumschiff landet, aus dem böse, achtköpfige Aale schlängeln. Ich trete einen Schritt zurück – Cutscene! Marines rennen durcheinander, Schreie, Explosionen! Der Vatikan erklärt Amerika den Krieg, Schweizergardisten stürmen mit Hellebarden das Kapitol, der Atomkoffer ist weg!

Warum Rollenspiele immer schneller werden :

Okay, ich übertreibe: In diesem Ausmaß hat mich noch kein Spiel von Katastrophe zu Katastrophe gehetzt – nicht mal Modern Warfare 3 , das sich redliche Mühe gibt. Die Fantasieszene soll vielmehr bildhaft für eine Entwicklung stehen, die ich bereits seit einigen Jahren beobachte: Generell werden Spiele immer tempo- und actionreicher, sie überbieten sich gegenseitig mit Effekt-Feuerwerken. Am deutlichsten wird das an der Call of Duty-Reihe, die sich mit ihrer Kawumm-Kulisse das Gütesiegel der perfekten Popcorn-Unterhaltung verdient hat.

Nun mögen viele Spieler von einem Shooter auch genau das erwarten. Bei storybetonten Genres, allen voran Rollenspielen, wünsche ich mir hingegen sehr wohl eine intelligent erzählte Geschichte, die mich emotional berührt. Doch auch dort keimt der Trend zum temporeichen und actionlastigen Spielablauf, auch wenn er längst noch nicht das gesamte Genre erfasst hat. Die prominenten Vertreter der Drück-auf-die- Tube-Fraktion sind The Witcher 2 , Dragon Age 2 und die Mass Effect-Serie , die ihre Geschichten schneller und filmhafter erzählen als etwa Two Worlds 2 , Fallout: New Vegas , Risen oder Drakensang – ganz zu schweigen von Abenteuern der alten Garde wie Baldur’s Gate , Gothic und Outcast .

Warum Rollenspiele immer schneller werden : Im Prolog von The Witcher 2 erleben wir unter anderem die Ermordung König Foltests. Im Prolog von The Witcher 2 erleben wir unter anderem die Ermordung König Foltests.

Zum Tempo gesellt sich oft eine vereinfachte Mechanik. Die Zeit, in der ich meinen Helden aus Tabellen zusammenbastelte, scheint vorbei zu sein. Doch geht uns durch den beschleunigten Erzähltakt noch etwas anderes verloren?

Vollgas zum Einstieg

Ein moderner Trend ist der rasante Einstieg, bereits in den ersten Minuten soll, nein: muss es ordentlich krachen. Da ist es nur konsequent, dass The Witcher 2 innerhalb der ersten Stunde eine Belagerung samt Drachenangriff abbrennt. In derselben Zeit hätte ich in Baldur’s Gate 2 (2001) nicht einmal den Start-Dungeon verlassen.

Warum Rollenspiele immer schneller werden : Auch bei Baldur's Gate 1 verlief der Einstieg langsam. Auch bei Baldur's Gate 1 verlief der Einstieg langsam. Erzählt wird die Hexer-Geschichte zwar auch in Dialogen, vor allem aber in flotten Zwischensequenzen. Da wirbeln Schwertkämpfer umeinander, Gebäude gehen in Flammen auf, Attentäter meucheln in Zeitlupe. »Wir können fast alle Sinne des Spielers nutzen, um ihn in die Spielwelt zu ziehen«, sagt Sebastian Stepien, der Chefautor von CD Projekt. Und tatsächlich: Mein Held, der Hexer Geralt, nimmt aktiv am Geschehen teil, rennt, kämpft, schreit. Keine Frage: Das macht Spaß. In keinem anderen Rollenspiel passiert innerhalb der ersten Stunde so viel.

Das Tempo zieht in die Welt, die Action hält bei Laune: »Cutscenes sind ein großartiges Mittel, um Geschichten zu erzählen und den Spieler in die Rolle des Helden schlüpfen zu lassen«, führt Stepien aus. Auch Emotionen transportieren die Filmschnipsel sehr gut, da sie Charaktere in Aktion zeigen. So wirken die Figuren realer als statische Dialogpartner. Wenn ein König unentwegt auf und ab schreitet, ist das nun mal eindringlicher als wenn er nur sagt: »Ich bin nervös.«

Gemütlicher Auftakt

Im Vergleich zum Actiongewitter des Hexer-Abenteuers wirken die Einstiege von Gothic (2001), Morrowind (2002) und Outcast (1999) schneckenlahm. Gothic erteilt dem Spieler anfangs einen ersten Auftrag: das Alte Lager, eine Siedlung, erreichen. Weniger heldenhaft geht’s kaum. Cutscenes? Fehlanzeige. Stattdessen muss man sich selbst darum kümmern, die Welt kennenzulernen, indem man Gespräche führt und die Umgebung erkundet. Auch bei den späteren Piranha-Bytes-Spielen fällt der Einstieg vergleichsweise gemächlich aus.

Warum Rollenspiele immer schneller werden : Gothic führt den Spieler behutsam in die Spielwelt ein. Gothic führt den Spieler behutsam in die Spielwelt ein. Björn Pankratz von Piranha Bytes erklärt: »Es ist uns wichtig, den Spieler nicht gleich zu überfordern. Er soll sich zunächst in einer plausiblen Startsituation wiederfinden, die nach und nach komplexer wird.« Während The Witcher 2 am Scheitelpunkt des Spannungsbogens beginnt, geht Gothic den klassischen Weg und erklettert ihn nach und nach. Das Ergebnis: In Gothic erlebe ich eine Geschichte, die langsam an Fahrt aufnimmt und in einem befriedigenden Höhepunkt gipfelt, während in The Witcher 2 nach dem pompösen Einstieg die Spannung eigentlich nur abflachen kann – und das auch tut.

Das ist die Krux an den Cutscenes: Sie sind zwar ein gutes Mittel, um Spannung und Tempo aufzubauen; es fällt aber schwer, beides aufrecht zu erhalten. Zumal es vielen Titeln an Dramaturgie fehlt: Ohne gelungene leise Passagen wirken die Schockmomente nicht. Wenn sich die Zwischenfilme zu sehr häufen, stumpft der Spieler ab. Bei Rollenspielen ist das besonders problematisch, da sie in der Regel mindestens zwanzig Stunden lang unterhalten sollen. Bei einem dauerhaften Effekt-Sperrfeuer fällt es da schwer, echte Höhepunkte zu setzen.

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Avatar Fantasma
Fantasma
#1 | 14. Jan 2012, 12:12
Gothic I u. II hatten einfach alles was ein gutes Rollenspiel braucht und versuchent nicht wenig Handlung und kurze Spielzeit mit möglichst viel Action auszugleichen wie es ja mitlerweile im Trend is....
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Avatar Sekedow
Sekedow
#2 | 14. Jan 2012, 12:19
Seit BG2 war eigentlich nichts mehr wirklich "episch"
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Avatar DonSwingKing
DonSwingKing
#3 | 14. Jan 2012, 12:22
Zitat von Sekedow:
Seit BG2 war eigentlich nichts mehr wirklich "episch"


Ein typischer "Früher war alles besser Opa".

Dragon Age: Origins und Risen waren RPGs der alten Schule.
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Avatar Selib
Selib
#4 | 14. Jan 2012, 12:23
Mann ich muss echt Baldur's Gate nachholen
Auf zu gog.com!^^
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Avatar Macro82
Macro82
#5 | 14. Jan 2012, 12:27
Zitat von DonSwingKing:


Ein typischer "Früher war alles besser Opa".

Dragon Age: Origins und Risen waren RPGs der alten Schule.


You have absolutely no idea boy what you talking about.

Das ist alles Abklatsch,nicht mehr und nicht weniger.besorge dir mal richtige spiele junge. über 2,5 Millionen Textzeilen und die teilweise vertont.da kommt kein DAO oder Risen mit von der Story, die ist ein Buch in BG 2.

Die frage ist kann man das der COD Generation der rpg´ler noch zumuten ? ;-)

Nein früher war nicht alles besser aber der Gehalt hat gestimmt und die liebe zum Detail,die spiele hatten noch eine Seele wie man zu sagen pflegt.
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Avatar Sekedow
Sekedow
#6 | 14. Jan 2012, 12:28
Zitat von DonSwingKing:


Ein typischer "Früher war alles besser Opa".

Dragon Age: Origins und Risen waren RPGs der alten Schule.


DAO hatte Zauber die sich wieder von alleine aufladen, das hat für mich viel kaputt gemacht. Das Zaubersystem von BG2 hatte noch etwas. Man hat nicht die ganze Zeit mit Feuerbällen um sich geworfen, sondern musste sich jeden Zug genau überlegen. Das fand ich super und sowas gab es seitdem nicht mehr.
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Avatar I3aum
I3aum
#7 | 14. Jan 2012, 12:35
Zitat von Sekedow:


DAO hatte Zauber die sich wieder von alleine aufladen, das hat für mich viel kaputt gemacht. Das Zaubersystem von BG2 hatte noch etwas. Man hat nicht die ganze Zeit mit Feuerbällen um sich geworfen, sondern musste sich jeden Zug genau überlegen. Das fand ich super und sowas gab es seitdem nicht mehr.


Hat aber nicht viel mit der Erzählweise zu tun, aber ich verstehe was du meinst, mit dem Feuerball musste man auch echt vorsichtig sein das du nicht mal kurz deine eigene Truppe wegröstest
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Avatar HawkS73
HawkS73
#8 | 14. Jan 2012, 12:42
Zitat von GS:
Vor allem Letzteres gelingt dem eigentlich sehr guten The Witcher 2 nicht, der dünne dritte Akt und das arg trocken inszenierte Ende enttäuschen. Für den Spieler ist das unbefriedigend, da das Spiel die immensen Erwartungen, die der spektakuläre Einstieg geweckt hat, letztlich nicht erfüllen kann.


Ganz ehrlich, ich kann diese Beschreibung bzw, Erwartungshaltung auf das Ende nicht teilen. Der dritte Akt hätte länger sein können und vor allem auch aus dem Gemäuer führen sollen, in dem er stattfindet, das stimmt, sehe ich auch so. Aber enttäuschend fand ich das Ende nicht.

*SPOILER*

Es kommt zur Konfrontation die im Kampf mit dem Drachen gipfelt, der, wenn auch etwas nervig, recht spannend und schwer war und Geralt erneut vor eine Entscheidung stellt, töte er den Drachen, der nicht Herr seiner Sinne war, weil er kontrolliert wurde? Zurück zum Handlungsort, trifft Gerald endlich auf Lehto. Nun gibt es zwei Dinge die man tun kann. Man kämpft. Oder aber man unterhält sich mit Letho. Im Verlauf des Gespräches deckt sich dann alles auf. Das Letho nur Handlanger war und zwar von Emhyr var Emreis, dem König von Nilfgaard, der mal wieder versucht sein Machtgebiet zu erweitern in dem er Konflikte anzettelt. Genau das tut er in den Büchern auch. Geralt erfährt wo Yennifer möglicherweise ist.
Es ist ein langes, sehr langes Gespräch, wenn der Spieler denn will, denn es gibt immer weider die Möglichkeit die Schwerter sprechen zulassen. Aber wer den Dialog beendet und Letho ziehen lässt, erfährt am meisten und bekommt einen mMn sehr befriedigenden Abschluss der Handlung, der so schön im Kontrast zum Action Spektakel Anfang steht.

Das muss einem gefallen, soweit klar, aber ich fand es schon in "Postman" (Kevin Costner Film), toll das die zwei großen Armeen nicht kämpften, sondern nur die beiden Streithähne (Postman vs Jericho) die ein Problem miteinander haben. Statt des Massenshowdown gab es nur ein One on One. Ähnlich Witcher2, wo es keine FX Spektakle mit KRAWUMM Faktor gibt, sondern ein one on one mit Letho, das nicht mal ein Kampf sein musste.

Ich fand das toll.
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Avatar Barroom
Barroom
#9 | 14. Jan 2012, 12:46
Zitat von Macro82:


You have absolutely no idea boy what you talking about.

Das ist alles Abklatsch,nicht mehr und nicht weniger.besorge dir mal richtige spiele junge. über 2,5 Millionen Textzeilen und die teilweise vertont.da kommt kein DAO oder Risen mit von der Story, die ist ein Buch in BG 2.

Die frage ist kann man das der COD Generation der rpg´ler noch zumuten ? ;-)


wow du hast einen englischen satz geschrieben. ich bin sehr beeindruckt obwohl ich ihn nicht verstehe...

nur weil bg2 vielleicht dein erstes rpg war ist BG2 auch nicht die wiege des Rollenspiels -> ebenso alles abklatsch..bücher in spielen hab ich das erste mal in ultima8 gelesen und da war auch alles schon kompletter abklatsch :)

bei bg2 wurde man ähnlich wie bei witcher2 direkt und ohne plan in die handlung geschmissen. technisch war halt damals nicht viel mehr drin als ein "anfangsdungeon".
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Avatar Exist-64
Exist-64
#10 | 14. Jan 2012, 12:49
Am wichtigsten sind die ruhigen momente, in denen man selbständig auf tuchfühlung mit der spielwelt geht und sich in sie verliebt :) Dann aber darf wirklich eine handlung mit substanz und drama nicht fehlen, außerdem braucht man noch plastische charaktere, dinge, die mass effect richtig machte und skyrim falsch.
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