Aliens: Colonial Marines - PC

Ego-Shooter  |  Release: 12. Februar 2013  |   Publisher: Sega
Seite 1 2   Fazit Wertung

Aliens: Colonial Marines im Test

B-Movie zum Selberspielen

Bruchlandung für Gearbox: Im Test erweist sich Aliens: Colonial Marines als einfallsloser Fließband-Shooter. Einen Schreck bekamen wir lediglich bei der vorsintflutlichen Grafik – und bei der entsetzlichen deutschen Vertonung.

Von Jochen Gebauer |

Datum: 12.02.2013


Zum Thema » Multiplayer-Test Unattraktives Alien-Gefummel » Technik-Check zu Aliens Anforderungen & Grafikvergleich » Boxenstopp-Video Collector's Edition ausgepackt » Geschichte der Alien-Spiele 30 Jahre Alien-Spiele Reden wir nicht lange um den heißen Brei: Alien: Colonial Marines ist eine Blamage. Es ist eine Blamage für Entwickler Gearbox, die einen uninspirierten und technisch desolaten Ego-Shooter abgeliefert haben. Es ist eine Blamage für Publisher Sega, der dem Ganzen mit einer sagenhaft schlechten Vertonung sozusagen noch die B-Movie-Krone aufsetzt.

Und es ist eine Blamage für die Alien-Franchise, denn Colonial Marines fährt mit dem Kanon der Vorlage so munter und freizügig Schlitten, dass wir uns unwillkürlich gefragt haben, warum 20th Century Fox den Unsinn überhaupt genehmigt hat - bis uns »Prometheus« eingefallen ist.

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Der Koop-Modus
Im Koop-Modus von Colonial Marines können bis zu vier Spieler die ganz normale Einzelspielerkampagne bestreiten. Die macht im Verbund mit Freunden naturgemäß mehr Spaß als alleine, allerdings wirkt der Koop-Modus aufgesetzt. An einigen Eckpunkten der Handlung (die wir an dieser Stelle natürlich nicht »spoilern« wollen) ergibt die Anwesenheit von mehr als einem Spieler schlicht keinen erzählerischen Sinn - zumal die einzelnen Mitstreiter keine individuelle Figur übernehmen, sondern alle die gleiche Geschichte aus den Augen von Colonel Winter nachspielen. Ärgerlich: In unserem Test wurde die Gegnerzahl nicht spürbar angehoben; die tendenziell recht einfache Kampagne wurde im Koop also noch einfacher.

Aliens: Colonial Marines
Im Kampagnenverlauf finden wie legendäre Waffen wie Vasquez' Smartgun.

Fängt da an, wo Aliens nie aufgehört hat

Colonial Marines fängt genau dort an, wo »Aliens: Die Rückkehr« nie aufgehört hat: Mit einem Funkspruch von Corporal Hicks. Der meldet sich von der USS Sulaco und berichtet, dass die Mission auf LV-426 gescheitert sei und seine Kameraden gefallen sind. Also schicken die Marines Verstärkung zur Sulaco - und wir sind als Colonel Winter mittendrin.

Aliens: Colonial Marines : Die Story wird in kurzen Zwischensequenzen erzählt, die technisch nicht unbedingt taufrisch aussehen. Die Story wird in kurzen Zwischensequenzen erzählt, die technisch nicht unbedingt taufrisch aussehen. Vor Ort stellt sich raus: Inzwischen haben es sich gefühlte dreihundert Xenomorphs auf der Sulaco gemütlich gemacht. Das sei doch Quatsch, sagen Sie? Hicks habe überhaupt kein Notsignal abgesetzt, sagen Sie? Und selbst wenn er das getan hätte - wo sollen denn die dreihundert Xenomorphs hergekommen sein, so ganz ohne dreihundert Wirtskörper, fragen Sie? Da drüben: ein dreiköpfiger Affe!Okay, im Ernst: Wir können uns auf die Story von Colonial Marines auch keinen Reim machen.

Wer die Filme nicht kennt, der wird ohnehin kein Wort verstehen - schließlich gibt sich das Spiel keine Mühe, die komplexe Vorgeschichte auch nur ansatzweise zu erklären. Wer die Filme hingegen sehr genau kennt, der wird sich am Kopf kratzen und wundern, warum Gearbox diese komplexe Vorgeschichte kurzerhand ignoriert, wenn sie den Autoren gerade nicht in den hanebüchenen Kram passt.

Steam-Pflicht
Aliens: Colonial Marines muss über die Onlineplattform Steam aktiviert werden. Dazu ist eine Internetverbindung notwendig. Anschließend lässt sich das Spiel auch offline starten, kann aber nicht mehr weiterverkauft werden.

Wenigstens gruselt die Grafik

Diese Ignoranz zieht sich übrigens wie ein roter Faden durch die rund achtstündige Handlung; immer wieder passieren Dinge, die mit den Ereignissen der Filme offenbar nicht kompatibel sind - erklären tut sie das Spiel trotzdem nicht. Wenn uns Colonial Marines nach einem spektakulär miesen »Endkampf« schließlich mit einem ebenso offenen wie unbefriedigenden Ende entlässt, dann ist das bloß konsequent. Konsequent schlecht erzählt nämlich.

Aliens: Colonial Marines : 2005 hat angerufen und will seine Texturen zurück: Computerbildschirme an Bord der Sulaco. 2005 hat angerufen und will seine Texturen zurück: Computerbildschirme an Bord der Sulaco. »Aber ist es denn wenigstens gruselig?«, fragt an dieser Stelle ein Alien-Fan hoffnungsvoll. Und wie! Die Grafik ist sogar furchteinflößend: unscharfe Texturen, statische Beleuchtung, steife Animationen, teilweise werfen die Figuren überhaupt keine Schatten - da sah Doom 3 im Jahr 2004 nicht nennenswert schlechter aus.

Klar: Das Artdesign der Film-Vorlage ist nach wie vor fantastisch. Wenn Gearbox die USS Sulaco oder Hadley’s Hope (die von Aliens überrannte Kolonie auf LV-426) rekonstruiert, dann geht uns das Herz auf; bloß liegt das eben nicht an einer tollen spielevisuellen Umsetzung, sondern am schlicht großartigen Setdesign von »Aliens: Die Rückkehr«.

Zwar fallen einige Abschnitte - zum Beispiel eine kurze (aber spielerisch leider völlig anspruchslose) Schleich-Passage in der Kanalisation - optisch und atmosphärisch positiv aus dem ansonsten tristen Rahmen, aber insgesamt hinken die Colonial Marines dem aktuellen Stand der Technik schlicht um Jahre hinterher.

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Avatar TheVG
TheVG
#1 | 12. Feb 2013, 10:08
Ich hab´s mir echt gedacht. Aliens als Vorlage, stupides Ballern, kein Horror. Danke dafür, dass ich mich wieder als Klugscheißer fühlen darf :D
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Avatar Saschisch
Saschisch
#2 | 12. Feb 2013, 10:10
"Aliens als Vorlage, stupides Ballern, kein Horror."

Genau so lief der Film doch auch ab. Spätestens ab dem Erscheinen von Newt wurde jeglicher Grusel aus dem Film genommen...
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Avatar Mezzerli
Mezzerli
#3 | 12. Feb 2013, 10:13
Bäm das tut weh :D
Aber ein sehr sehr witzig geschriebener Test, hab ein paar Mal geschmunzelt.
Ich habs hier trotzdem rumliegen und werds heute Abend ma mit 3 Kumpels zu viert spielen.
Nach dem Duke die zweite Lizenz die Gearbox in den Sand setzt. Dabei hatte das Studio ma echt gute Spiele unters Volk gebracht.

Edith: Wenn sogar GS nur ne 59% gibt heilige Scheisse das Spiel wird bei 4P sowas von zerrissen werden XD

Edith2: Und jetzt wissen wir auch wieso eigentlich kein Magazin eine Vorabversion zum testen bekommen hat.
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Avatar Toolshed_CL
Toolshed_CL
#4 | 12. Feb 2013, 10:14
Haha :P
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Avatar CookinT
CookinT
#5 | 12. Feb 2013, 10:17
Sehr schade aber nach den ganzen Trailern war es zu erwarten

ein AvP 1+2 in modern bleibt wohl weiterhin nur Wunschdenken
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Avatar Cuzen
Cuzen
#6 | 12. Feb 2013, 10:17
sehr schade, somit wirds leider nicht gekauft^^
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Avatar Sn0rr3
Sn0rr3
#7 | 12. Feb 2013, 10:18
Schade...echt schade. Hab mich auf das Spiel gefreut, aber das man es so dermaßen verhaut...*traurig* :(
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Avatar ThePath
ThePath
#8 | 12. Feb 2013, 10:18
"2005 hat angerufen und will seine Texturen zurück"

Made my Day :)
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Avatar Wari
Wari
#9 | 12. Feb 2013, 10:18
das wundert mich irgendwie nicht.. fand screens und videos immer schon gleichermaßen unansprechend...
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Avatar ItchySC2
ItchySC2
#10 | 12. Feb 2013, 10:19
Ich habe es geahnt, wollte es aber nicht wahr haben.

Das ganze erinnert mich sehr an Duke Nukem Forever. Da hatte Randy Pitchford vor dem Release eine Lobhymne nach der anderen über das Spiel zum Besten gegeben. Herausgekommen ist dabei lediglich absoluter Shooter Durchschnitt der von seiner Vorlage lebt.

Wie enttäuschend, dabei hatte ich mich wirklich gefreut...
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Details zu Aliens: Colonial Marines

Plattform: PC (PS3, Xbox 360, Wii U)
Genre Action
Untergenre: Ego-Shooter
Release D: 12. Februar 2013
Publisher: Sega
Entwickler: Gearbox Software LLC
Webseite: http://www.sega.de/alienscolon...
USK: Keine Jugendfreigabe
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 509 von 5705 in: PC-Spiele
Platz 85 von 749 in: PC-Spiele | Action | Ego-Shooter
 
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