Von Spielen, die sich in der Early-Access-Phase befinden, wird gemeinhin erwartet, dass ihre Entwickler zunächst einmal alles an deren Fertigstellung setzen. Ark: Survival Evolved hat diese Erwartungen enttäuscht: Relativ überraschend haben die Entwickler vor wenigen Tagen eine erste Inhalts-Erweiterung für das Survival-Spiel veröffentlicht - und verlangen dafür 19,99 Euro.

Fans und Spieler reagieren darauf reichlich ungehalten: Während die Erweiterung namens Ark: Scorched Earth selbst weitestgehend positive Bewertungen auf Steam bekommt, tendiert das Hauptspiel aktuell zur Bewertung »größtenteils negativ«.

Maurice findet: Erst kommt die Pflicht, dann der Bezahl-DLC

Kritik an Bezahl-Erweiterung für Early-Access-Spiel

In den Nutzer-Rezensionen auf der digitalen Vertriebsplattform lautet die Kritik relativ einhellig: Eine kostenpflichtige Inhalts-Erweiterung für ein Spiel zu veröffentlicht, das noch unfertig ist und sich in der Early-Access-Phase befindet, geht gar nicht. Zumal Ark: Survival Evolved wohl vor Add-on-Release über einen Monat lang keine neuen Updates mehr erhalten hat.

Nachdem unter anderem die Steam-Foren zum Spiel voll mit nicht immer konstruktiver Kritik waren, haben nun auch die Entwickler auf die schlechte Stimmung innerhalb der Community reagiert - und eine Stellungnahme verfasst.

Die Scorched-Earth-Veröffentlichung verteidigt das Studio Wildcard darin als eine Art notwendigen technischen Testlauf für die Integration weiterer Add-ons, sobald das Hauptspiel in einer finalen Release-Version veröffentlicht wurde. Man hat wohl vermeiden wollen, nach dem Retail-Launch von Ark: Survival Evolved auf Probleme mit der Implementierung neuer Erweiterungen zu stoßen.

Weitere Bezahl-DLCs wird es den Entwicklern zufolge nun auch nicht geben - zumindest nicht bis zum Release des Hauptspiels. Anschließend ist aber wohl mit diversen weiteren Erweiterungen zu rechnen. Es sei immer der Plan gewesen, sogenannte Expansion-Arks für Ark: Survival Evolved zu erstellen und diese mit dem Grundspiel zu verknüpfen, heißt es.

Entwicklung des Hauptspiels geht ungehindert weiter

Abschließend stellen die Entwickler noch einmal klar, dass sie sich weiterhin absolut der Entwicklung von Ark: Survival Evolved hin zu einem soliden, und hinsichtlich seiner Features robusten Spiel verpflichtet fühlen. Jedes Mitglied des Teams wache jeden Morgen auf und denke darüber nach, wie man Ark noch besser machen könne.

Studio in Geldnot?

So berechtigt die Kritik am Vorgehen von Wildcard aus Sicht der Spieler auch sein mag, und so unverständlich die Öffentlichkeitsarbeit der Entwickler hinsichtlich der aktuellen Diskussionen ist, so sehr könnte das Fortbestehen von Ark: Survival Evolved von der nun geschaffenen zusätzlichen Einnahmequelle abhängen.

Immerhin hat sich das Unternehmen erst im April 2016 im Rahmen eines Schlichtungsversuch zur Zahlung von 40 Millionen US-Dollar an Trendy Entertainment verpflichtet. Der offenbar berechtigte Anspruch geht aus Vorwürfen des Vertragsbruchs und des Verschleierungsversuchs gegen den Wildcard-Gründer Jeremy Stieglitz hervor.

Die ursprüngliche Forderung lag sogar bei 600 Millionen US-Dollar. Für ein kleines Indie-Studio wie Wildcard dürften aber schon die nun vereinbarten 40 Millionen US-Dollar ein schwerer Schlag sein. Gut möglich, dass Ark: Scorched Earth das Loch in der Kasse stopfen soll.

Ark: Survival Evolved befindet sich seit dem 2. Juni 2015 in der Early-Access-Phase. Der finale Release ist für das vierte Quartal 2016 geplant.

ARK: Survival Evolved - Screenshots zum TEK-Tier-Update