Hitman: Absolution mag ein tolles Spiel sein, aber da hat jemand die dümmste Gamedesign-Entscheidung der Welt getroffen: ständige Punktevergabe in einem Spiel, das auf Stimmung setzt. Der Hitman ist gesichtet worden? Zack, Punkte weg! Zu viel Krach gemacht? Zack, Punkte weg! Und am Ende des Levels gibt's gleich noch eine Übersicht, wo man im internationalen Online-Ranking steht. Besser kann man Atmosphäre nicht ermorden. Das muss doch jeder Spielentwickler erkennen, oder nicht?

Offensichtlich nicht, nein. Denn auch in der Kampagne von Battlefield 4 wird's Punkte geben. Und Achievements. Rankings. Challenges. Der ganze Quatsch. Mit Popups live ins eigene Spielerlebnis eingeblendet. »Hey, MasterBlaster1999 hat gerade einen neuen Rekord in diesem Level aufgestellt!« Wie schön für ihn! Ich dachte, ich wäre ein Soldat im verdeckten Einsatz in Aserbaidschan und nicht in einer Jahrmarktschießbude, und nein, ich kann gerade nicht die Headshot-Challenge von BloodyKiller1337 annehmen, ich muss meinem Kameraden das Bein amputieren, damit er nicht in den Flammen des abgestürzten Hubschraubers elendig zugrunde geht.

Die Ankündigung von Battlefield 4 : Amputation in Battlefield 4: Passen dramatische Szenen wie diese mit Highscore-Popups zusammen? Nein. Amputation in Battlefield 4: Passen dramatische Szenen wie diese mit Highscore-Popups zusammen? Nein.

Warum kommt man als Entwickler auf die bescheuerte Idee, in ein Spiel, das mit Atmosphäre überzeugen will, Achievements einzublenden? Weil die Kampagne von Battlefield 3 nicht das typische Battlefield-Gefühl vermittelt habe, erklärt Dice. Das mag ja stimmen, lag aber nicht daran, dass man da keine Punkte bekommen hätte.

Das Battlefield-Gefühl ist eines, das dicht mit dem Multiplayer-Erlebnis verknüpft ist. »Battlefield Moments« hat Dice diese absurden, witzigen Situationen getauft, die nur entstehen können, wenn menschliche Spieler mit verrückten Ideen, Experimentierfreude und jeder Menge Waffen und Fahrzeugen aufeinandertreffen. Solange Dice also keine solche KI programmieren kann (und das kann sicherlich so schnell niemand), wird es das Battlefield-Gefühl schwerlich in einer Kampagne geben.

Davon mal abgesehen haben Suicide-Buggys, MAV-Aufzüge oder Wing Walkers ohnehin nichts im ernsten Szenario eines Battlefield 4 zu suchen. Das erste Bad Company, das ja leider nie für PC erschien, vermittelte in seiner Kampagne noch am besten das Battlefield-Feeling, denn dessen Helden nahmen sich selbst nicht allzu ernst. Einen Special-Forces-Einsatz, der mit Punkten belohnt und mit Challenges garniert wird, den kann hingegen ich nicht ernst nehmen.

Ich habe Hitman: Absolution letztlich nicht weitergespielt. Das mit den Rankings ging mir zu sehr auf die Nerven. Nicht die besten Startbedingungen für die Kampagne von Battlefield 4 also. Aber vielleicht hat Dice ja dann doch noch ein bisschen Verstand und lässt mich den Quatsch einfach abschalten.