Wir singen unter der Dusche, joggen im Takt unseres »Power-Songs«, trommeln auf dem Autolenkrad das Lied aus dem Radio. Musik ist ein elementarer Bestandteil unseres Alltags. Das Action-Adventure Beatbuddy spinnt diesen Gedanken nicht nur weiter, sondern treibt ihn auf die Spitze.

Jede der sechs Welten, die wir im Verlauf unseres Abenteuers erforschen, lebt und bewegt sich im Rhythmus eines Songs - speziell für das Spiel komponiert von Künstlern wie Parov Stelar (gilt als Erfinder des Electro Swing) oder Austin Wintory (Grammy-Nominierung für den Journey -Soundtrack). Je mehr wir uns auf diese Musikwelt einlassen - sie also nicht nur sehen, sondern auch hören und fühlen - desto leichter fällt uns das Überleben und desto mehr wächst die Begeisterung für dieses Indie-Kleinod.

Wo kaufen?
Beatbuddy kostet rund 14 Euro und ist derzeit ausschließlich via Steam erhältlich. Nach einmaliger Aktivierung lässt sich das Spiel auch offline starten. Ein Weiterkauf ist durch die Steam-Kontenbindung nicht möglich.

Stau vorm Endkampf

Die Musikwelt hört auf den schönen Namen Symphonia und wird durch die Träume von drei schlafenden Geisterwesen namens Harmony, Melody und ihren kleinen Bruder Beatbuddy am Leben erhalten. Der fiese Prinz Maestro (erkennbar an seinem Größenwahn und dem Oberlippen-Schnörres) will die Kontrolle über die Musik und damit natürlich auch über die Welt erlangen und entführt deshalb kurzerhand Harmony und Melody. Das können wir uns als Beatbuddy natürlich nicht gefallen lassen und schwingen bzw. schwimmen uns auf zur Rettungsaktion.

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Beatbuddy
In der Dschungelwelt muss Beatbuddy schießenden Schnecken ausweichen. Klar klappt das auch mit Timing und Augenmaß. Viel leichter und spaßiger wird es jedoch, wenn wir uns einfach vom Beat treiben lassen.

So belanglos die Geschichte auch ist, so charmant und augenzwinkernd wird sie erzählt. Da mopsen wir uns ein Polizei-Fahrzeug, während dessen Besitzer gerade eine Pinkelpause einlegen. Oder der Weg zum Endkampf wird nicht von Soldaten, sondern durch einen waschechten Stau blockiert. Großartig auch, dass unsere Gesprächspartner nicht reden, sondern beatboxen - selbstverständlich immer im Rhythmus des jeweiligen Songs.

Auch die wunderschön handgemalten Spielwelten strotzen nur so vor liebevollen Details und witzigen Einfällen. Während der rund fünf bis sechs Spielstunden waren wir stets neugierig, was uns hinter der nächsten Ecke erwartet und wurden immer wieder aufs Neue überrascht. Erst und ausgerechnet beim ebenso abrupten wie unspektakulären Finale geht Beatbuddy die Ideenpuste aus.

Das Action-Adventure-ABC

Beatbuddy : Eines der einfacheren Rätsel: Wir müssen die Reflektoren so drehen, dass sie uns durch die brüchige Mauer untern links katapultieren. Eines der einfacheren Rätsel: Wir müssen die Reflektoren so drehen, dass sie uns durch die brüchige Mauer untern links katapultieren. Vom spielerischen Kern her ist Beatbuddy eigentlich nur ein durch und durch konventionelles Action-Adventure. Wir erforschen schwimmend die Gänge und Höhlen der sechs Welten von der Mine über den Dschungel bis zum Tempel, weichen Hindernissen und Fallen aus, lösen jede Menge Schalter- und Physikrätsel und verprügeln mit unseren blauen Fäusten immer mal wieder parasiten-artige Gegner.

Aufgelockert wird der typische Action-Adventure-Mix regelmäßig mit ebenso typischen Fahrzeugpassagen, in denen wir Hindernisse und Gegner mit der Bordkanone unseres »Bubblebuggys« aus dem Weg räumen. Nettes Detail: Beatbuddy lässt sich dabei sowohl direkt per Gamepad steuern als auch indirekt mit der Maus, bei letzterem folgt der blaue Held dann einfach unserem Mauszeiger. Beides funktioniert bei den Rätseln prima, in hektischen Actionsequenzen hätten wir uns aber etwas mehr Präzision gewünscht.