Black Mirror 3 - PC

Point & Click  |  Release: 04. Februar 2011  |   Publisher: dtp entertainment
Seite 1 2   Fazit Wertung

Black Mirror 3 im Test

Degeneriert bis ins Mark

Verflucht oder geisteskrank? Der blutige Kampf der Gordons geht mit Black Mirror 3 in die finale Runde. Und im Test beweist das Grusel-Adventure Format.

Von Michael Trier |

Datum: 04.02.2011


Zum Thema » Test-Video zu Black Mirror 3 Spielszenen und Kommentar » Demo zu Black Mirror 3 Herunterladen und ausprobieren Sieben Minuten. Die Handlung von Black Mirror 3 setzt sieben Minuten nach dem Schluss des Vorgängers ein. Das Ende von Black Mirror 2 war so offen wie ein Scheunentor und eine einzige Werbung für eine dritte Folge. Die damit so eine Art zweiter Teil des zweiten Teils ist, denn durch die übergangslose Fortsetzung wirkt es so, als habe der Publisher Dtp ein überlanges Spiel in zwei Hälften geteilt. Macht ja nix, wenn dann Qualität und Länge stimmen. Aber was machen die, die bisher noch nie im Zeichen des Schwarzen Spiegels gerätselt haben? Am besten erst mal den zu seiner Zeit wegweisenden ersten Teil spielen - und dann den zweiten Teil. Denn wer direkt mit Teil 3 in die Horror-Adventure-Reihe einsteigen will, versteht zu Beginn nur Bahnhof und Schlossabbrennen.

Ein junger Mann mit einer Fackel

Black Mirror 3 : Black Mirror Castle brennt und der Held wird festgenommen. So beginnt das Adventure. Black Mirror Castle brennt und der Held wird festgenommen. So beginnt das Adventure. Also: Es ist sieben Minuten nach Gemetzel, Flammeninferno und dämonischem Blutritual. Ein junger Mann mit einer Fackel in der Hand stürzt aus dem Wald mitten hinein in Black Mirror 3, sein Gesicht eine einzige Grimasse der Furcht. Unter irrem Geschrei flitzt der Kerl durch die nächtliche Botanik. »Hilfe, meine Mutter ist tot und meine Schwester, die Akademie, der Orden!« Und so weiter. Vielleicht keine so gute Idee, mit lodernder Fackel um ein gerade niederbrennendes Schloss zu rennen. So wird unser Held, der aus dem zweiten Teil bestens bekannte Darren Michaels alias Adrian Gordon, vom Fleck weg verhaftet.

Diese Anfangssequenz enthüllt grundlegende Stärken und Schwächen des Gruselabenteuers, und es zeigt sich für viele Spieler schon hier, ob sie mit Black Mirror 3 warm werden können. Denn man muss dazu über ein ausgeprägtes »Kopfkino« verfügen, also Spaß haben an Geschichten, die man durch seine Fantasie und Vorstellungskraft anreichert. Das Ausgangsmaterial dazu ist gut. Grafik und Animationen erreichen zwar längst nicht den neuesten Stand, aber sowohl Musik als auch Geräuscheffekte, die exzellente Vertonung aller Dialoge sowie die fesselnde Gruselgeschichte über die seit dem Jahr 1213 mit einem schrecklichen Fluch belegte Adelsfamilie Gordon schaffen die Basis für spannende Unterhaltung. Sofern man eben in der Lage ist, sich ausdrucksstarke Mimik und Gestik dazuzudenken.

Black Mirror 3

Wer dramaturgische Schnitte und wechselnde Kameraperspektiven in Dialogen und Zwischensequenzen braucht, um der Handlung die Dramatik und den Protagonisten ihre Emotionen abzunehmen, den können vielleicht die ausgefuchsten Rätselketten und Aufgaben Marke »Kopfnuss« bei der Stange halten, die Story wird ihn kaum erreichen. Dazu wirkt es einfach zu schwach, wenn eine Figur in einer Bildschirmecke über tragische Schicksale monologisiert oder gar von abgrundtiefer Bosheit überwältigt mit Teufelsstimme Drohungen hervorpresst, aber dabei steif und starr bleibt und höchstens mal rührend ungelenk mit den Armen wedelt. Erzählen kann Black Mirror 3, spannend unterhalten auch, aber ganz sicher nicht inszenieren, da muss die Imagination des Spielers aushelfen.

Der letzte Gordon

Aber nochmal alles zurück auf Anfang: Der Amerikaner Darren Michaels ist gar keiner und heißt auch nicht so. Erst ist vielmehr der letzte männliche Nachfahre namens Adrian des besagten englischen Adelsgeschlechts Gordon, dessen Geschichte weit bis ins Mittelalter zurückreicht. Aus Angst vor dem Familienfluch, der aus den männlichen Gordons meuchelnde Monster macht, wurde Baby Adrian samt Mutter unter falschem Namen (Michaels) in die USA verschifft und in England mittels gefälschter Sterbeurkunden für tot erklärt.

Nun versucht Adrian, das Geheimnis des Fluchs zu lüften und das Böse zu vernichten. Dabei sammelt er zunächst eifrig Beweise für seine Unschuld. Schließlich wird er vom oberfiesen Kommissar verdächtigt, eine Frau ermordet, ein Schloss abgefackelt und dabei den Tod von vier weiteren Menschen verschuldet zu haben, darunter seine Mutter. Kein Wunder, dass er jeden Tag einen Pflichttermin bei einer Psychologin hat, die ihn zu seinen bizarren Alpträumen und Visionen befragt. Denn urplötzlich befallen den eigentlich sanften, freundlichen Adrian finsterste Mordfantasien, in denen er seinem Gegenüber schon mal einen Bleistift durchs Auge hämmert oder ihm mit Zerstückelung droht. Hier bringt Black Mirror 3 einen der Erfolgsfaktoren der Serie ins Spiel: die immer wieder aufkeimende Ungewissheit, ob es den Fluch und damit eine böse Macht überhaupt gibt, oder ob das Geschlecht der Gordons ganz profan mächtig einen an der Waffel hat. Geisteskranke Schlächter, degeneriert bis ins Mark.

Gar nicht degeneriert sind die Rätsel von Black Mirror 3. Wir sammeln zunächst nützliche Dinge im traditionellen Klapp-Inventar am unteren Bildschirmrand, zum Beispiel eine Karte mit Schnellreisefunktion und ein Tagebuch, in dem die wichtigsten Handlungsstränge dokumentiert und die nächsten Aufgaben festgehalten werden. Lösungs-Tipps gibt es allerdings nicht. Die Bedienung ist durchweg komfortabel, die (abschaltbare) Hotspot-Anzeige weist auf die zahlreichen interaktiven Punkte hin. Allerdings sind in der Regel nur wenige Klickstellen handlungsrelevant. Es fehlt eine Rennen-Funktion per Doppelklick, lediglich zu interaktiven Punkten und Ausgängen »beamt« sich der Protagonist; im Handlungsverlauf übernimmt der Spieler auch mal einen anderen Charakter, um so »zweigleisig « Aufgaben zu lösen.

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Avatar Albuin
Albuin
#1 | 04. Feb 2011, 14:24
Die Box mit allen 3 Teilen ist schon unterwegs :D
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Avatar CloudS83
CloudS83
#2 | 04. Feb 2011, 15:01
Zitat von Albuin:
Die Box mit allen 3 Teilen ist schon unterwegs :D


Meine ist heute gekommen :D fange nochmal mit teil 1 an ^^
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Avatar Ephialtes
Ephialtes
#3 | 04. Feb 2011, 15:15
Echt ein klasse Spiel. Schade, dass ich das erste schon besitze, da bezahle ich für die Box noch drauf.

Gibt's das auch bei Steam?
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Avatar Sekedow
Sekedow
#4 | 04. Feb 2011, 15:21
Black Mirror ist für mich wie Lost. Toll inszeniert, super Spannung...aber das Ende war enttäuschend bis lächerlich. Jemand der Teil 3 durch hat, soll mal bescheid sagen, ob das Ende wieder so schlecht ist.
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Avatar schizzl
schizzl
#5 | 04. Feb 2011, 15:56
Zitat von Sekedow:
Black Mirror ist für mich wie Lost. Toll inszeniert, super Spannung...aber das Ende war enttäuschend bis lächerlich. Jemand der Teil 3 durch hat, soll mal bescheid sagen, ob das Ende wieder so schlecht ist.
Teil 2 hatte ja ein offenes Ende, Teil 3 soll die Trilogie beenden! Ich denke mal das wird ein ordentliches ende
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Avatar Sekedow
Sekedow
#6 | 04. Feb 2011, 16:06
Teil 2 hatte genau das gleiche Ende wie Teil 1!
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Avatar realCHAOS
realCHAOS
#7 | 04. Feb 2011, 16:53
Ohman die Story des kompletten 2ten Teils gespoilert ... wers so mag.
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Avatar Razzaro
Razzaro
#8 | 04. Feb 2011, 18:39
Zitat von realCHAOS:
Ohman die Story des kompletten 2ten Teils gespoilert ... wers so mag.


Es wurde nix gespoilert! Black Mirror 2 endet nicht wie der erste...
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Avatar Albuin
Albuin
#9 | 04. Feb 2011, 19:59
Zitat von Mr.Wheeler:


Es wurde nix gespoilert! Black Mirror 2 endet nicht wie der erste...


Ich glaube er meinte im Test, die Sache mit Adrian und so...

@CloudS83
Meine kommt erst nächste Woche. Das ist das blöde wenn man in Österreich wohnt. Man hat zwar keine USK und nervige Politiker die gegen Spiele wettern, aber auf vorbestellte Spiele muss man warte :(
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Avatar Svenc
Svenc
#10 | 05. Feb 2011, 10:38
Zitat von Sekedow:
Black Mirror ist für mich wie Lost. Toll inszeniert, super Spannung...aber das Ende war enttäuschend bis lächerlich. Jemand der Teil 3 durch hat, soll mal bescheid sagen, ob das Ende wieder so schlecht ist.



Habe den ersten Teil aus der aktuellen GS-Ausgabe mal wieder installiert. Zum ersten Mal seit Jahren. Er profitiert sehr von der Lokalisierung - selbst eine kleine Nebenrolle wie der Totengräber ist mit dem Synchronsprecher von Doug Heffernan besetzt. Und er fängt die Stimmung klassischer Schauerliteratur ganz gut ein. Deshalb spiele ich das Spiel mal wieder. Denn es ist sehr nett. Und für Gruselfans lohnt sich ein Durchspielen halt schon.

Aber jedes Mal, wenn ich in der aktuellen GS-Ausgabe dann etwas von "modernem Genreklassiker" lese, schauerts mir auch ein bisschen. Genreklassiker, das waren mal die Werke von Autoren wie Jane Jensen, Tim Schafer, Jordan Mechner. Spiele, die dann doch in einer anderen Liga kickten. Sowohl von der Inszenierung als auch der Schreibe und vor allem Charakterisierung: Den Demos der Nachfolger zu urteilen wurden sie von jemandem geschrieben, der Dialogoptionen a la "Ich beichte ihnen jetzt auf Mausklick meine Lebensgeschichte" bisweilen für Charakterzeichnung hält.

Auch die meisten Rätsel in BM sind nichts Besonderes. Wenn man mal hängt, dann meistens deshalb, weil man einen der oft ganz gut versteckten oder plötzlich aktiven (Runaway-Syndrom) Hotspots übersehen hat. Hinzu sind einige Puzzles komplett Trial&Error (Schalterrätsel), und einen Schlüssel-Fetisch hatte der Designer auch.

Ich bin auch nicht mit allem einverstanden, was die direkten Erben oben genannter Genreklassiker bei beispielsweise Telltale so machen. Aber so leicht die Spiele sein mögen: In fast jeder Episode von Tales Of Monkey Island fand ich mindestens ein Puzzle, das origineller war als jede Neuauflage der Schlüssel- Logik- und Schalter-Rätsel in Black Mirror - oder etwa der Demo zu diesem neuen Teil. Dialog-Optionen tauchen in Black Mirror manchmal ebenfalls völlig willkürlich auf: Wer weiß, dass er nach Erstellen eines Schlüsselabdrucks statt dem Butler, dem Knecht, dem Onkel, dem Totengräber, den Pfandleiher, den Laufburschen den Wirt ansprechen muss, um sich durch die zwingende Dialog-Option "Wer kann mir hieraus einen Schlüssel machen?" zu bekommen, muss hellseherische Fähigkeiten besitzen. Kein Einzelfall.

Moderner Klassiker? Irgendwie sind die soliden Adventures von damals heute die Referenzklasse geworden - wenn man unserer Presse hierzulande glaubt. Denn dass diverse "Hit"-Adventures im Ausland sogar auf vielen Adventurefanseiten nicht mehr ganz so gut wegkommen, hat womöglich nicht immer etwas mit einer schlechten Lokalisierung zu tun.

Ach ja, BM3. Die Demo begeisterte mich so mittel - und die "Auftrags"-Sequels von Cranberry scheinen vom Grundtenor ebenfalls nur am Rande mit dem Original zu tun zu haben. Aber auch sie sind bestimmt ganz ordentliche Spiele.
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Details zu Black Mirror 3

Plattform: PC
Genre Adventure
Untergenre: Point & Click
Release D: 04. Februar 2011
Publisher: dtp entertainment
Entwickler: Cranberry Production
Webseite: http://www.blackmirror-game.de/
USK: Freigegeben ab 16 Jahren
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 1055 von 5683 in: PC-Spiele
Platz 35 von 300 in: PC-Spiele | Adventure | Point & Click
 
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