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Wir retten New York, wir sprengen die halbe französische Hauptstadt in die Luft, wir rumpeln mit Panzern durch ein Parkhaus in Hamburg, wir infiltrieren eine Burg irgendwo im tschechischen Nirgendwo, wir ballern uns durch Somalia und so weiter. Ein Parforceritt über den Globus. Das Finale der Shooter-Reihe dreht noch mal richtig auf. Viele Missionen, die wir in den Vorgängern noch als imposant empfunden haben, wirken nun im Vergleich zum Spektakel des dritten Teils fast schon niedlich. Und man muss schon verflixt abgebrüht sein, wenn man keine Gänsehaut beim unübersehbaren Höhepunkt unter dem Eiffelturm in Paris bekommt. Modern Warfare 3 verspricht uns ein Action-Feuerwerk. Und das bekommen wir auch. Allerdings eines mit einem schalen Beigeschmack.

Getrennte Tests zu Solo- und Multiplayer-Modus
Die Call of Duty-Serie hatte immer einen starken Fokus auf die Solo-Kampagne, anders als beispielsweise Battlefield. Inzwischen ist der Multiplayer von Call of Duty allerdings für den Großteil der Spieler zum wichtigsten Teil der Reihe geworden. Deshalb testen wir Solo- und Multiplayer in getrennten Artikel und vergeben zwei Wertungen. Multiplayer-Test und -Wertung reichen wir zeitnah nach.

Call of Duty: Modern Warfare 3 : Der Anflug auf Hamburg erinnert auf wunderschöne Art an die Mission »Charlie surft nicht mehr« aus dem ersten Modern Warfare.

Anflug auf Hamburg
Der Anflug auf Hamburg erinnert auf wunderschöne Art an die Mission »Charlie surft nicht mehr« aus dem ersten Modern Warfare.

Bewährte Kriegsführung

Wer die Vorgänger, Call of Duty: Black Opsoder jüngst die Solo-Kampagne des Konkurrenten Battlefield 3gespielt hat, wird in Sachen Spielmechanismen nicht überrascht, und das erwartet auch niemand. Zumeist geht’s durch Schlauchlevels, in denen sich uns Gegnerhorden in den Weg stellen oder in denen wir aus der Luft beschossen werden. Den Feinden rücken wir mit dem namensgebenden modernen Kriegsgerät auf die Leiber: Wir schießen mit Hightech-Gewehren, wir ballern uns mit Hilfe von Nachtsichtgeräten durch finstere Katakomben, wir pulverisieren mit C4 Türen, wir sprengen per Reaper-Drohne Panzer und Helikopter in die und aus der Luft.

Call of Duty: Modern Warfare 3 : In Afrika bombardieren wir anrückende Feinde mit Mörsern. In Afrika bombardieren wir anrückende Feinde mit Mörsern. Wir schrotten sogar ziemlich lässig die ganze russische Flotte, indem wir einfach ihre eigenen Raketen auf sie lenken. Prima zwischen den großen Knallmomenten: die immer wieder kehrenden kleinen Skripts, in denen wir innerhalb des jeweils vorgegebenen Rahmens dennoch agieren dürfen. Wir rutschen beispielsweise einen Berg hinunter, können unsere Figur (und sagen bewusst nicht »Held«) dabei aber noch steuern, um sicher im Fluss zu landen - und nicht etwa auf hartem Fels. So addiert sich zum Gegnerplätten noch eine hübsche Dynamik abseits von Schießprügel und Co.

Scheitern als Spielprinzip

Nach einer Weile haben wir allerdings einfach aufgehört, zu zählen, wie oft wir in den (wie immer in einem Modern Warfare) unterschiedlichen Rollen von den Füßen gesprengt, aus einem Fahrzeug geplumpst oder von einem Hochhaus gefallen sind. So ist's im Krieg nun mal, ständig dotzt man auf die Nase. Der Ego-Shooter demonstriert das eindrucksvoll, und nicht nur durch die Fallsucht der Charaktere, sondern auch durch ihr häufiges Scheitern.

Überproportional oft geht ein Einsatz in die Hose, mindestens zweimal endet es damit, dass unser Zielobjekt vor unseren Augen von einem Helikopter davon getragen wird und wir unverrichteter Dinge abziehen müssen. Serientypisch endet es auch mal damit, dass wir schlicht und ergreifend ins Gras beißen - und erst dann bringt der Helikopter unser Zielobjekt weg. Das ärgert, weil man doch gewinnen will, weil man einer von den Guten ist und überhaupt. Außerdem möchte man für die vorherige Mühe belohnt werden, aber Modern Warfare 3 lacht einem in solchen Momenten höhnisch ins Gesicht und verspricht gleichzeitig, dass es in der nächsten Mission wieder besser wird.