Command & Conquer (2013) in der Vorschau
Der General ist zurück
Free2Play-Konzept, keine Solo-Kampagne, Online-Zwang - ist das noch C&C? Wir haben das Strategiespiel gespielt und sagen: Ja, ist es. Nur eben gratis. Und ohne Kampagne. Vorerst.
Von
Daniel Matschijewsky
|
Datum:
25.02.2013
Command & Conquer
reiht sich in eine interessante Schlange ein. Denn es gibt mittlerweile kaum eine große Strategieserie, die von ihrem Entwickler noch nicht zum Free2Play-Spiel umgemodelt wurde.
Die Siedler
,
Cultures
,
Anno
,
Heroes of Might & Magic
,
Age of Empires
. Und nun auch C&C.
Als diese Meldung die Runde machte, bissen Millionen Fans rund um den Globus in ihre Mäuse. Das können die doch nicht machen! Und überhaupt ist die Serie seit dem mäßigen
Command & Conquer 4
doch ohnehin tot!
Als Electronic Arts dann noch verkündete, das neue C&C werde keine Solo-Kampagne, sondern nur Online-Gefechte bieten, glaubte wohl keiner mehr an eine Rückkehr der einst ruhmreichsten aller Strategiereihen. Zugegeben, auch wir hatten unsere Zweifel.
Umso überraschter waren wir, als wir das neue Command & Conquer, die Fortsetzung des brillanten
C&C: Generäle
von 2003, einen ganzen Tag lang in einer frühen Alpha-Version spielen konnten. Denn: Es fühlte sich »wie früher« an. So als ob die letzten zehn Jahre - mitsamt all der C&C-Fehltritte der jüngeren Vergangenheit - gar nicht passiert seien.
Bilder vom Entwickler
Obwohl wir Generals 2 selbst spielen konnten, durften wir keine eigenen Screenshots anfertigen. Was Sie auf den Bildern sehen, entspricht jedoch dem tatsächlichen grafischen Niveau des Spiels. Ebenfalls eine gute Nachricht: Obwohl es sich um eine frühe Alpha-Version handelte, lief das Programm zumindest auf unserem Präsentations-Rechner stets flüssig.
Das ist erst der Anfang
Basisbau der alten Schule. Hier ziehen wir einen Stützpunkt der GBA hoch.
Wobei, im Hauptmenü vom neuen Command & Conquer erinnert noch recht wenig an frühere C&C-Zeiten. Vielmehr gleicht der Start-Bildschirm einer Online-Rollenspiel-typischen Schaltzentrale, in der wir Freundeslisten verwalten, mit anderen Spielern chatten, unsere Achievements einsehen und weltweite Ranglisten überprüfen.
Electronic Arts‘ Plan: Command & Conquer zu einem dauerhaft vernetzten Online-Portal zu machen, das von den Entwicklern sukzessive ausgebaut werden kann, vergleichbar mit Maniaplanet, Ubisofts Plattform von
Trackmania
und
Shootmania
. Tim Morten, der Senior Development Director von C&C, erzählt uns, dass man für die nahe Zukunft auch die Unterstützung von Clans und Turnieren nebst Spectator-Modus einplane.
Zudem werde das Programm nach und nach inhaltlich ausgebaut, unter anderem durch zusätzliche Karten und Spielmodi. »Und ja, eine Solo-Kampagne steht ebenfalls auf der Liste«, beantwortet Tim unsere eindringlichste Frage. Denn: Command & Conquer soll erst mal als reiner Multiplayer-Titel erscheinen, dem Einzelspieler-Feldzug möchte EA nachreichen. Wie lange wir nach dem Serverstart darauf warten müssen, lässt Morten aber offen.
Generäle zu verkaufen
Sehr präzise äußert sich Morten hingegen zum integrierten Item-Shop. »Es wird kein Pay2Win geben«, verspricht er. Vielmehr werden die kaufbaren Gegenstände lediglich kosmetischer Natur sein oder dem Spieler durch Erfahrungspunkte-Boni Zeit ersparen. Zwar soll es für jede Fraktion gegen bares Geld auch neue Generäle nebst individuellen Talenten geben.
Die GBA hat keine Luft-Abwehr errichtet - freie Bahn für unseren mit Raketen bewaffneten Propeller-Flieger.
Mit viel Geduld und Spucke lassen sich die Zusatzinhalte aber auch ohne den Einsatz echter Euros freispielen. Wie viel Zeit in dieses »Grinding« letztlich investiert werden muss, bleibt zwar abzuwarten. Grundsätzlich finden wir Electronic Arts‘ Free2Play-Konzept aber gut. Erst mal.