Verfahrensgegenständlich ist das Spiel "Command & Conquer - Generals" für PC in der US-Fassung, das 2003 von der Firma Electronic Arts hergestellt wurde. Besagte Firma ist Inhaberin aller Rechte. Als minimale Systemvoraussetzungen benötigt man zur Inbetriebnahme des Spiels einen Rechner mit Pentium III/ AMD Athlon CPU mit 800 MHz (oder Kompatible), 128 MB RAM, eine DirectX 8.1 kompatible Grafikkarte mit 32 MB RAM unter Verwendung eines GeForce2, Radeon 7500 oder aktuelleren Chipsatzes, 8fach CD-Rom, 1,8 GB Festplattenspeicher und Win 98, 2000, ME oder XP. Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) hat das Spiel eingestuft mit "geeignet ab 16 Jahren".

"Command & Conquer - Generals" ist ein Echtzeit-Strategiespiel für PC. Der Spieler übernimmt dabei die Rolle eines Befehlshabers über die Armeen von jeweils drei zur Wahl stehenden Parteien: USA, China und die staatenlose "Global Liberation Army" (GLA), eine Terrororganisation. Im Einzelspielermodus von "Generals" kämpft die GLA in Zentralasien und dem Nahen Osten gegen China und die USA. Die vom Spieler auszuführenden Missionen im Rahmen der GLA-Kampagne beinhalten in erster Linie das Ausüben von Anschlägen gegen Installationen der feindlichen Armeen und zivile Einrichtungen, während die USA und China versuchen, die Bedrohung von Seiten der GLA einzudämmen. Im Mehrspielermodus tritt der Spieler gegen menschliche oder computergesteuerte Gegner an, wobei die Wahl der Parteien frei ist.

Die drei Spiel-Parteien unterscheiden sich stark in den zur Verfügung stehenden Einheiten und damit in den vom Spieler zu wählenden Taktiken. Die USA verfügen über eine hochtechnisierte, aber dafür kostenintensive Armee. Ihre Luft- und Bodeneinheiten sind in offenen Gefechten den Truppen der Gegner meist überlegen. Die amerikanischen Einheiten sind leicht futuristische Anlehnungen an real existierende Waffensysteme der Vereinigten Staaten. So kann der Spieler z.B. Panzer, Tomahawk-Raketen, Chinook-Hubschrauber und Tarnkappenbomber einsetzen. Die Gebäude der USA betonen ebenso die technische Überlegenheit der Amerikaner: Strategiezentren dienen der militärischen Forschung, Patriot-Raketensysteme übernehmen die Verteidigung der Basis und moderne Fusionsreaktoren sorgen für die für den Betrieb der Anlagen notwendige Energie. Aus der technischen Überlegenheit der USA ergibt sich für den Spieler eine Vielzahl von möglichen Spieltaktiken: er kann sowohl direkte Bodenangriffe als auch gezielte Luftattacken oder Kommandoeinsätze ausführen.

Die chinesische Armee in "Generals" setzt ihren Schwerpunkt auf Bodeneinheiten. Sie setzt eine Reihe unterschiedlicher Panzer ein. Ihre Stärke liegt dabei in der Masse: eine Ansammlung von chinesischen Panzern oder Infanterie erhöht im Verband ihre Kampfwerte. Ausserdem kann der Spieler "Propaganda-Einheiten" einsetzen, um die Kampfkraft und Heilungsrate seiner Truppen zu erhöhen. Die Luftwaffe Chinas reduziert sich auf Kampfbomber, die Napalm abwerfen. Besonderheit der chinesischen Armee sind verschiedene Arten der elektronischen Kriegsführung. China kann Hacker einsetzen, um feindliche Gebäude lahmzulegen oder zu übernehmen und um gegnerische Stützpunkte zu bestehlen. China setzt zur Energiegewinnung und im Kampf Atomenergie ein. Panzer und Kraftwerke werden mit Kernenergie versorgt, die Panzer können darüber hinaus mit Uran-Geschossen bewaffnet werden. Außerdem kann der Spieler taktische und strategische Atomwaffen einsetzen. Der Einsatz von Atomwaffen sowie die Zerstörung einer atombetriebenen Einheit oder Anlage verseucht das Umfeld für längere Zeit mit radioaktiver Strahlung, die für Infanterie in Sekundenschnelle zum Tode führt. Der Spieler auf Seiten Chinas wird bevorzugt direkte Offensiven als Spieltaktik einsetzen, weil der Schwerpunkt dieser Partei auf Massenangriffen mit Bodeneinheiten, unterstützt von Artillerie und Atomwaffen, liegt.

Obwohl die Truppen der GLA zumindest zu Beginn des Spiels im Irak ansässig sind, scheinen sie nicht staatsgebunden zu sein und haben daher keine Unterstützung einer organisierten Armee. Entsprechend muss der Spieler hier auf waffenstarrende Technologie verzichten. Die Bodeneinheiten der GLA bestehen in erster Linie aus veralteten Waffensystemen ehemaliger Ostblockstaaten oder improvisiertem Kampfgerät. Lufteinheiten fehlen völlig. Da die GLA direkten Kämpfen mit den USA oder China nicht standhalten kann, bedient sie sich verschiedener Guerilla-Taktiken. Sie besitzt ein breites Arsenal von biologischen und chemischen Waffen, die ganze Landstriche verseuchen können und für Infanterie in Sekunden zum Tode führen. Diese Waffen, zu denen auch das berüchtigte Anthrax gehört, werden u.a. durch Scud-Raketen ausgebracht. Desweiteren kann die GLA Selbstmord-Attentäter einsetzen, die mit Sprengstoff bestückt in die gegnerischen Reihen stürmen. Um die Effektivität des Selbstmord-Attentäters zu erhöhen, kann dieser zivile Fahrzeuge als Tarnung benutzen. In ähnlicher Weise verfügt die GLA über Selbstmord-Trucks, die mit Sprengstoff und/oder biologischen Waffen ausgestattet werden und sich als beliebiges Fahrzeug tarnen können. So können sie sich unerkannt feindlichen Truppen oder Gebäuden nähern und detonieren. In ähnlicher Weise können Infanteristen der GLA, solange sie unbeweglich bleiben, für den Gegner unsichtbar werden. Der derart getarnte "Hijacker" ist so in der Lage, gegnerische Fahrzeuge zu übernehmen. Der GLA-Spieler muss dem direkten Kampf ausweichen und stattdessen mit gezielten Anschlägen und schnellen Angriffen auf unterlegene Ziele seine Gegner besiegen.

Der Spieler erhält u.a. für Einheiten, die er zerstört, Erfahrungspunkte, die er verwenden kann, um verschiedene Spezialwaffen freizuschalten. Dazu gehören verschiedene Arten von Luftunterstützung, die Fähigkeit, Spezialeinheiten zu bauen, oder, auf der höchsten Erfahrungsstufe, verschiedene Massenvernichtungswaffen: Die USA können in regelmäßigen Abständen Treibstoffbomben anfordern, die weite Gebiete in Schutt und Asche legen, China kann mit einem elektromagnetischen Impuls großflächig Gebäude und Fahrzeuge lahmlegen und die GLA kann Anthrax-Bomben abwerfen. Das Spiel wird in der genreüblichen isometrischen Perspektive dargestellt, der Spieler blickt von schräg oben auf das Geschehen. Die Grafik von "Command & Conquer - Generals" stellt eine neue Grafik-Referenz im Bereich der Echtzeit- Strategiespiele. Das Spiel präsentiert sich in detaillierter 3D-Grafik, die Maßstäbe setzt. Explosionen werden sehr realistisch dargestellt, aufwändige Partikeleffekte beleben das Bild, die Einheiten und Kulissen wie Gebäude und Natur sind lebensnah modelliert und animiert. Raketen und Flugzeuge ziehen Rauchschweife, zerstörte Einheiten zerbersten in ihre Einzelteile. Durch ABC-Kampfstoffe verseuchte Gebiete werden mit leuchtend bunten Nebelschwaden visualisiert. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beantragt die Indizierung des obengenannten Spiels, da dessen Inhalt geeignet sei, Kinder und Jugendliche sozialethisch zu desorientieren.

Eine Benachrichtigung der Verfahrensbeteiligten ist gemäß § 15 GjS wegen der Eilbedürftigkeit der Anordnung der Listenaufnahme nicht erforderlich. Ihr wurde jedoch die Gelegenheit gegeben, innerhalb von zwei Tagen eine Stellungnahme abzugeben. Die Verfahrensbeteiligte hat sich jedoch nicht geäußert. Wegen der weiteren Einzelheiten des Sach- und Streitstandes wird auf den Inhalt der Prüfakte und auf den des Computerspiels Bezug genommen. Das Spiel wurde den Mitgliedern des Dreiergremiums in der Sitzung vom 25.02.2003 in seinen wesentlichen Teilen vorgeführt und erläutert. Sie haben die Entscheidung sowie die Entscheidungsbegründung in vorliegender Fassung einstimmig beschlossen und gebilligt.