Auf der Spielemesse PAX East in Boston hat der DayZ-Schöpfer Dean Hall neue Details zur Standalone-Version von DayZ verraten . Unter anderem ging er dabei auf das Inventar-System, die Client-Server-Architektur, Crafting und Radios sowie das Medizin-System ein.

Zielen mit Schusswaffen

Anders als noch in der Modifikation wird man in der Standalone-Version wird die ausgerüstete Waffe nicht mehr ständig im Anschlag gehalten. Vielmehr sollen Schusswaffen standardmäßig auf den Boden gerichtet sein - richtig gezielt wird erst, wenn die entsprechende Taste gedrückt gehalten wird. Mit diesem kleinen Design-Kniff wollen die Entwickler der bisherigen Kill-on-Sight-Mentalität entgegen wirken. Aktuell gilt auf DayZ-Servern eher die Regel »Erst schießen, dann fragen«. Sollte das neue System allerdings nicht gut von der Spielerschaft angenommen werden, könnte man auch auf das neue »Combat Pace« Zielsystem umschwenken, das aktuell in Arma 3 genutzt wird. Das Sysem wollen die Entwickler zur Sicherheit ebenfalls in die Standalone-Version implementieren.

Inventarsystem

Als zweiten Punkt sprach Hall das neue Inventar-System an und präsentierte einen ersten Prototypen, der jedoch noch mit von Programmierern erstellten Grafiken versehen war. Derjenige, der für das neue System zuständig sei, sei gleichzeitig auch ein großer Rollenspiel-Fan, so Hall. Deshalb erinnere das neue Inventar auch sehr an Rollenspiele. Die Grundidee sei es jedoch, Gegenstände einfach per Drag&Drop mit der Maus in die verschiedenen "Kontainer" eines Charakters zu ziehen und so auch wieder fallen lassen zu können. Mit Kontainern meint Hall Jacken, Hosen, Taschen, Gürtel und so weiter - also quasi alles, in dem man auch im echten Leben Gegenstände transportieren kann. Wenn man im Inventarmenü Dinge aufeinander ziehe, könne man - die richtigen Zutaten vorausgesetzt - Gegenstände herstellen. Das Ganze werde ähnlich funktionieren, wie etwa bei Space Station 13. Außerdem werde es Quick-Slots geben, die frei mit Waffen und Gegenständen belegbar seien. Das gesamte Inventar-System wiederum sei durch XCOM: Enemy Unknown inspiriert, so Hall.

Client-Server-Architektur

Anschließend ging Hall auf die neue Client-Server-Architektur ein. Laut Hall sei die der Hauptgrund dafür, dass die der Release der Alpha-Version noch verschoben werden muss. DIe Entwickler wollen die Architektur erst komplett fertig stellen, bevor Spieler sie testen können. Wann das so weit ist, soll erst im Juni entschieden werden. Vorher will Hall noch eine Mount-Everest-Tour bestreiten, während der vorerste keine neuen Features ins Spiel implementiert werden. Stattdessen werde sich das Team in dieser Zeit ganz der Client-Server-Architektur widmen. Sobald Hall dann im Juni zurück sei, würde man darüber entscheiden ob sie wirklich fukntioniert. Erst dann könne man nämlich garantieren, dass das Hacking und Exploiting im Spiel auf ein Minimum reduziert wird. Alle anderen Systeme würden laut Hall bereits funktionieren.

Crafting und Funkgeräte

Zu diesen funktionierenden Systemen gehöre auch das Radio-System, an dem man in den vergangenen Wochen mehr oder weniger im Geheimen gearbeitet habe. Das soll ähnlich funktionieren, wie in der ACRE-Modifikation für ArmA - allerdings nutze man eine vereinfachte Version. Ähnlich wie im bereits oben genannten Space Station 13 werde man in der DayZ-Standalone die Lautsprecher und das Mikrofon von Funkgeräten einzeln an- und ausschalten können. So könne man etwa ein Funkgerät mit ausgeschalteten Lautsprechern auf dem Boden platzieren, und sämtliche Aussagen aus dem Direct-Chat damit aufnehmen - oder mit einem zweiten, auf dieselbe Frequenz eingestellten Gerät von einem anderen Ort aus abhören. Außerdem werde man durch das Crafting-System Kopfhörer herstellen können, so dass das Radio keine verräterischen Geräusche mehr mache, wenn man es benutzt, so Hall.

Das Medizin-System

Anschließend ging Hall noch auf das neue Medizin-System ein, das deutlich komplexer als noch in der DayZ-Mod werden soll. So wird es in der Standalone-Version Lebenspunkte, Blut, Durst und Hunger geben. Blut werde sich nur dann regenerieren, wenn man keinen Durst und keinen Hunger hat, allerdings könne man die Lebenspunkte nicht mehr dadurch auffüllen, dass man Unmengen an Getränken oder Essen zu sich nimmt, so Hall. Generell werde man nämlich auf seine Ernährung achten müssen, sonst könnte das unangenehme Folgen für den eigenen Spielcharakter haben. Wenn man angeschossen wird, dann soll der Spieler Lebenspunkte verlieren und jede Menge Blut verlieren - außerdem bestehe die Chance, das man auch weiter blutet. Auch soll es den bekannten Schockzustand geben. Wenn man etwa mit einem Baseballschläger am Kopf getroffen wird ohne einen Helm zu tragen, verstärkt sich der Schockzustand und wenn dessen Wert den Blutwert ansteigt, dann werde man in Ohnmacht fallen. Hall selbst hält das System jedoch für etwas schwierig zu erklären, weshalb er demnächst noch in einem extra Dev-Blog darauf eingehen will. Am Ende werde man jedoch versuchen, das alles nicht durch Icons auf der Benutzeroberfläche zu verwirklichen, sondern durch konsistente Dinge im Spiel selbst darzustellen, so Hall.

Nahkampf und neues Skelettsystem

In den vergangenen Wochen habe man zudem sehr viel Zeit in den Nahkampf der DayZ-Standalone investiert. Unter anderem sei es nun möglich, einfach mit den Fäusten zuzuschlagen oder ähnliche Dinge zu tun. Außerdem werde es deutlich weniger Waffen geben, so dass der Nahkampf eine gewichtigere Rolle im Spiel einnehmen soll. Unterstützt werde das durch ein neues Skelettsystem, mit dem man das mittlerweile acht Jahre alte ArmA-System ersetzten will. Die Arbeitszeit die man darin investiert habe, habe sich bereits ausgezahlt, denn das neue System sorge für deutlich bessere Animationen und dafür, dass das Spiel in Third-Person- und First-Person-Ansicht gleich gut aussehe. Hall wählt als Beispiel dafür das Mittelalter-Actionspiel Chivalry: Medieval Warfare. Man könne in der Ego-Perspektive nun die eigenen Fäuste und Arme sehen und so auch ausmachen, wohin genau man schlägt. Das sei umso wichtiger, da man in der Standalone kein Fadenkreuz mehr haben soll.

Road-Map

Abschließend erläuterte Hall noch einmal den Fahrplan für die kommenden Monate und unterstrich dabei noch einmal, dass nicht vor Juni 2013 mit einem Release der Alpha-Version der DayZ-Standalone zu rechnen sein wird. Außerdem erklärte er, dass es zur Veröffentlichung noch keine Vehikel geben wird. Damit zu rechnen sei erst im August oder September, da man verhindern wolle, dass sich das Fahren so anfühle, als müsse man »Steine durch die Gegend schieben«. Außerdem wolle man das System vollständig Individualisierbar machen, damit die Spieler sich selbst Fahrzeuge nach ihren eigenen Wünschen bauen könnten, so Hall. Und auch der Basenbau werde es erst etwas später ins Spiel schaffen, dann soll er aber ähnlich wie die Basisschiffe in EVE Online funktionieren. Aber nicht vor Ende 2013. Die Entwickler beabsichtigen aber die Standalone von DayZ mindestens ein Jahr lang nach dem Release der Alpha wöchentlich zu updaten.