Zum Thema » Scheinheilige Kritiker Benjamin Danneberg hält die Kritik an Star Citizen für übertrieben » Roadmap für Star Citizen Wie geht's 2015 weiter? » Test zu Elite: Dangerous Das unepische Epos 25 Millionen Stück - so viele Spiele hat die Descent-Reihe angeblich verkauft. Behauptet zumindest Eric Peterson, der die Reihe wiederbeleben will. 600.000 Dollar Startkapital will er für Descent Underground auf Kickstarter einsammeln. Auf der Homepage zum Spiel kann durchgehend bis zum Release Geld gespendet werden. Ein Modell, das Peterson aus erster Hand kennengelernt hat. Fans von Star Citizen kennen ihn bereits seit Jahren als »Wingman« von Chris Roberts. Seine Show »Wingman's Hangar«, in der er einen Blick hinter die Kulissen der Entwicklung gab, zählte über Monate zum festen Programm bei Roberts Space Industries. Bei Cloud Imperium Games, der Firma hinter Star Citizen, gehörte Peterson zum Gründungsteam, stieg später aber aus als ein Umzug von Austin nach Los Angeles nötig wurde. Genau wie beim großen Vorbild sollen Spieler auch bei Descent: Underground vorab Raumschiffe kaufen können, die zugleich als Eintrittskarte ins Spiel fungieren.

Vom Spiel selbst gibt es bisher kaum mehr als einen frühen Prototypen. Dennoch will Peterson bereits im Frühjahr 2016 mit der Basisversion des Spiels fertig sein. Die ist ein reiner Multiplayer-Shooter in dem sich bis zu 64 Spieler in düsteren Höhlensystemen duellieren. Den besonderen Kniff sollen dynamische Spielumgebungen darstellen in denen sich Spieler mit speziellen Bohr-Lasern neue Wege durch den Untergrund bahnen können. Die genaue Spieleranzahl, sagt Peterson, ist freilich noch nicht sicher.

Descent: Underground - Koop-Wave

Sechs Schiffe sollen zu Beginn zur Auswahl stehen, jedes mit einer eigenen Spezialisierung. Die Klassennamen lassen bereits erahnen, welche Spezialisierungen das sein werden: Scout, Medic, Assault - die typischen Shooter-Klassen sind alle dabei. Ungewöhnlicher sind hingegen Raumschiffe die sich auf Reparaturen, den Abtransport von Ressourcen oder das Bohren von Tunneln spezialisiert haben. Fans müssen sich jedoch keine Sorgen machen: Peterson verspricht, bei der Steuerung keine Kompromisse einzugehen. Descent wird weiterhin frei im Raum steuerbare Schiffe bieten, die bei weitem nicht so leicht zu kontrollieren sind, wie der typische Shooter-Charakter.

Die Ressource, die es da zu transportieren gilt, ist übrigens Wasser. Die bislang eher rudimentäre Hintergrundgeschichte dreht sich um eine ferne Zukunft in der die Wasservorräte der Erde erschöpft sind. Das kostbare Nass muss von gierigen, interstellaren Konzernen aus den Tiefen des Weltalls geborgen werden, die es auf unserem verödeten Heimatplaneten selbstverständlich teuer verkaufen. Statt Minenarbeiter zu retten steuern wir daher diesmal eine Roboterdrohne auf der Jagd nach Wasser. Neben klassischen Deathmatch-Modi stehen daher neue, vielversprechende Spielvarianten auf dem Programm, in denen sich Dutzende Teilnehmer darum streiten, das meiste Wasser aus den Höhlensystemen zu bergen

Richtig interessant wird es aber, falls sich begeisterte Spielermassen dazu hinreißen lassen richtig Kohle in die Entwicklung kippen. Eine Singleplayer-Kampagne steht dann ganz oben auf Petersons Wunschliste. Sein größter Traum ist es aber, die Höhlenschlachten mit dem Sprung in den Weltraum zu verbinden und so das klassische Descent und seine Weltraum-Ableger aus der Freespace-Reihe zu einem einzigen, großen Spiel zu verschmelzen.

Das bleibt jedoch vorerst reine Fantasie. Rund sechs Millionen Dollar, schätzt Peterson, wird allein die Entwicklung der Multiplayer-Version kosten. Geld, das er hofft durch Kickstarter und Schiff-Verkäufe auf seiner Homepage nach und nach einzunehmen. Im Gegensatz zu den mitunter extrem teuren Star-Citizen-Schiffen verspricht Peterson aber einen erheblich günstigeren Spieleinstieg »deutlich unter dem Preis, den man normalerweise für ein komplettes Spiel bezahlen würde«. Falls die Fan-Finanzierung nicht genug abwirft, will er den Fehlbetrag durch Investoren bereitstellen lassen. Die ersten Monate Vorproduktion hat er bereits aus eigener Tasche finanziert.

Wer diese Plan-B-Investoren sein könnten, verrät Peterson noch nicht. Cloud Imperium Games, soviel sagt er jedenfalls, sei keiner davon. Auch sonst sei Chris Roberts bei Descent nicht mit an Bord, außer das er seinem ehemaligen Wingman natürlich durch Promotion auf den Star-Citizen-Seiten unter die Arme greifen wird. Star-Citizen-Unterstützer müssen also nicht fürchten, dass ihre Spendengelder in ein Zweitprojekt fließen.

Gestartet ist das Projekt übrigens unter dem ironischen Titel »STFU«, den man als Abkürzung für »Ships That Fight Underground« oder »Shut The Fuck Up« lesen kann. Letzteres gilt jetzt wohl nicht mehr.

Beleuchtung in Descent