Deus Ex - PC

Ego-Shooter  |  Release: 20. August 2000  |   Publisher: Eidos Interactive
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Special: Hall of Fame: Deus Ex

Shooter mit Intelligenz und Gewissen

Millionen Menschen halten Deus Ex für den intelligentesten Shooter aller Zeiten? Vorsicht, das könnte eine Verschwörung sein ...

Von Christian Schmidt |

Datum: 23.05.2012


Zum Thema » Deus Ex - Hall of Fame So spielt sich der Klassiker » Deus Ex - Historien-Video Wir blicken auf die Serie zurück Mein erstes Zusammentreffen mit Warren Spector fand auf dem Mars statt. Wir hatten uns gemeinsam aus Percival Lowells Kanone auf den roten Planeten schießen lassen, und nun saßen wir in der Kapsel, Spector mit seiner Goldrandbrille, schauten hinaus auf die Sandwellen, und er sagte: »Mein Name ist Johann.« Gut, stimmte ja auch. In Origins Ultima-Ableger Martian Dreams aus dem Jahr 1991 gehört zum Mars-Expeditionsteam der bärtige Weißkittel Dr. Johann Spector, und der war nichts anderes als das digitale Alter Ego von Warren Spector, dem Producer des Spiels.

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Dass Origin sich schon so früh vor dem Mann verbeugte, zeugt von Weitsicht. Bei mir dauerte es noch bis Ultima Underworld 2, dass ich den Hut zog; nach System Shock lag ich auf den Knien. Warren Spector war also bereits einer der Großen, als er 1997 zu Ion Storm wechselte, um die Arbeit an dem aufzunehmen, was sein Magnum Opus werden sollte: Deus Ex .

Ion Storm war damals ein ziemlich wilder Laden, vollgestopft mit New-Economy-Investmentgeld, geführt vom id-Aussteiger und Branchen-Großmaul John Romero und befeuert von Geltungsdrang. Deshalb durfte Spectors Team vom Fleck weg große Brötchen backen. Für Deus Ex war dieses Laissez-faire ein Glücksfall. Als Konzept existierte das Spiel seit Jahren, galt aber als unumsetzbar. 1995 hatte Spector die Idee bei Origin unter dem Namen Troubleshooter unterzubringen versucht, ein Jahr später schlug er sie Looking Glass als Junction Point vor. Beide winkten ab. Erst mit dem eigenen Team im texanischen Austin kam die Chance zur Verwirklichung, unter den Fittichen von Ion Storm. Dort lief das Spiel zunächst unter dem Arbeitstitel »Shooter«, der ironisch gemeint war: Deus Ex sollte alles andere sein als eine gewöhnliche Ballerorgie.

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Deus Ex
Nieten wir den Sicherheitsmann um oder überreden wir ihn, uns durchzulassen: Deus Ex lässt uns größtmögliche Freiheit.

Die Wurzeln des Spiels liegen in System Shock, das war die Inspirationsquelle, die Blaupause, Deus Ex die logische Weiterentwicklung. Schon System Shock hatte Ego-Shooter und Rollenspiel gekreuzt, »genre buster« nannte man einen solchen Hybriden damals, schon System Shock setzte stark auf Entscheidungsfreiheit, teils alternative Routen, Inventar und Spezialisierung. Deus Ex führte den Gedanken viel weiter. »Das Spiel fußte auf der Idee, den Spieler als Mitgestalter anzusehen, ihm Entscheidungsmacht zu geben und seine Handlungen zu akzeptieren«, beschrieb Spector später. Das war keine neue Idee, praktisch jedes Rollenspiel handhabt das so seit der Zeit, als die Bits noch mit Schlamm an die Höhlenwand gemalt wurden. Aber in Shootern war das Konzept 1997 noch unerprobt, selbst Half-Life kam erst ein Jahr später.

Hall of Fame: Deus Ex : Es muss nicht immer Blei sein: Ahnungslose Wachen schlagen wir bewusstlos. Es muss nicht immer Blei sein: Ahnungslose Wachen schlagen wir bewusstlos. Was es bedeutet, in einem Shooter plötzlich eine Wahl zu haben, zeigt sich ziemlich gut an der Art, wie ich Deus Ex gespielt habe. Ich liebe Shooter, ich mag es, mich knatternd durch Feindschwärme zu ballern. Aber in Deus Ex begrüßt mich mein Bruder Paul Denton im Jahr 2052 mit einer simplen Entscheidung: Welche Waffe will ich in die erste Mission mitnehmen? Ein Scharfschützengewehr, einen Granatwerfer oder eine Armbrust mit Betäubungspfeilen? Ich kann (in der Rolle des bionisch verbesserten UNATCO-Agenten J.C. Denton) auch in Deus Ex Blei und Feuer speien, ich kann dem Feind eine Maschinenpistole entreißen und fortan jeden umrotzen. Aber sobald ich die Armbrust in der Hand halte, verliert das jeden Reiz.

Ich muss also nicht töten, ich kann Menschen auch ausknocken? Das ist anspruchsvoller, ich muss schleichen, unentdeckt bleiben, Gegnern in den Rücken fallen? Hell yeah! Die Wahlmöglichkeit verändert die Spielweise, plötzlich drücke ich mich in Ecken, warte auf Feinde, bei Alarm renne ich weg und verkrieche mich. Dabei ist mir völlig bewusst, dass ich jederzeit das Sturmgewehr packen und losballern könnte, es wäre sehr viel einfacher. Aber das geht nicht mehr, nicht, wenn ich weiß, dass es eine Alternative zum Töten gibt. Aus Wissen entsteht Gewissen, selbst in dieser dummen digitalen Scheinwelt.

Hall of Fame: Deus Ex : J.C. Denton unterhält sich mit Tracer Tong, der auf im Prequel Deus Ex: Human Revolution von 2011 vorkommt. J.C. Denton unterhält sich mit Tracer Tong, der auf im Prequel Deus Ex: Human Revolution von 2011 vorkommt.

Die ethische Entscheidung ist in Deus Ex nur angelegt, sie wird mir nicht aufgedrängt, aber sie wird – das ist wichtig – vom Spiel beobachtet. Es konfrontiert mich mit Konsequenzen. In einem Einsatz verachtet mich meine skrupellose Kollegin Anna, wenn ich Leben schone. Ich kann Anna nicht leiden, aber ihre Geringschätzung wurmt mich. Wer kaltblütig tötet, dem streicht dagegen der Versorgungsoffizier Carter die Munition. In einer Schlüsselszene befiehlt mir Anna, einen Verdächtigen zu erschießen. Wenn ich ihn dennoch erst befrage, exekutiert sie ihn vor meinen Augen. Jahre später bin ich darauf gekommen, dass ich an dieser Stelle eine dritte Alternative habe: Anna zu töten. Auch das funktioniert, das Spiel passt sich an, der Verdächtige überlebt und taucht später noch einmal auf.

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Avatar Kïngpin
Kïngpin
#1 | 23. Mai 2012, 14:03
Schön ab und an wieder was vom Herrn Schmidt zu hören :)
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Avatar MichaelElf11
MichaelElf11
#2 | 23. Mai 2012, 14:10
Bis auf Deus Ex kenne ich kein Spiel, das keinen Zufallsgenerator besitzt, aber man bei jedem durchspielen was neues entdeckt.
Auch wenn ich mit einigen Sachen nicht warm wurde, wird das Spiel zurecht immer noch zu den besten PC-Spielen gezählt, und ist immer noch der beste Teil, auch wenn HR nah rankommen soll.

Sehr schöner Artikel btw.
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Avatar JestaBlunt
JestaBlunt
#3 | 23. Mai 2012, 14:11
ich hab mir auf steam beim deus ex deal alle teile (1,2 & HR inkls dlcs) geholt, mal HR angerissen, aber dann doch entschieden, sie in reihenfolge des erscheinens zu spielen und muss sagen, dass deus ex 1 trotz teils sehr leerer levels (keine wiese, sträucher etc, nur das was nötig ist ;) ) und der altbackenen grafik (trotz texture-mod) noch immer seinen vollen flair entfaltet...
bin schon gespannt wie der zweier wird, hatte mir damals trotzdem gefallen, hatte aber auch abstriche an die grafik machen müssen, weil es nur am ruckeln war...
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Avatar kendil
kendil
#4 | 23. Mai 2012, 14:25
Für mich ist der erste Teil immer noch der beste der Serie. Auch wenn deus ex human revolution eine sehr gute Storie hatte, allerdings die Bosskämpfe etwas nervig waren. Zudem hatte man durch Schelcihen deutlich mehr XP. Teil 2 hab ich gespielt und ist ein solides Spiel, aber für mich der mit Abstand schwächste Teil der Serie. Deus Ex 1 spiel ich immer mal wieder durch, allerdings ists nichts für Grafikfetischisten :).
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Avatar Senkus
Senkus
#5 | 23. Mai 2012, 14:34
Zitat von Mr.KingPin:
Schön ab und an wieder was vom Herrn Schmidt zu hören :)

Christian Schmidt hat die GameStar vor einiger Zeit verlassen.
Der Artikel hier ist auch schon vor etwas längerer Zeit im Heft erschienen.
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Avatar Doodle_Dandy
Doodle_Dandy
#6 | 23. Mai 2012, 14:46
Schöner Artikel.
Deus Ex ist und bleibt für mich das beste Spiel aller Zeiten
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Avatar Vestor
Vestor
#7 | 23. Mai 2012, 14:48
Zitat von Senkus:
Christian Schmidt hat die GameStar vor einiger Zeit verlassen.
Der Artikel hier ist auch schon vor etwas längerer Zeit im Heft erschienen.


Bisschen ot, aber wo ist er denn hin? Seine Artikel haben mir immer mit am besten gefallen.

Edit: Danke - nun ja, leider wohl keine öffentlichen Artikel verfassen ;)
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Avatar Senkus
Senkus
#8 | 23. Mai 2012, 14:53
Zitat von Vestor:

Bisschen ot, aber wo ist er denn hin? Seine Artikel haben mir immer mit am besten gefallen.

Er ist Game Analyst bei einer Spielefirma.
Jetzt frag' mich aber nicht was ein Game Analyst so tagtäglich macht ;)
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Avatar Splatterest
Splatterest
#9 | 23. Mai 2012, 14:53
Deus Ex 1 ist eines der großartigsten Spiele überhaupt. Beim Soundtrack läufts mir noch heute kalt den Rücken runter. Umso geiler, dass er in Deus Ex 3 im Radio des Verschwörungsheinis ab und an gespielt wird. :)
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Avatar Ein Pixel
Ein Pixel
#10 | 23. Mai 2012, 15:17
Allein wenn ich an das Spiel denke, bekomme ich wieder Lust es zu daddeln.

Und das, obwohl ich das Spiel damals (nicht übertrieben!) mindestens 15 mal durchgespielt habe... so viel Zeit hätte ich gerne wieder :D

Ich kannte mindestens die Hälfte der Passwörter aus dem Kopf und hatte ein Durchgang mit nur "notwendigen" Toten. Ich meine es waren nur drei (Navare, Gunther und den Herrn Page natürlich).

Aber das war alles Nichts im Vergleich zu der Zufriedenheit herauszufinden, wie man die ganzen Nebencharaktere (wie von Herrn Schmidt erwähnter Lebedev) retten kann. Von denen muss, soweit ich mich recht erinnere, wirklich Keiner sterben.
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Details zu Deus Ex

Plattform: PC (PSN)
Genre Action
Untergenre: Ego-Shooter
Release D: 20. August 2000
Publisher: Eidos Interactive
Entwickler: Ion Storm
Webseite:
USK: Keine Jugendfreigabe
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 991 von 5683 in: PC-Spiele
Platz 171 von 748 in: PC-Spiele | Action | Ego-Shooter
 
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