Hall of Fame: Final Fantasy 7 :

BioWares Baldur’s Gate gilt gemeinhin als der Retter des Rollenspiele-Genres auf dem PC. Das mag für die westlichen Vertreter dieser Spiele-Gattung zutreffen, für mich war es jedoch Final Fantasy 7 , das nach den schwachen Jahren zur Mitte der 90er-Jahre bei mir wieder die Leidenschaft für Rollenspiele weckte und mich sogar erstmals dem PC untreu werden ließ. Denn ich hatte bis 1997 nie eine Konsole besessen, keinen Mega Drive, keinen SNES, nicht mal einen Gameboy. Daher war mir der Name Final Fantasy auch bis dahin völlig fremd, wie allgemein die gesamte japanische Spielelandschaft.

Zum Thema » Final Fantasy - History Alle Spiele der Hauptserie » Final Fantasy 7 - Remake So könnte FF7 in HD aussehen Final Fantasy 7 ab 8,70 € bei Amazon.de Ich kann mich nicht mehr erinnern, wo ich zum ersten Mal Final Fantasy 7 gesehen hatte, ich weiß aber noch sehr genau, was danach folgte. Ich lieh mir von einem Freund dessen PlayStation und aus der Videothek das Spiel und fing an zu spielen, sieben Stunden ohne Unterbrechung. Es wären sicherlich mehr geworden, aber nach diesen sieben Stunden passierte etwas Einschneidendes: Ich starb zum ersten Mal in Final Fantasy 7.

Hinweis: Dieser Artikel stammt aus der GameStar-Ausgabe 12/2010

Dieser Tod war das Ende meines ersten Clouds (so heißt der Held des Spiels). Denn ich besaß keine Memory-Karte. Ich wusste zwar, dass man die zum Speichern bei einer Konsole brauchte, mir war aber nicht klar, dass ich nach dem Ableben meines Helden nur von einem Speicherstand aus weiterspielen konnte. Somit war das Spiel für mich beendet. Nach einer kurzen Zeit der totalen Ohnmacht und Trauer gewann ich jedoch neuen Mut und sah den verfrühten Tod als Prüfung an. Wer ein Held sein will, muss Opfer bringen.

Hall of Fame: Final Fantasy 7 : Sephiroth, der ikonenhafte Bösewicht aus Final Fantasy 7. Sephiroth, der ikonenhafte Bösewicht aus Final Fantasy 7. Bei vielen anderen Titeln hätte ich vermutlich entnervt aufgegeben, die PlayStation zurückgebracht und wieder am PC weitergespielt. Aber nicht bei Final Fantasy. Ich fing nach ein paar Stunden Schlaf von vorne an. Wieder ohne Speicherkarte, aber mit der festen Überzeugung mit genügend Vorsicht das komplette Spiel durchspielen zu können. Ich hatte keine Vorstellung davon, wie umfangreich die Welt war und was für schwierige Herausforderungen noch kommen würden. Natürlich schaffte ich es nicht; nach rund 14 Stunden Dauerspiel biss auch mein zweiter Cloud ins Gras. Wenn ich am nächsten Tag nicht zur Schule hätte gehen müssen, hätte ich vermutlich gleich noch einen dritten Anlauf gestartet.

Ich war in der Fantasiewelt von Final Fantasy 7 so vollständig gefangen, wie ich es später nur noch in Morrowind (2002) und Mass Effect (2007) wieder erleben sollte. Es dauerte noch einige Monate, bevor ich endlich den Abspann von Final Fantasy 7 sah – auf meiner eigenen PlayStation und im Jahr darauf dann noch zweimal auf dem PC.