Wenn Guild Wars 2 rauskommt, sollen etwa 2.000 dynamische Events im Online-Rollenspiel stecken. Das jedenfalls behauptete Lead Content Designer Colin Johanson uns gegenüber in einem Interview, das wir mit ihm bei ArenaNet in Bellevue (in der Nähe von Seattle) geführt haben. Das gerade frisch abgelaufene zweite Beta-Wochenende verbrachten wir nämlich nicht daheim mit dem potenziellen MMO-Kracher, sondern gleich beim Entwickler. Der uns nicht nur auf zig geführte Touren mit durchs Spiel nahm, sondern der uns auch die eine oder andere interessante Hintergrundinfo steckte.

Bilder vom Entwickler
Wie schon beim ersten Beta-Event durften wir zwar wieder uneingeschränkt Videos aufnehmen, aber keine eigenen Screenshots machen. Die Bilder in diesem Artikel stammen allesamt vom Entwickler.

Guild Wars 2 : Wir waren bei ArenaNet und haben den Entwicklern über die Schultern geschaut. Hier entsteht gerade ein imposantes Schwertheft. Wir waren bei ArenaNet und haben den Entwicklern über die Schultern geschaut. Hier entsteht gerade ein imposantes Schwertheft.

Von Utopia zu Guild Wars 2

Zum Thema » Aufgaben in Guild Wars 2 Video: So vielfältig sind die Quests » Guild Wars 2: Die Klassen Galerie zu den Charakter-Klassen Guild Wars 2 ab 24,99 € bei Amazon.de Ursprünglich arbeitete ArenaNet eigentlich an einem weiteren Addon für die alten Teile. Utopia, das nach Eye of the North erscheinen sollte, war allerdings so weit weg vom ursprünglichen Guild Wars -Konzept, dass man sich dagegen entschied und damit begann, über neue Mechanismen für MMOs nachzudenken. Aus diesen Gedanken entstand schließlich Guild Wars 2.

Verrückt oder sehr mutig: Als ArenaNet Guild Wars 2 offiziell ankündigte und erste Eckdaten (etwa über die dynamische Welt) verriet, existierte eigentlich noch so gut wie gar nichts vom Spiel. »Ich glaube, schon eine Woche nachdem wir uns entschieden hatten, Guild Wars 2 zu machen, traten wir an die Presse und sagten, dass es keine weiteren Guild Wars-Erweiterungen mehr geben werde und dass wir an Guild Wars 2 arbeiten würden. Dabei arbeiteten wir noch gar nicht daran, sondern waren nur dabei, Ideen zu sammeln«, verriet uns Johanson mit einem breiten Grinsen.

Drachen!

Eine der Ideen, so Autorin Ree Soesbee uns gegenüber, war es, die Drachen, die es ja schon in den ersten Teilen gab (etwa Kunavang in Factions ), endlich mal gescheit zu nutzen und sie zu einem zentralen Element von Guild Wars 2 zu machen. Eine Entscheidung, die gerade dem Art Department gar nicht schmeckte, wie uns Art Director Daniel Dociu verriet.

Allerdings hätte er uns das gar nicht verraten müssen, denn mit genau dieser Antwort hatten wir gerechnet. Daniel kennen wir nicht umsonst als jemanden, der gerne einen großen Bogen um Fantasy-Klischees schlägt. »Ich hab dann auch gleich versucht, ein bisschen zurückzudrängen oder zumindest eine Idee davon zu bekommen, wie unkonventionell wir beim Design der Drachen vorgehen konnten. Es war ein Verhandlungsprozess«, bestätigte Daniel unsere Vermutung.

Kühe!

Drachen haben wir während unserer Touren durch Guild Wars 2 nicht gesehen, diesbezüglich will ArenaNet so wenig wie möglich spoilern. Dafür gab's reichlich Kühe. Die Charr (eine der spielbaren Rassen in Guild Wars 2) betreiben auf dem Diessa Plateau nördlich der Schwarzen Zitadelle rege Viehzucht, überall Rinder. In einer kleinen Aufgabenkette mussten wir zuerst eine Farm von einer Wurmplage befreien und anschließend den Kühen Selbstverteidigung beibringen. Als Kuh verkleidet.

An anderer Stelle sollten wir Milchvieh vor Harpien beschützen, damit die Besitzer es anschließend mit einer Kanone in die Lande schießen konnten. Wir durften sogar wetten, wo die armen Viecher landen würden. Dazu Kommentare der Charr im Stile von »Notiz: Kuh fliegt gut, verliert aber beim Abschuss die Kontrolle über den Schließmuskel«. Na Mahlzeit!

Dieb
Dem Assassinen aus Guild Wars: Factions nicht unähnlich setzt der Dieb auf schnelle Angriffe. Per Schattenschritt kann er sich zum Gegner teleportieren, zuschlagen und flott wieder verschwinden. Getarnt wird er von Feinden nicht wahrgenommen. Um seinem Namen gerecht zu werden, kann er anderen Klassen kurzzeitig Fertigkeiten stehlen. Für den Angriff benötigt der Dieb Initiativpunkte, die er selbst aufladen kann. So bleibt er, stellt man es geschickt an, stets ein gefährlicher Gegner -- der auf Schwerter, Dolche, Pistolen und Kurzbögen zurückgreifen kann.