Zum Thema » Videos zu Hydrophobia Trailer und Erklärungsvideo Hydrophobia Prophecy ab 3,99 € bei Amazon.de Wenn ein und dasselbe Spiel innerhalb von acht Monaten zweimal den Namen wechselt, sollte man vorsichtig sein. Ende September 2010 erschien das wasserlastige Action-Adventure Hydrophobia auf Microsofts Xbox 360, im Dezember gleich noch mal als Hydrophobia Pure, und seit Mai firmiert es auf dem PC als Hydrophobia: Prophecy. Ist die Planscherei so spritzig, dass der Indie-Entwickler Dark Energy Digital sie beständig erweitert?

Im Gegenteil. Zum Konsolen-Einstand im September fuhr Hydrophobia so überwiegend vernichtende Kritiken ein, dass Dark Energy Digital seitdem vornehmlich Lecks stopft. Im Dezember hatte das Spiel neben zahlreichen Bugfixes den Namenszusatz Pure bekommen, wohl um die Bereinigung zu unterstreichen. Die negativen Kritikerstimmen verstummten auch danach nicht. Nun setzt Dark Energy Digital zum dritten Anlauf an und veröffentlicht Hydrophobia: Prophecy für PC, wieder mit einer ellenlangen Verbesserungs- und Erweiterungsliste im Schlepptau. Ob’s denn dem Spiel diesmal etwas gebracht hat?

Bomben statt Eisberg

»Ein Mensch, der in einer schon occupirten Welt geboren wird, wenn seine Familie nicht die Mittel hat, ihn zu ernähren oder wenn die Gesellschaft seine Arbeit nicht nötig hat, dieser Mensch hat nicht das mindeste Recht, irgend einen Teil von Nahrung zu verlangen, und er ist wirklich zu viel auf der Erde.« Das waren einst die Worte des britischen Ökonom Thomas Robert Malthus. Obwohl er bereits im frühen 19. Jahrhundert das Zeitliche segnete, gibt es auch in nicht all zu ferner Zukunft noch Leute, die diese Worte sehr ernst nehmen.

Hydrophobia Prophecy : Mit unseren kinetischen Kräften lösen wir sehr spät im Spiel einfache Verschieberätsel.

Kinetik-Kräften
Mit unseren kinetischen Kräften lösen wir sehr spät im Spiel einfache Verschieberätsel.

»Rette die Welt und töte dich selbst« -- das ist die Neuinterpretation einer terroristischen Gruppierung für Malthus’ Worte, der »Malthusian-Terroristen«. Um ihr Vorhaben voranzutreiben, nisten sie sich auf dem luxuriösen Stadtschiff »Queen of the World« ein, nehmen Geiseln und platzieren Bomben. Denn wer sich nicht an den Leitsatz halten will, bei dem wird eben nachgeholfen.

An Bord des Schiffes befindet sich auch die Ingenieurin Kate Wilson, die eigentlich gerade Feierabend hat. Kate ist allerdings ein Workaholic, wie er im Buche steht, weshalb sie sich unter der Anleitung ihres Kollegen Scoot noch mal zu einem Routineeinsatz aufmacht. Auf dem Weg dorthin gehen die ersten Bomben hoch, Chaos bricht auf dem Schiff aus, und die Ingenieurin steckt mittendrin.

Da sich Explosionen und Schiffshüllen nicht sonderlich gut miteinander vertragen, stößt man frühzeitig auf das wichtigste Element des Spiels: Wasser. Hierfür hat der Entwickler die »HydroEngine« entwickelt, die dafür sorgen soll, dass das Wasser möglichst realistisch aussieht und sich nachvollziehbar verhält. Das gelingt auch ordentlich. Kein Wunder also, das Dark Energy Digital das kühle Nass oft und gerne zum Einsatz bringt.

Hydrophobia Prophecy

Beeindrucken uns die auf uns hereinbrechenden Wassermassen und deren Einbindung in die diversen, leicht zu durchschauenden Rätsel im ersten der drei Kapitel noch, nutzt sich der »Oha!«-Effekt leider relativ schnell ab. Viel zu oft spult das Spiel dasselbe Ereignis sowie praktisch identische Rätseleinlagen in den immer gleich aussehenden Korridoren und Räumen ab, als dass es im weiteren Spielverlauf wirklich noch überraschen könnte.

Durch das eintönig-enge Leveldesign bekommen wir selten wirklich vor Augen geführt, dass wir uns auf einem Stadt-Schiff befinden. Konnten wir zu Beginn des Spiels in Kates Appartement noch einen Blick auf die Skyline der Queen of the World werfen, stapfen wir ab dann praktisch durchgehend durch identische Wartungsgänge und Technikräume.