Jagged Alliance Online in der Vorschau
Taktik im Browser
Der Free2Play-Ableger Jagged Alliance Online erbt den Charme seiner Ahnen, nicht aber deren Komplexität.
Von
Michael Graf
|
Datum:
12.01.2012
Zum Thema
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Kommentierte Spielszenen
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Vorschau zum neuen Offline-JA
Abspecken, das mag der Traum vieler Menschen sein, aber zugleich der Alptraum vieler Spieler: Wenn ein Entwickler ein althergebrachtes Spielkonzept abmagert, ist der Fan-Aufschrei vorprogrammiert – schließlich besteht die Gefahr, dass der Diättitel seinen Charme verliert, seine Besonderheit einbüßt. So auch
Jagged Alliance Online
?
Nun, auf den ersten Blick bleibt hier spielerisch alles beim Alten, wie die ruhmreiche Serienvorlage dreht sich das Free2Play-Browserspiel um taktische Söldnerkämpfe. Die Komplexität seiner Ahnen erreicht Jagged Alliance Online allerdings bei Weitem nicht. Im Betatest haben wir geprüft, ob der alte Charme trotzdem rüberkommt.
Ründlich schießen
Die beste Nachricht für Puristen: Jagged Alliance Online bleibt rundenbasiert, hier wird Zug um Zug geschossen – nix mit Echtzeit-Abwegen à la
Jagged Alliance: Back in Action
. Eine Handlung hat der Browser-Ableger indes nicht, auf einer Weltkarte wählen wir zusammenhanglose Auftragsketten. Wie viele davon zur Verfügung stehen, hängt von unserem Ruhm ab, der mit jeder erfüllten Mission steigt. Absolvierte Gefechte lassen sich jederzeit erneut angehen, um weitere Beute zu sammeln.
Als »Hauptmenü« von Jagged Alliance Online dient das Söldnercamp mit drei Gebäuden: Im Lagerhaus bunkern wir Ausrüstung; im Lazarett flicken wir Verwundete, in der Werkstatt reparieren wir Ausrüstung. Ärztliche Behandlungen sowie Reparaturen verbrauchen Medizinvorräte beziehungsweise Ersatzteile, die wir mit (Spiel-)Geld nachkaufen.
Söldnerlager
Das Söldnerlager dient als Hauptmenü von Jagged Alliance Online.
Lazarett
Gekaufte Medizingüter verwenden wir dazu, verwundete Söldner im Lazarett zu heilen.
Söldnermenü
Im Söldnermenü heuern wir neue Mietsoldaten an. Damit sie permanent bei uns bleiben, müssen wir Echtgeld bezahlen.
Werkstatt
In der Werkstatt reparieren wir beschädigte Ausrüstung, wofür wir kostenpflichtige Ersatzteile brauchen.
Händler
Der Händler bietet ein umfangreiches Waffenarsenal, zudem gibt’s die Wummen in unterschiedlichen Qualitätsstufen.
In der Werkstatt sollen sich überdies Gegenstände aufrüsten oder sogar selbst herstellen lassen, was bis zu unserem Redaktionsschluss allerdings noch nicht funktioniert. Bereits aufrüsten dürfen wir dafür die Bauwerke, ein erweitertes Lagerhaus etwa fasst mehr Waffen. Für einige Upgrades brauchen wir (neben Spielgeld) Bauteile, die wir durch erfüllte Missionen sammeln.
Benzin fürs Dschungelcamp
In den USA legen sich die Mietsoldaten mit kriminellen Bikern an.
Darüber hinaus kosten alle Aktionen im Söldnercamp (etwa die Upgrades) sowie alle gestarteten Missionen Benzinpunkte; zudem steigt die Erfolgschance von Reparaturen und Lazarett-Behandlungen, je mehr Sprit wir investieren. Die Krux: Der Tank füllt sich nur sehr langsam wieder auf, also müssen wir warten.
Oder in die Tasche greifen: Sofortigen Treibstoff-Nachschub bezahlen wir mit Goldbarren, die wir - Sie werden es ahnen - ausschließlich gegen Echtgeld kaufen können. Das Benzin ähnelt folglich der Energie aus Social Games wie Cityville und
Empires & Allies
: Es bestimmt, wie viele Aktionen möglich sind. Was aber kein Problem ist, weil’s die Balance nicht gefährdet. Wer schneller vorankommen will, muss eben zahlen, so einfach ist das.
Weltkarte
Auf der Weltkarte wählen wir den nächsten Auftrag. Die Einsätze erzählen kleine Geschichtchen, sind aber weitgehend zusammenhanglos.
Auftragsketten
Jeder Auftrag gliedert sich in mehrere Untermissionen, die jeweils eigene Belohnungen bringen. Erledigte Einsätze können wir jederzeit wiederholen.
Söldnerwahl
Für jeden Einsatz dürfen wir unser eigenes Söldnerteam zusammenstellen. Bei der Ausrüstung kann es Einschränkungen geben: Manchmal dürfen die Jungs und Mädels keine schweren Waffen mitnehmen, manchmal keine Pistolen.
Zu Beginn von Jagged Alliance Online erstellen wir einen eigenen Charakter, der ebenfalls als Söldner in die Schlachten zieht. Weitere Kämpfer können wir mit Spielgeld anheuern, dann verlassen sie uns aber nach drei (Realzeit-)Tagen wieder und wollen erneut bezahlt werden. Alternativ werben wir die (nett vertonten) Jungs und Mädels mit Echtgeld-Goldbarren an, um uns ihre Waffendienste dauerhaft zu sichern.
Sterben können die Mietkrieger übrigens nicht, im Lazarett lassen sich bewusstlose Kameraden jederzeit wiederbeleben. Wie üblich rüsten wir die Bande zudem detailliert aus, von Waffen samt Munition bis hin zu kugelsicheren Westen und Helmen. Nach Online-Rollenspiel-Manier gibt‘s jeden Gegenstand in mehreren Qualitätsstufen, eine »seltene« Schrotflinte macht größere Löcher als eine »normale«.