Auch wenn er behauptet, er sei »ein Mann, der nichts zu verlieren hat«: Am Ende seines Rachefeldzugs im ersten Teil wurde Max Payne verhaftet und verlor seine Freiheit. Der Glaube an das Gute in der Welt wurde ihm schon vorher genommen, als Verbrecher seine Frau und sein Kind regelrecht hingerichtet haben. Offensichtlich hat Max Payne auch sein Gesicht verloren, zumindest sieht er im Nachfolger anders aus. Weniger cool, mehr vom Leben gezeichnet. So sollte er eigentlich nach den Plänen der finnischen Entwickler Remedy auch schon im ersten Teil wirken. Das limitierte Budget erlaubte es damals aber nicht, einen Schauspieler mit entsprechendem Aussehen und Mimik zu suchen. So lieh Story-Autor Sam Lake kurzerhand dem Hauptdarsteller sein Konterfei. Nach dem Erfolg des ersten Teils leisteten sich Remedy ein aufwändiges Casting, bei dem sich ein Schauspieler mit dem perfekten Payne-Gesicht fand. Seine Stimme aus dem Original behält Max aber.

Love Hurts

Der zweite Teil des Action-Dramas verheißt mit seinem Titel »The Fall of Max Payne« ein weiteres düsteres Kapitel im kaputten Leben des New Yorker Cops. Und der Unter-Unter-Titel »A Film Noir Love Story« zerstört erst recht jede Hoffnung auf eine »Alles wird gut«-Träumerei. Die Bezeichnung ist sogar ein Widerspruch in sich: Im Film Noir gibt es nunmal keine Liebensgeschichten, allenfalls die verzweifelte Liebe des Helden zu einer Femme Fatale. Also zu einer attraktiven, moralisch fragwürdigen Frau, die ihre weiblichen Vorzüge nutzt, um den armen Mann ins Verderben und oft den Tod zu stürzen. Die »Femme Fatale« heißt in diesem Fall Mona Sax und erfüllt schon mit ihrem Aussehen alle Vorraussetzungen für Männer-Verhängnis: lange dunkle Haare, hohe Wangenknochen, berechnender Blick, sportliche Figur.