Medal of Honor - PC

Ego-Shooter  |  Release: 14. Oktober 2010  |   Publisher: Electronic Arts
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Medal of Honor im Test

Dieser Krieg ist die Hölle!

Electronic Arts scheitert am Hindukusch. Zumindest in einer Hinsicht passt Medal of Honor gut zum Afghanistan-Krieg, den es simuliert: Wer einmal drin ist, will möglichst schnell wieder raus. Der Ego-Shooter im Test.

Von Daniel Matschijewsky |

Datum: 13.10.2010


Zum Thema » Test-Video zu Medal of Honor Kommentierte Spielszenen mit Fazit » Technik-Check: Medal of Honor Grafikvergleich & Tuning Da war der Vizepräsident von Electronic Arts beinah bescheiden: »Wir werden Call of Duty dieses Jahr nicht schlagen können«, sagte Dr. Jens Uwe Intat kürzlich in einem Interview. »Doch wir werden gefährlich nah drankommen.« Nun ja, wie gut sich EAs Call of Duty -Konkurrent Medal of Honor letztlich verkauft, ist natürlich noch offen. Aber inhaltlich kommt der Ego-Shooter nur einem gefährlich nah: der Schwelle zum Murks.

Medal of Honor

Was für ein Schiffbruch! Mit Millionenaufwand und Medien-Tamtam hatte Electronic Arts’ seine einstige Weltkriegs-Shooter-Serie neu gestartet und zum Angriff auf Call of Duty geblasen, zum Rummel gehörten aufwändig produzierte Trailer, Linkin Park als Titelsong-Lieferant, heiße Debatten über die Tabuthemen Terrorismus und Afghanistankonflikt. Geholfen hat es dem Spiel nicht. Medal of Honor scheitert nicht nur daran, Modern Warfare 2 das Wasser zu reichen. Es ist auch ein Paradebeispiel dafür, was man in einem Ego-Shooter alles falsch machen kann.

Was ist mit Multiplayer?

Unser Test zu Medal of Honor nimmt sich nur der Solo-Kampagne des Spiels an. Sobald wir ausreichend Erfahrungen mit der Verkaufsversion von Medal of Honor im Mehrspieler-Modus sammeln konnten, lesen Sie unseren Multiplayer-Test hier auf GameStar.de.

Eine Kampagne ohne Sinn

Medal of Honor schickt Sie als Elitesoldat nach Afghanistan in den Kampf gegen die Taliban. Das ist ein bündiger Rahmen und muss genügen, denn mehr Handlung werden Sie in der nur fünf Stunden umfassenden Kampagne nicht finden.

Medal of Honor : Öde: In der Kampagne sitzen Sie oft minutenlang an einem stationären Geschütz. Die Feuer- und Partikeleffekte sind veraltet. Öde: In der Kampagne sitzen Sie oft minutenlang an einem stationären Geschütz. Die Feuer- und Partikeleffekte sind veraltet. Weder gibt es einen Spannungsbogen, noch einen Oberschurken oder gar ein übergeordnetes Ziel. In den gut gefilmten Zwischensequenzen zu Beginn einer jeden Mission heißt es stattdessen stets »Laufe zum Ziel und töte unterwegs alle Terroristen«. Auch die Hauptfiguren bleiben blass. Warum zum Beispiel Ihr Teamchef den Spitznamen »Mother« trägt, wird ebenso wenig aufgelöst wie der eigentlich spannende Konflikt zwischen dem befehlshabenden Commander und einem General, der tausende Kilometer entfernt an seinem Schreibtisch sitzt und ignorante Kommandos bellt. Auch die sehr gut gesprochenen Funksprüche beschränken sich auf Einzeiler der Marke »Feind auf elf Uhr«; von Gesprächen, wie sie etwa in Bad Company 2 für Atmosphäre sorgen, fehlt jede Spur. Medal of Honor verschenkt dadurch die Chance, seinen Figuren Leben einzuhauchen, Dramatik aufzubauen oder gar einen eigenen Beitrag zur Sinnsuche in aktuellen Militäraktionen beizusteuern.

Medal of Honor : An Bord eines Kampfhelikopters legen wir ein Dorf in Schutt und Asche. Gibt’s Zivilisten? Keine Ahnung. An Bord eines Kampfhelikopters legen wir ein Dorf in Schutt und Asche. Gibt’s Zivilisten? Keine Ahnung.

Ein Krieg ohne Verstand

Das Resultat: Medal of Honor verkommt zu einem stumpfen Shooter, in dem bis auf zwei Klischeezivilisten (Ziegenhirte und verzweifelter Bauer) jeder auftauchende Afghane automatisch ein Anhänger der Taliban ist.

Ähnlich wie in Modern Warfare 2 schinden die Gegner lediglich durch ihre schiere Masse Eindruck. Taktik kennen die Klon-Burschen nicht, und wenn sie keine Deckung finden, rennen sie blindlings auf Ihre Truppe zu oder bleiben wie angewurzelt stehen. Noch mehr Moorhuhn-Flair gibt’s in den regelmäßigen Ballereinlagen, in denen Sie minutenlang an einem stationären Geschütz stehen und in die Menge feuern. In solchen Momenten bleibt einem zumindest genügend Zeit für klammes Grübeln über die Frage, ob derartiges Massenschlachten wohl auf realen Gegebenheiten in Afghanistan beruht.

Etwas Abwechslung bringen die spannenden Schleicheinsätze bei Nacht, in denen Sie feindliche Lager infiltrieren oder aus mehreren Kilometern Entfernung mit einem Präzisionsgewehr auf Gegner ballern. Doch ganz gleich ob Sie mit einem Quad durch die Wüste heizen, an Bord eines Kampfhelikopters Taliban-Nester einäschern oder mit einem Nachtsichtgerät durch stockfinstere Höhlen kriechen, die Missionen ziehen sich immer gähnend in die Länge. Es fehlt an Spektakel, an treibender Musik, an packenden Skriptereignissen, Physikeffekten und Dramatik. Medal of Honor wirkt dadurch wie eine uninspirierte Sparversion von Modern Warfare 2.

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Avatar [L]efty_TrC
[L]efty_TrC
#1 | 13. Okt 2010, 17:35
Absolut gerechtfertig diese Wertung. EA will mit aller Macht zurück in das Genre und vergisst dabei das komplette Spiel.

Wird wohl kein Weg am Addon zu BC2 vorbeiführen diesen Winter
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Avatar Njcid
Njcid
#2 | 13. Okt 2010, 17:41
Und EA hat von der Rückeroberung des Shooter-Throns geträumt...

Ein zusammengeklautes Spiel ohne Seele hat auch keine hohen Wertungen verdient.
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Avatar wohlix
wohlix
#3 | 13. Okt 2010, 17:42
ich sag nur... das spiel mit der pfütze mit dem haus mit den 2 fenstern... für mehr wird das spiel nich in erinnerung bleiben!
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Avatar BiSaF
BiSaF
#4 | 13. Okt 2010, 17:42
Zitat von [L:
efty_TrC]
Wird wohl kein Weg am Addon zu BC2 vorbeiführen diesen Winter


ja toll.. Mit 4 Maps (oder warens 5?) für 20 Euro.
Also der BC2 Hype hin oder her, aber das "Add On" ist genauso abzocke wie alle anderen DLCs.
Mit Modding Tools würde jeder Dice auslachen, dass die versuchen sowas für 20 Euro zu verscherbeln.
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Avatar hexer hext
hexer hext
#5 | 13. Okt 2010, 17:43
Schade eigentlich. Und wieder hat es Gamestar geschafft dass ich mein Geld nich unötig verschwende
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Avatar [L]efty_TrC
[L]efty_TrC
#6 | 13. Okt 2010, 17:46
Zitat von BiSaF:


ja toll.. Mit 4 Maps (oder warens 5?) für 20 Euro.
Also der BC2 Hype hin oder her, aber das "Add On" ist genauso abzocke wie alle anderen DLCs.
Mit Modding Tools würde jeder Dice auslachen, das die versuchen sowas für 20 Euro zu verscherbeln.


Natürlich, stimm ich dir voll zu. Aber ich bezog es halt mehr auf den Vergleich (den auch GS angestellt hatte) mit ihren Previews zu den "großen 3" Titeln die diesen Winter im Actiongenre erscheinen.

MoH = Grütze
CoD = kennt man wohl auch alles schon 10 mal (auch wenn die MP-Modi gut klingen, aber das gibts anderso auch umsonst)
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Avatar RED-FROG
RED-FROG
#7 | 13. Okt 2010, 17:47
Dieser Kommentar wurde ausgeblendet, da er nicht den Kommentar-Richtlinien entspricht.
Avatar Cyrix_LaCroix
Cyrix_LaCroix
#8 | 13. Okt 2010, 17:50
Verdammt hätte mich echt drauf gefreut..
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Avatar The_Scarve
The_Scarve
#9 | 13. Okt 2010, 17:50
Nunja, wenn mans genau nimmt war MOH:AA auch nichts anderes als Schlauchlevels in denen man a) alles abschießen und b) irgendwas sprengen musste, aber damals war das noch was neues und hat Spaß gemacht, habs 3-4 mal durchgespielt, aber es scheint, dass das Neue hier nur noch uninspirierter Aufguss ist, der jeglicher Logik entbehrt.
Und 5(!) Stunden Spielspaß ist auch wieder ein neuer Tiefpunkt.
Wenn euch nichts einfällt dann lasst das entwickeln von Spielen sein!!! Immer diese Raffgier....

Edit: Ich vergaß, dass MOH:AA dafür aber durch eine sehr gute Atmosphäre glänzen konnte, und der MP hat trotz nur 1-2 Modi Spaß gemacht.
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Avatar 3Run.NL
3Run.NL
#10 | 13. Okt 2010, 17:50
Die "großen Herbstfavoriten" fallen wie die Fliegen und mein Geldbeutel freut sich.^^
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Details zu Medal of Honor

Plattform: PC
Genre Action
Untergenre: Ego-Shooter
Release D: 14. Oktober 2010
Publisher: Electronic Arts
Entwickler: Danger Close
Webseite: http://www.medalofhonor.com
USK: Keine Jugendfreigabe
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 584 von 5632 in: PC-Spiele
Platz 99 von 738 in: PC-Spiele | Action | Ego-Shooter
 
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