Was haben Dirk Nowitzki und NBA 2K12 gemeinsam? Klar, sie beschäftigen sich hauptberuflich mit einem orangefarbenen Ball. Doch im Moment sind beide auch unangefochten die Besten ihres Fachs. Unser deutscher Basketball-Export hat es in der letzten Saison endlich geschafft, mit seinen Dallas Mavericks den heiß begehrten Meisterschaftsring zu ergattern. Dirkules und Konsorten ließen auf ihrem Weg zum Titel den meisten Gegner nicht den Hauch einer Chance (Wer waren gleich noch mal die L.A. Lakers?). Mit Kontrahenten muss sich NBA 2K12 im Moment ebenfalls nicht herumärgern, denn die konkurrierende NBA Elite-Serie (früher NBA Live ) von EA Sports nimmt im Moment eine Auszeit. Erst nächstes Jahr will sich Electronic Arts (vermutlich) wieder in die Halle wagen.

Wer jetzt aber denkt, die Entwickler der NBA 2K-Reihe ruhen sich auf ihren Lorbeeren aus, liegt falsch. Der Titel schafft es tatsächlich, im Vergleich zum herausragenden Vorgänger noch eine Schippe drauf zu legen.

Die Physik: spektakuläre Körperkontakte

Die Entwickler haben die Spielmechanik von NBA 2K12 dieses Jahr ins Trainingslager geschickt. Herausgekommen sind einige Detail-Verbesserungen, die ein noch authentischeres Basketball-Gefühl vermitteln.

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NBA 2K12

Dank der neuen Kollisionsphysik wirkt der Körperkontakt um einiges realistischer, wodurch es auf dem Parkett immer wieder zu spektakulären Szenen kommt. Es sieht ziemlich beeindruckend aus, wenn kleinere Spieler an »Superman« Dwight Howard (Orlando Magic) abprallen wie Kugeln am echten Mann aus Stahl, oder LeBron James (Miami Heat) den Gegenspieler beim Dunking mit seinem wuchtigen Körper ohne Rücksicht auf Verluste aus dem Weg räumt. Auch die Physik des Balles wurde überarbeitet. So klebt die Kugel nicht mehr magisch an den Händen der Spieler. Wer stets nur egoistisch vor sich hin dribbelt, der verliert den Ball schneller, als ihm lieb sein dürfte.

Die Steuerung: Gutes besser gemacht

Die Steuerung von NBA 2K12 ist im Vergleich zum Vorgänger weitgehend gleich geblieben. Auch dass Sie am PC lieber zum Gamepad greifen sollten, ist nichts Neues. Die einzig echte Innovation betrifft das so genannte Post-Game, also wenn unser Spieler mit dem Rücken zum Korb den Gegner mit seinem massigen Körper langsam in Richtung Reuse schiebt. Mussten wir in NBA 2K11 noch umständlich die beiden Schultertasten gedrückt halten, reicht jetzt ein simpler Tastendruck, und der Spieler geht in Position. Das hat den Vorteil, dass die Schultertasten frei für andere Bewegungen sind.

Die Herausforderungen: geschichtsträchtig

Der große Star von NBA 2K11 war ohne Frage der beste Basketballer der NBA-Geschichte: Michael Jordan. In den »Jordan-Herausforderungen« konnten wir seine zehn besten Spiele noch einmal nacherleben.

NBA 2K12 : In krisseligem TV-Bild spielen wir historische Kult-Turniere nach. In krisseligem TV-Bild spielen wir historische Kult-Turniere nach.

Dieses Jahr muss sich »His Airness« aber etwas zurücknehmen und den Platz an der Sonne mit 14 der größten Vertreter ihres Fachs teilen. Die Auswahl lässt dabei keine Wünsche offen. Auf der Scheibe finden sich unter anderem Scharfschütze Larry Bird, der beste Passgeber aller Zeiten, John Stockton sowie Defensiv-Spezialist Scottie Pippen. Für jeden Spieler haben sich die Entwickler ein wichtiges Spiel seiner Karriere herausgepickt.

Die 15 Partien nehmen uns dabei mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte der NBA. So erleben wir hautnah mit, wie die Hosen der Spieler immer weiter und länger wurden, die Socken im Gegenzug dazu aber immer kürzer. Aber auch abseits der Kleidung glänzt der Legenden-Modus durch viel Liebe zum Detail. Die Spieler werfen, dribbeln und bewegen sich wie ihre realen Vorbilder. Cool: Beim Spiel zwischen den L.A. Lakers rund um Spielmacher Jerry West (seine Silhouette ziert das NBA-Logo) und die Atlanta Hawks aus den frühen 70er Jahren gab es zwar schon Farbfernsehen, die Qualität ließ allerdings noch zu wünschen übrig. Entsprechend hat man das Gefühl, die Farbpalette besteht einzig und allein aus verwaschenen Gelbtönen. Eine Dreipunktlinie sucht man hier ebenfalls vergebens, denn diese gibt es erst seit 1979 auf den Spielfeldern der NBA.