Eine Insel und ein fiktiver militärischer Konflikt -- das ist eigentlich schon alles, was Operation Flashpoint: Dragon Rising mit Operation Flashpoint: Cold War Crisis von 2001 verbindet. Codemasters hat das Spielprinzip des von Bohemia Interactive (Arma 2) entwickelten Vorgängers mächtig gestutzt: Der Fuhrpark ist bedeutend kleiner und kann bis auf wenige Ausnahmen in der Kampagne nicht genutzt werden. Lediglich drei KI-Begleiter werden Sie kontrollieren. Und dynamisch ist das Geschehen auf dem Eiland Skira auch nicht.

Geblieben ist ein Taktik-Shooter, der vieles richtig macht und damit gut unterhält, uns in vielerlei Hinsicht aber auch enttäuscht.

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Operation Flashpoint Dragon Rising

Die Inszenierung

Die Insel Skira im japanischen Meer ist das Objekt der Begierde in Operation Flashpoint: Dragon Rising. Dort lagern riesige Rohstoffvorkommen, die China auf den Plan rufen.

Operation Flashpoint: Dragon Rising : Am Ende einer Mission speist man Sie mit einer nüchternen Statistik ab. Am Ende einer Mission speist man Sie mit einer nüchternen Statistik ab. Die chinesische Volksbefreiungsarmee (VBA) schnappt sich das Eiland, das eigentlich den Russen gehört. Die Russen bitten die Weltpolizei um Hilfe, die sich auch gleich daran macht, der VBA den Weg heim zu leuchten. Dabei übernehmen Sie im Dragon Rising abwechselnd die Rolle von zwei Soldaten der US-Marines (Hunter und Mulholland), die gemeinsam mit je drei Kameraden auf Kommandoeinsätze gehen. Das Szenario ist übrigens gar nicht so unwahrscheinlich, denn der fiktive Konflikt ums fiktive Skira basiert auf der Situation, die gegenwärtig auf der realen Insel Sachalin herrscht.

Operation Flashpoint: Dragon Rising : Im hohen Gras sind Soldaten selbst aus der Nähe kaum auszumachen. Oder sehen Sie den Chinesen gut, auf den unser Fadenkreuz zeigt? Im hohen Gras sind Soldaten selbst aus der Nähe kaum auszumachen. Oder sehen Sie den Chinesen gut, auf den unser Fadenkreuz zeigt?

Soweit die an sich perfekte Ausgangssituation für eine spannende Geschichte. Doch wer eine temporeiche Handlung, kleine und große Dramen um einzelne Soldaten oder auch nur eine Art minimale Bindung zu den Polygonfiguren auf dem Monitor erwartet, ist bei Operation Flashpoint: Dragon Rising falsch. Nach einem kalten, wenn auch stilistisch sicheren Intro im Minimaldesign geht’s ohne Umschweife gleich in die erste Mission. Wer die Person denn genau ist, die wir im Folgenden verkörpern, erfahren wir nicht. Auch der Konflikt zwischen Chinesen und Amerikanern auf der Insel Skira bleibt unscharf. Codemasters hat bei Operation Flashpoint: Dragon Rising auf jegliche Inszenierung verzichtet; stimmungsfördernde Zwischensequenzen fehlen, nur am Schluss gibt’s ein Rausschmeißerfilmchen in körnigem Schwarz-Weiß. Die KI-Begleiter melden sich nur, wenn sie Feindpositionen und Treffer ansagen, wenn sie unsere Befehle bestätigen und wenn sie verletzt sind. Dann hören Sie schon mal markige oder panische Ausrufe. Das taugt allerdings wirklich nicht dazu, eine Bindung zu den Männern aufzubauen.