Heute ist klammheimlich die zeitlich limitierte Demo zu Outlast 2 aufgeschlagen, zunächst auf der PS4 und heute Abend dann auch auf der Xbox One und bei Steam - allerdings nur in Europa und Australien. Grund genug für uns, die Chance zu ergreifen und die Testversion zur Horror-Hoffnung auf die Probe zu stellen. Hält Outlast 2, was der gelobte Vorgänger uns versprochen hat? Und für wen lohnt sich die Demo überhaupt?

Der Vorgänger: Outlast 1 im Test

Wo bekomme ich die Demo?

Neugierige Horror-Fans können sich die Demo einfach über Steam oder im Playstation Store auf der PS4 herunterladen. Der Download ist ungefähr 7 GB groß (fünf auf der PS4) und bietet rund eine halbe Stunde Spielzeit.

Was umfasst die Demo?

In der Demo spielen wir einen in sich abgeschlossenen Bereich, der so wohl auch nicht im fertigen Spiel sein wird - zumindest, wenn man bedenkt, was unserem armen Hauptcharakter widerfährt. Wie im Vorgänger Outlast sind wir investigativ unterwegs und begeben uns auf die Spur eines Mysteriums - bewaffnet mit einem Camcorder und mehr Mut, als uns gut tut.

Gemeinsam mit unserer Frau versuchen wir den scheinbar unmöglichen Mord an einer schwangeren Frau aufzuklären und geraten mitten in der Wüste von Arizona in einen blutigen Wirrwar aus Wahnsinnigen und offenbar Übernatürlichem.

Wie spielt sich die Demo?

Die große Frage dabei: Funktioniert das auch? Und wie schlägt sich die Demo im Vergleich zum ersten Outlast? Schon zu Beginn sind die Parallelen offensichtlich. Wir spielen wieder aus der Ego-Perspektive, halten mit dem Camcorder tapfer auf alles, was uns ins Auge springt und humpeln wahllos von einem Licht zum nächsten, in der Hoffnung wertvolle Batterien zu finden.

Denn in der Dunkelheit lauern wieder allerlei Schreckensgestalten, die uns schon früh durch unheimliche Geräusche angekündigt werden - und uns unter Hochspannung setzen. Dieser anfänglich subtile Horror weicht allerdings schnell reiner Panik:

Warnung: der folgende Absatz enthält Spoiler

Wir werden im Stil japanischer Schmuddelfilmchen von einem Tentakel-Monster entführt, müssen uns in einer leeren Schule vor einem Poltergeist verstecken und landen wenig später bei blutrünstigen Menschenfressern, die uns durch das gesamte Demo-Areal jagen.

Outlast 2 - Screenshots

Damit weicht der tatsächliche Horror schnell einer Mischung aus Angst und Ekel, die uns bis zum abrupten Ende immer weiter antreibt. Outlast 2 versetzt uns so in Herzrasen, keine Frage. Wir glauben aber, dass das im späteren Spiel nicht durchweg auf diesem Niveau bleiben kann. Die Demo fährt ein unglaubliches Tempo auf und jagt uns von einem Jumpscare zum nächsten, während der erste Teil sie clever zwischen langen, ereignislosen Passagen platzierte und so unsere eigene Anspannung gegen uns verwendete.

Das könnte auch bei Outlast 2 klappen, wenn das Spiel es schafft, auch durch echten Horror zu erzeugen. Denn Ekel ist nicht jedermanns Sache und nimmt man etwas Tempo raus, könnten sich Splatter und abgedrehte Monster schnell abnutzen, wenn dafür die Spannung auf der Strecke bleibt. Die unheimlichsten Bedrohungen sind schließlich oft die, die man erst spät oder sogar überhaupt nicht zu Gesicht bekommt. Denn dann rattert die Fantasie.

Für wen lohnt sich die Demo?

Die Demo ist ein launiger Horror-Trip für einen Abend - einfach das Licht ausmachen und losspielen, gerne auch mit anderen zusammen. Wirklich viel sagt sie aber nicht über das fertige Spiel aus. Außerdem sollte man keinen subtilen Horror im Stil von Amnesia oder einen interessanten Hintergrund à la SOMA erwarten. Die Demo von Outlast 2 ist vor allem Splatter. Wenn auch gekonnt inszeniert - der Maßstab für Ekel-Horror wird damit definitiv eine Stufe höher gesetzt und macht uns neugierig, welche grotesken Ideen noch in den Köpfen der Outlast-Entwickler herumspuken.