Wir treten aufs Gaspedal und fühlen uns wie damals in unserer ersten Fahrstunde. Eine ebenso angespannte wie euphorisierende Mischung aus Nervosität, Faszination, Adrenalin und Respekt vor der Technik.

Nur dass wir dieses Mal nicht am Steuer eines handzahmen Golfs sitzen, sondern in der Rennsimulation rFactor 2 im Jahr 1966 mit einem historischen Brabham Formel-1-Flitzer durch die engen Kurven von Monaco schleudern. Fasziniert beobachten wir, wie unsere Vorderrad-Aufhängung mit jeder noch so kleinen Bodenwelle mitgeht … und übersehen prompt eine große. Wir bekommen zu viel Luft unter den Unterboden und unser Brabham macht den Abflug – im wahrsten Sinne des Wortes.

Nein, rFactor 2 von Image Space (u.a. F1 Challenge 99 - 02 ) macht es uns wahrlich nicht leicht. Aber das will es auch gar nicht. Es ist ein Fahrsimulator von Motorsportenthusiasten für Motorsportenthusiasten – mit allen Vor- und Nachteilen, die das so mit sich bringt.

Wo und wie kann ich rFactor 2 kaufen?
rFactor 2 befindet sich derzeit in der offenen Beta und kann auf der offiziellen Homepage vom Entwickler Image Space geladen werden. Allerdings müssen Sie die Simulation zum Vollpreis von 44 US-Dollar kaufen und aktivieren, bevor Sie loslegen dürfen. Immerhin gewährt Image Space ein 30-tägiges Geld-Rückgabe-Recht, wenn Sie rFactor 2 bei Nichtgefallen wieder deaktivieren. Nach erfolgter Installation des Hauptprogramms müssen Sie noch Ihre gewünschten Autos und Strecken downloaden, in das Packages-Verzeichnis von rFactor 2 kopieren und anschließend im Mod Manager des Hauptprogramms installieren.

Autos und Strecken nur per Mod

Ein Vorteil ist zum Beispiel, dass rFactor 2 wie sein Vorgänger konsequent auf Mods ausgerichtet ist. Dass geht sogar so weit, dass die Installationsdatei lediglich die Simulations-Engine und die Menüs enthält, aber keinerlei Autos, Strecken oder gar Meisterschaften.

Diese müssen wir separat runterladen, ins dafür vorgesehene Verzeichnis kopieren und anschließend mit dem mitgelieferten Mod Manager installieren. Klingt furchtbar kompliziert, funktioniert aber schon in der Beta-Version erstaunlich reibungslos. Und es ermöglicht für jeden Motosport-Fan genau die Simulation, die er persönlich gern spielen würde.

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rFactor 2

Bereits in der Beta-Version ist die Bandbreite der zur Verfügung stehenden Mods enorm: Es gibt einen Clio Cup, die Formel Renault, eine GT Serie oder auch die eingangs erwähnten Formel 1 Oldtimer samt historischer Kurse. Und angesichts der Mod-Fülle zum ersten rFactor (es existiert sogar eine historische DDR-Meisterschaft samt Trabis) müssen wir kein Prophet sein, um zu prognostizieren, dass rFactor 2 in nicht allzu ferner Zukunft nahezu alles simulieren wird, was auf vier Rädern über Rennkurse brettert.

Mit Akribie und Herstellerdaten

rFactor 2 : Im Formel-1-Oldtimer durch die historischen Kurven von Monaco im Jahr 1966. Die Mod-Freundlichkeit von rFactor 2 ermöglicht jedes noch so ungewöhnliche Motorsportszenario. Im Formel-1-Oldtimer durch die historischen Kurven von Monaco im Jahr 1966. Die Mod-Freundlichkeit von rFactor 2 ermöglicht jedes noch so ungewöhnliche Motorsportszenario. Jedes Auto, das dabei direkt vom Entwickler Image Space kommt, wird nicht nur offiziell lizenziert sondern soll mit Hilfe von Herstellerdaten und in Zusammenarbeit mit Rennfahrern so originalgetreu wie möglich simuliert werden. Inwieweit das gelingt, können wir nur schwer beurteilen. Schließlich sind wir noch nie in einem echten Renault Clio mit 200 Sachen über den Grand-Prix-Kurs von Malaysia gebügelt.

Was wir aber beurteilen können: Es fühlt sich fast schon gespenstisch real an. Mit einem guten Force Feedback Lenkrad spüren wir hautnah jede Bodenwelle, das Auto reagiert in jeder Sekunde exakt so, wie wir es auch in der Realität erwarten würden. Selbst Kleinigkeiten wie das Gewicht der Tankfüllung, der Gummiabrieb auf der Strecke und der (bis aufs Kilopascal festlegbare) Druck jedes einzelnen Reifens werden berechnet.

Trotz zahlreicher optionaler Fahrhilfen - wir vermissen lediglich eine zuschaltbare Ideallinie – ist rFactor 2 deshalb eine harte (Fahr-)Schule. Aber auch eine verflucht faszinierende. In der ersten Runde mit einem neuen Wagen tasten wir uns noch vorsichtig um jede Kurve. Spielen mit Kupplung, Gas- und Bremspedal um zu schauen, wie das Auto reagiert.

In der zweiten Runde geben wir ein kleines bisschen mehr Gas, bremsen ein kleines bisschen später, finden eine etwas direktere Linie und verbessern uns sofort um satte zehn Sekunden. In der dritten Runde versuchen wir es dann das erste Mal richtig auf Zeit … und landen prompt in der Mauer. Und selbst nach der hundertsten Runde bleiben wir fasziniert, weil wir stets neue Nuancen an Wagen oder Strecke entdecken, die uns eine noch schnellere Zeit liefern.