Update vom 21. März 2013: Nach seinen Aussagen wehte Richard Garriott ein teilweise heftiger Wind der Entrüstung und Kritik entgegen. Dies war wohl letztendlich auch ein Auslöser dafür, dass Garriott sich jetzt nochmals zu Wort meldete und dabei seine damalige Aussage etwas relativerte.

»Was ich eigentlich sagen wollte, war, dass Design diejenige Fähigkeit ist, die in der Branche am schwierigsten aber gleichzeitig auch wertvollsten zu erlernen ist. Ich wollte damit ausdrücken, dass jede Firma mit dem Talent seines Design-Teams steht oder fällt. Und wir als Industrie machen derzeit keine gute Arbeit, die Talente, die wir selbst brauchen, auszubilden. Das liegt vor allem daran, dass die Ausbildungssysteme diesbezüglich noch hinterherhinken - genau wie Programmierung und Kunst.

Ich wollte mich keinesfalls in ein besseres Licht rücken. Ich wolle lediglich klarstellen, dass Game Design ziemlich schwierig ist.«

Richard Garriott : Richard Garriott alias Lord British, selbst ernannter bester Spiel-Designer Richard Garriott alias Lord British, selbst ernannter bester Spiel-Designer Originalmeldung: Zugegeben: Richard Garriott ist eine Spiel-Designer-Legende. In den 80er- und 90er-Jahren schuf Garriott mit der Ultima-Serie eine wegweisende Rollenspiel-Reihe. Bescheiden ist Garriott nicht. Das zeigt der Brite in einem Interview mit der Webseite PCGamer. Dort sagt Garriott, dass praktisch alle aktuellen Spiel-Designer ihm nicht das Wasser reichen könnten:

»Gehen wir mal in die Zeit zurück, in der ich Programmierer war, Grafiker, Autor und so weiter. Jeder Grafiker, den wir je eingestellt haben, ist unendlich besser bei Grafik als ich je war. Ich war nie ein guter Grafiker oder Komponist. Ich war ein ziemlich guter Programmierer. Jetzt sind alle Programmierer besser als ich, aber wenn ich dabei geblieben wäre, könnte ich wahrscheinlich mithalten. (...)

Aber abgesehen von Chris Roberts (Wing-Commander-Macher, mit Garriott in den 90er-Jahren Star-Designer bei Origin Systems, derzeit Chefentwickler von Star Citizen, Anm. d. Red.) habe ich praktisch niemanden in der Industrie kennengelernt, der auch nur annähernd ein so guter Spiel-Designer ist wie ich. Ich sage das nicht, weil ich so brillant bin. Ich sage, dass die meisten Spiel-Designer einfach mies sind und ich glaube, dafür gibt es einen Grund.

Wenn man Spiele mag, kommt man vielleicht irgendwann zu dem Punkt, an dem man Spiele machen will. (...) Wenn man aber kein guter Grafiker und kein guter Programmierer ist, aber trotzdem Spiele mag, wird man Designer. Und das Wichtigste beim Erschaffen eines Spiels ist das Design, das die Programmierer dann technisch ausführen. (...) Ich habe gelernt, dass Grafiker und Programmierer genauso gute Designer wie die Designer selbst sind. Oft sogar besser, weil sie die Technologie und Kunst verstehen.

Viele Designer bekommen also den Job, weil sie keine Qualifikationen für die anderen Jobs haben, anstatt wirklich qualifiziert für die Position des Designers zu sein. Man kann einfach nicht in der Schule lernen, ein guter Spiel-Designer zu sein.«

Garriott beschreibt weiter, wie er anhand von »vierdimensionalen« Tabellen, die Position von Figuren, Gegenständen und Geschichten in einer Spielwelt positioniert und führt weiter aus:

»Jeder Spiel-Designer mit dem ich mein ganzes Leben zusammengearbeitet habe, ist - ehrlich gesagt - faul. (...) Sie sagen normalerweise 'Ich mag Medal of Honor, will aber größere Waffen und mehr Medi-Packs.' Sie verändern ein Spiel, das sie mögen anstatt sich wirklich hinzusetzen und darüber nachzudenken, wie sie die Grenzen wirklich verschieben können.«

Garriott nennt mit Will Wright (Sim-Serie) und Peter Molyneux weitere »großartige« Spiel-Designer und gibt zu, dass Entwickler wie BioWare in den letzten Jahren gute Arbeit geleistet hätten. Er selbst arbeitet nach dem MMO-Flop Tabula Rasa am Rollenspiel Shroud of the Avatar: Forsaken Virtues, das bei Kickstarter erfolgreich finanziert wurde.

Eine Vorschau zu Shroud of the Avatar: Forsaken Virtues lesen Sie hier.