Spec Ops: The Line - PC

3rd-Person-Shooter  |  Release: 29. Juni 2012  |   Publisher: Take 2 Interactive
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Special: Keine Käufer für kluge Spiele | Seite 2

Keine Chance für Spec Ops: The Line 2

Perlen vor die Nachzügler

Bis heute, erzählen die Entwickler stolz, erreichen das Studio immer wieder E-Mails von Spielern, die mehr sind als nur begeistert: Sie sind beeindruckt. Es sind E-Mails von Menschen, die zu spät gekommen sind. Die Spec Ops: The Line in irgendeinem Steam-Ausverkauf für ein paar Dollar mitgenommen haben und dann gar nicht glauben können, was für eine Perle man ihnen da nachgeworfen hat.

»Von den Machern von Spec Ops: The Line« sollte ein Prädikat sein, mit dem Yager in jeder Präsentation wirbt - nicht eine Aussage, von der man sich erst mal in Teilen distanziert, bevor man über ein neues Spiel spricht. Im Gespräch mit Studio-Gründer Timo Ullmann wird dann aber schnell klar, woher die Folie vom »optimistischen Krieg« kommt, denn Spec Ops war, vermutlich muss man das resümieren, ein finanzieller Misserfolg.

Der Titel, der Menschen dazu inspirierte, ganze Bücher über ihre Auseinandersetzung mit Captain Walker und seinem Abstieg in den Wahnsinn zu schreiben, konnte seinen Entwicklungsaufwand am Ende nicht rechtfertigen. Fünf lange Jahre rang Yager mit der Technik, der Story und der Präsentation. Überzeugte seinen Publisher 2K Games, das Wagnis einzugehen und nicht nur die x-te Schießbude zu produzieren. Aber die nötige Menge an Spielern überzeugte man letztlich nicht. In seinem Quartalsbericht 1/2013 blieb Take 2 Interactive bei den Umsatzzahlen unter Plan. Unter anderem, so hieß es damals, wegen fehlender Verkäufe von Spec Ops: The Line.

Schwere Kost ist problematisch

»Wenn man abends noch mal ein Spiel in die Konsole schmeißt, hat man nicht immer Lust auf schwere Kost«, resümiert Timo Ullmann. »Man muss nun mal in der richtigen Stimmung sein für so einen Titel. Das schränkt das Potenzial automatisch ein.« Angesichts dieses Fazits ist es kein Wunder, dass sich Yager fürs Erste vom Tiefgründigen verabschiedet.

Ihrem zweiten aktuellen Projekt, Dead Island 2 , haben die Berliner im Vergleich zum Vorgänger von Techland ebenfalls einen weniger düsteren, humorvolleren Anstrich verpasst. Laut Yager hatte das mit dem mangelnden Verkaufserfolg von Spec Ops nichts zu tun, aber es fällt schwer, darin nicht auch einen Hauch von »Lektion gelernt« zu entdecken.

Einen weiteren Titel in der Art von Spec Ops, das gibt Ullmann zu, würde er vermutlich nicht machen. Zumindest nicht im Militärshooter-Genre. Vermutlich auch nicht in der gleichen Größenordnung. Das Risiko sei einfach zu groß. »Die Leute, die sich für einen intellektuelleren Ansatz interessieren«, sagt er, »werden vermutlich immer eine kleine Minderheit bleiben. Eine Elite, wenn man so will. Bei den Kosten, die hinter den absoluten Top-Produktionen stecken, wird es immer ein großes Risiko sein, das Spiel zu sehr auf diese Gruppe zuzuschneiden.«

Zermürbende Entwicklung

Am Ende, beteuert das Team, sei es ihnen auch ganz recht gewesen, dass es keine Fortsetzung zu Spec Ops gab. Die fünf Jahre währenden Arbeiten an dem Titel zehrten gegen Ende an den Kräften der Entwickler. »Wenn man sich überlegt, was man sich für so ein Spiel an Referenzbildern ansehen muss«, erzählt Art Director Mathias Wiese im Rückblick, »das ist nicht schön. Danach ist man froh, wenn man etwas anderes machen kann.« Aber auch er scheint nicht nur in dieser Hinsicht kriegsmüde zu sein.

All die Jahre an einem Spiel zu arbeiten, ohne eine Ahnung zu haben, ob sich all die Mühen wirklich auszahlen. Zu bangen und zu hoffen, dass man am Ende den richtigen Zeitpunkt erwischt, den richtigen Ton trifft oder schlicht um Gottes Willen mit genug Abstand zu Call of Duty erscheint, kann zermürbend sein. Deswegen, so Wiese, freue er sich über den neuen Entwicklungsansatz bei Dreadnought. Das kommt nun nach deutlich kürzerer Entwicklungszeit auf den Markt und wird dann auf Basis des Feedbacks der Spieler weiterentwickelt.

Das gibt nicht nur mehr Sicherheit, sondern erlaubt Yager auch nebenbei ein zweites Projekt am Laufen zu halten, sodass der Entwickler nicht seine ganze Zukunft auf ein Projekt verwetten muss. Ja, sagen sie alle in Berlin, sie sind stolz auf ihr Spec Ops und sie bereuen nichts, weil es der Reputation des Studios so geholfen hat. Aber man gewinnt den Eindruck, den nächsten Schritt nach vorn werden andere gehen müssen. Yager und 2K Games haben viel riskiert und sind mit einem blauen Auge nach Hause gegangen. Beide scheinen nun erst mal andere Schlachten schlagen zu wollen. Bis auf Weiteres, macht Krieg in Spielen wieder einfach nur Spaß.

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Avatar Nassam87
Nassam87
#1 | 20. Jul 2014, 13:30
Spec Ops war toll und ich finde es schade das es keinen 2ten geben wird !
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Avatar Singler
Singler
#2 | 20. Jul 2014, 13:35
Alleine die Szene nach dem Artillerie-Beschuss bleibt mir auf ewig in Erinnerung.
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Avatar SIL_EL_MOT
SIL_EL_MOT
#3 | 20. Jul 2014, 13:39
Ich empfehle das Spiel auch jedem bei dem ich denke, dass er nicht nur seichte Unterhaltung erfahren will. Wird auch überwiegend sehr gut aufgenommen.
Schade dass es keinen 2ten Teil geben wird. Und schade dass das ein so herber Misserfolg war, dass sich kein Studio ranwagt! Hier wäre mal eine Kickstarterkampagne sinnvoll. Vll. gibts ja doch genügend die sich eine Fortsetzung wünschen!
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Avatar Gun-D
Gun-D
#4 | 20. Jul 2014, 13:40
Es ist wirklich eine Schande, dass ein so gut erzähltes Spiel kein Publikum findet, was aber gleichzeitig auch viel von den Spielern verrät. Warum will man sich denn mal nicht aus einer eher Genre-untypischen Sichtweise dem Ganzen nähern? Aber nein: Keine Experimente. Und wer es versucht, muss froh sein, wenn er nicht ohne Arbeit auf der Straße landet. Ein klares Statement aus der Szene und ein sehr trauriges dazu.
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Avatar Lenman
Lenman
#5 | 20. Jul 2014, 13:40
"William Conrad"? Meint ihr Joseph Conrad?
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Avatar Geron1985
Geron1985
#6 | 20. Jul 2014, 13:44
Sehe ich wie Nassam. Spec Ops war endlich mal ein Titel, der den Krieg zeigte, wie er ist, oder doch zumindest deutlich näher an dem, wie der Krieg wirklich ist, als der ganze Mainstream-Kram wie CoD.
Das Problem ist, das viel zu viele Menschen Krieg cool finden und Bilder und Szenen wie aus Spec Ops passen da nicht in die Vorstellungen dieser Leute. Die Leute lieben Krieg, wollen aber nur die strahlenden Heldengeschichten davon sehen.
So zeichnen Spiele wie Call of Duty bloß ein perverses und völlig verzerrtes Spiegelbild des Krieges.
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Avatar Aryko
Aryko
#7 | 20. Jul 2014, 13:54
Sehr guter Artikel !
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Avatar hunter7j
hunter7j
#8 | 20. Jul 2014, 13:57
Spec Ops war von der Story super leider ist mir eine Story mit 2 3 guten Momenten keine 40 euro Wert wenn das Gameplay dabei nichts besonderes ist und das Spiel nicht sehr lang.

Macht das ganze als 30 Stunden Spiel und als guten taktik Shooter.
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Avatar McStrife
McStrife
#9 | 20. Jul 2014, 14:01
Ich bin einer der es im Schlussverkauf gekauft hat, und es tat mir leid. Nicht es gekauft zu haben! Nicht es durchgespielt zu haben! Sondern es nicht zum Vollpreis gekauft zu haben.

Seit dem empfehle ich es jedem, und verschenke es auch gern. Leider kann man nur nivcht seine Freunde zwingen es durchzuspielen.

Falls jemand von Yager das hier liest: Vielen Dank für dieses Spiel!
Und vorallem vielen Dank für die Lektion um Krieg und dessen Wahnsinn!
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Avatar Crux
Crux
#10 | 20. Jul 2014, 14:12
Das Spiel war gut, aber den Krieg als schreckliches Monstrum zu zeigen ist bei weitem nicht so genial wie es hier dargestellt wird.

Das Spiel war an sich einfach nicht gut genug. Wieso Schuldgefühle entwickeln ? Es gab keine Wahl beim Mörserangriff, das Spiel hat einen zu diesem Punkt geführt und das ist nicht mein Problem.

Das Krieg grausam und schrecklich ist, dazu brauche ich keine Aufklärung, da reichen schon die Nachrichten.

Und jetzt zu sagen das Spec Ops The Line schwere Kost gewesen sei, also bitte, das ist lächerlich.

Es hat eine gute Geschichte, aber das Ende ist vorhersehbar, aufgrund des Gesamttons dieses Spiels.

Warum denn überhaupt eine Fortsetzung, das Spiel ist meiner Meinung nach ein wunderbares Einzelwerk, es ist abgeschlossen.
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Details zu Spec Ops: The Line

Plattform: PC (PS3, Xbox 360)
Genre Action
Untergenre: 3rd-Person-Shooter
Release D: 29. Juni 2012
Publisher: Take 2 Interactive
Entwickler: YAGER Development
Webseite: http://www.specopstheline.com
USK: Keine Jugendfreigabe
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 336 von 5752 in: PC-Spiele
Platz 17 von 206 in: PC-Spiele | Action | 3rd-Person-Shooter
 
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