An Selbstvertrauen mangelt es dem Team von CD Projekt Red nicht: »Wir haben die beste Rollenspiel-Engine der Welt gebaut«, warfen die Entwickler sich auf der Gamescom in die Brust. Und damit haben sie wahrscheinlich sogar recht. Die Präsentation von The Witcher 2gehört jedenfall mit Sicherheit zu den beeindruckendsten Erlebnissen dieser Messe.

Ihren Stolz wussten die Polen dabei mit sympathischer Ironie abzuschmecken, etwa wenn sie im Presskit einen Notizblock schon mal mit witzigen vorgefertigten Aufzeichnungen gefüllt hatten, »damit ihr nicht mitschreiben müsst«, oder nach einer Auflistung der Steigerungen in The Witcher 2 zerknirscht gestanden, eine Sache sei gegenüber dem Vorgänger leider massiv gekürzt: »Statt 700 Ladepausen gibt's jetzt nur noch circa 4.«

Tatsächlich kann sich die komplett erneuerte Engine des Rollenspiels wirklich sehen lassen, in den Außenarealen ist sie sogar die schönste, die wir bislang gesehen haben. Der Blick schweift über kollosal trutzige Burganlagen, einen breiten Wasserstrom, halbfertige Brücken, alles untermalt von einer wunderbaren Lichtstimmung. »Alles, was man sehen kann, kann man auch erreichen«, verspricht CD Projekt.

Zumindest bei mehrmaligem Durchspielen, denn je nach den Entscheidungen des Spielers werden sich unterschiedliche Abschnitte der Areale öffnen oder verschließen, was schließlich in eines von 14 Enden münden soll. Und wer seinen Spielstand aus dem ersten The Witcherimportiert, hat auch noch einen von drei möglichen Startpunkten. Die Blaupause des Questverlaufs von The Witcher 2 mit allen Verzweigungen sieht aus wie der Schaltplan für ein Atomkraftwerk.

Fast alles ist neu

Keine Frage, CD Projekt Red hat mit The Witcher 2 ein Projekt vor, das den sowieso schon umfangreichen ersten Witcher-Teil in jeder Hinsicht in den Schatten stellen soll. So ziemlich alles im Spiel ist überarbeitet oder erneuert - das Kampfsystem (leichter zu lernen, schwieriger zu meistern), die Alchemie (jetzt sinnvoller und vielseitiger), das Schleichsystem, die Ausrüstung -, und manches ist neu hinzugekommen: ein Nahkampfsystem, ein neues Magiezeichen, magisch aufrüstbare Waffen, und so weiter.

Allein die Flucht aus dem Kerker der Burg La Valette in der Gamescom-Demonstration soll sich auf vier unterschiedliche Weisen bewerkstelligen lassen, zwei davon wurden gezeigt. Und deren Handlungsverlauf unterscheidet sich in der Tat beträchtlich. Wie genau, das sehen Sie sich am besten in unserem Gamescom-Video selbst an.

Viele weitere Details zu The Witcher 2 erfahren Sie in unserer großen Titelstory in der kommenden GameStar-Ausgabe 10/2010, die am Mittwoch, den 25. August erscheint.