The Witcher - PC

Rollenspiel  |  Release: 23. Oktober 2007  |   Publisher: Atari
Seite 1 2   Fazit Wertung

The Witcher im Test

Ein großes Rollenspiel, das aber mit Bugs kämpft.

Das für einige Zeit wohl letzte große PC-Rollenspiel hat es nach vierjähriger Entwicklungsdauer in die Läden geschafft. Ein Meisterwerk ist The Witcher nicht geworden. Größtes Manko: Wieder leidet ein Rollenspiel unter massiven Bugs.

Von Christian Schmidt |

Datum: 25.10.2007


Achtung! The Witcher kann inszwischen mit den Enhanced Edition-Patch aufgewertet werden, lesen Sie deshalb auch den aktuellen Test zu The Witcher: Enhanced Edition.

Sieben Minuten nach Spielstart haben wir eine neue Theorie, warum The Witcher vier Jahre lang in der Entwicklung war: Ein Gutteil der Zeit wird wohl ins Intro geflossen sein. In Animationsfilm- Qualität beharkt der Hexer Geralt ein weibliches Monster, die Inszenierung ist makellos. Es ist das letzte Mal, dass uns das Programm durch Sorgfalt beeindruckt. Dem Spiel selbst sieht man keines seiner vier Reifejahre an, im Gegenteil: Mal wieder kämpfen Rollenspieler mehr gegen Fehler als gegen die Fantasy- Feinde des Hexerhelden Geralt.

Hier geht’s rau zu

Das polnische Studio CD Project schickt seinen Erstling mit großen Ambitionen ins Rollenspiel-Rennen. Auf dem herkömmlichen Fantasy-Fundament will The Witcher ein erkennbar eigenes, schmutzig-realistisches Hexerhaus errichten, in dem rabiat gefochten, geflucht und gevögelt wird.

The Witcher :

Dass derlei denn auch in Fülle im Spiel vorkommt, davon zeugt das USK-Siegel »Keine Jugendfreigabe « – The Witcher ist ein Titel für Erwachsene. Tatsächlich folgt das Spielgebäude der herkömmlichen Genre-Blaupause mit Mittelalter-Fachwerk, reichlich Quests und vielen Kämpfen – Veteranen aus Gothic, Oblivion oder Two Worlds erwartet wohlvertraute Architektur. Einige der Tragbalken ersetzt The Witcher aber durch verstärkte Varianten: ein taktisch angehauchtes Kampfsystem, komplexe Talentbäume, die faszinierende Konsequenz von Entscheidungen. Dieser Mut zur Eigenständigkeit ist an vielen Stellen erfrischend. Erkauft wird sie durch Pfusch am Bau. Denn viele der originellen Ideen leiden in der Praxis an Kinderkrankheiten; zugleich fehlte CD Project die Zeit oder die Fertigkeit, die kreative Konstruktion auch bequem einzurichten und die vielen Risse aus dem Putz zu polieren.

Hier geht’s ungenau zu

So spektakulär das Intro ausfällt, so ratlos entlässt es die Zuschauer ins Spiel: Der Einstiegskampf taugt als atmosphärische Vorbereitung, hat mit der Handlung aber nichts zu tun.

The Witcher : Zumindest deckt sich die Orientierungslosigkeit im Kopf des Spielers mit der des Helden, denn Geralt von Riva hat sein Gedächtnis verloren. Zu Beginn wacht er unvermittelt in einer Burgruine auf, die angegriffen wird. Von wem, warum – das klärt sich erst nach und nach im Spielverlauf. Den Spieler mit Grundgeheimnissen anzufüttern, das ist ein Kernprinzip packender Rollenspiel-Stories. The Witcher wirft seinen Helden allerdings so unvermittelt in unklare Situationen, dass statt Spannung verwirrtes Kopfkratzen die Folge ist.

So schneidet das Spiel nach dem Prolog unvermittelt in eine angegriffene Siedlung. Wieso ist Geralt auf einmal dort? Wo kommt die Frau an seiner Seite her? Woher kennt er ihren Namen? Wo sind wir überhaupt?

The Witcher : Solche Bocksprünge im Erzählstrang gibt’s reichlich; als Spieler muss man die Lücken erst mal akzeptieren, denn im Nachhinein werden viele doch gefüllt. Dabei ist die Rahmengeschichte durchaus spannend. Das Reich Temerien, in dem Sie sich hauptsächlich bewegen, steht am Rande eines Bürgerkriegs zwischen Menschen und »Anderlingen«, vor allem Elfen und Zwergen. Auf der Suche nach dem Anführer des Burgüberfalls gerät Geralt zwischen die Fronten.

Das hat Konsequenzen

Eine der großen Stärken des Spiels sind grundlegende Entscheidungen wie die Wahl zwischen den Kriegsfraktionen, die freilich erst im fortgeschrittenen Spielverlauf akut wird. Die Konsequenzen solcher Beschlüsse zeigen sich oft erst später. So treffen Sie zum Beispiel eher zufällig auf die elfische Rebellengruppe Scoia’tael und müssen abwägen, ob die Nachtschleicher eine Ladung Waffen mitnehmen dürfen oder nicht. Einige Spielstunden später stellt sich heraus, dass die Scoia’tael die Waffen für einen Anschlag verwenden, bei dem eine Ihrer Kontaktpersonen ums Leben kommt.

The Witcher : Im Dorf vor der Bezirkshauptstadt Wyzima gipfelt ein Erzählstrang in einer dramatischen Konfrontation zwischen der Hexe Abigail und einem Bauernmob. Ihre Handlungsweise entscheidet über das Schicksal der ganzen Siedlung. Die Beziehungsgeflechte werden interessant, weil praktisch jeder wichtige Charakter im Spiel Leichen im Keller hat und seine wahre Loyalität verbirgt. Ihr Umgang mit den Personen kann zudem drastische Konsequenzen haben. Wenn Sie zum Beispiel Verdächtige anklagen, ohne griffige Beweise zu besitzen, dann wollen die in der Folge nichts mehr von Ihnen wissen. Sie haben noch Quests bei dem Charakter offen? Pech gehabt, er verweigert jedes Gespräch. Dieses schlüssige Verhalten hat zwar unmittelbare Nachteile, aber zerstört den Spielfluss nicht – alle Hauptaufgaben lassen sich immer lösen, teils sogar auf unterschiedlichen Wegen.

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Avatar Wertungsfanatiker
Wertungsfanatiker
#1 | 23. Mrz 2008, 20:53
Da hier weiterhin der nicht vertretbare Test (einer der wirklich wenigen unvertretbaren aus der Feder v. Christian) auftaucht, kann kein CRPGer diesen unkommentiert lassen:
bereits in der Urversion war TW gut spielbar - trotz zugegeben langer Ladezeiten.
Zwar missfallen auch die Levelgrenzen (Bewegungsfreiheit - Einschränkungen), aber dies macht TW mit dem charismatischen Hauptcharakter Gerald, den gut ausgearbeiteten NPC wie auch im späteren Verlauf des Spiels (in dem die Levelgrenzen wg. Gewöhnung nicht mehr auffallen, aber auch nicht mehr auftreten, so bereits in den Abwässerkanälen) wieder wett. Auch die Entwicklungsmöglichkeiten des Helden (Skillsystem) sind breit gefächert und wirken sich auf das Spiel aus.
Innovativ ist das Questsystem, welches die Entscheidungen des Helden spielrelevant und für den Spieler überlegenswert werden lässt: Erst (Spiel-)Stunden später zeigen sich die Folgen des Handelns.

Das Intro ist tatsächlich eine Augenweide - im späteren Verlauf des Spiels verbindet sich jedoch der Handlungsstrang des Intros mit der Story des Spiels (Stichwort Prinzessin - Verwandlung).
In meinem Wertungssystem (vgl. meine Tests bei PCG) hat das Intro nur Bedeutung für die Bewertung der Teilbewertungen Grafik/Sound - ein Anknüpfungspunkt zum Beginn des Spiels muss nicht unbedingt gegeben sein. Viel wichtiger ist die Einführung des (vorgegebenen) Helden, die Einführung in den Schauplatz der Geschichte, aber auch die technische Perfektion des Intros (ein Intro soll - ähnlich wie ein Trailer - Vorfreude schaffen - soweit die Einführung in die Steuerung notwendig ist, kann diese Aufgabe ein spielintegriertes Tutorial meistern).

Mit Version 1.2. ist TW problemlos spielbar, die Ladezeiten (ab 1,5 GB) verringern sich auf max. 10 sek. pro ladbarem Abschnitt. Immerhin hat GSt. die ursprüngliche Wertung (wohl in Kenntnis der Unvertretbarkeit) von 73 % auf vertretbare 80 % erhöht.

Insgesamt ist TW neben Jade Empire (bei dem allerdings Bioware den Entwicklungsaspekt des CRPG etwas vernachlässigt hat) das CRPG des Jahres 2007 !
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Avatar hasta
hasta
#2 | 29. Mrz 2008, 00:54
Das Gamestar-Webseite ist umgebaut...die ganzen früheren Leserkommentare "verschwunden" oder "entsorgt", die Wertung ist wieder auf 73...

Einzige Genugtuung: das Abschneiden des witchers bei der Wahl zum Spiel des Jahres...ich hoffe es war Euch zumindest peinlich das so präsentieren zu müssen...
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Avatar KuCk-KuCk
KuCk-KuCk
#3 | 01. Apr 2008, 23:45
Ich habe The Witcher gerade durchgespielt und bin zufällig auf den Test hier getoßen, als ich mich über eine Fortsetzung schlau machen wollte.
Dieser Test hier spiegelt nicht im Geringsten den Spielspaß wieder, den TW mit sich bringt! TW lief bei mir ohne Probleme, ich habe nicht einen bug gefunden (bin direkt mit Version 1.2 eingestiegen) Ich kann das hier nur mit Spielewertungen zeitgleicher Spiele vergleichen. Crysis 94%? Das Spiel ist für geübte Zocker in 3 Stunden durch und hat keinen Wiederspielwert! UT3 90%? Das Spiel ist gähnend langweilig! Da macht der Nostalgie wegen UT99 mehr Spaß! Das ist ja wohl alles ein schlechter Witz!
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nasha00
#4 | 01. Mai 2008, 15:10
Sorry, aber dieser Test ist eine Frechheit.

The Witcher ist für mich sicher das beste Rollenspiel seit Gothic 2. Warum das Spiel hier so schlecht bewertet wird (vor allem auch im Vergleich zu den enttäuschenden Spielen Oblivion und Gothic 3) kann ich mir nicht erklären. Der Test ist derart entstellend, dass man fast böse Absicht des Autors Christian Schmidt unterstellen möchte. Vielleicht mag es daran liegen, dass das Spiel aus Polen kommt?

Jedenfalls lassen einige Bemerkungen im Testbericht erkennen, dass sich der Autor nicht besonders konzentriert mit dem Spiel beschäftigt haben kann. So ist zum Beispiel der Zusammenhang zwischen dem Intro und der Handlung des Spiels absolut klar, wenn man es denn gespielt hat. Und der Teil des Spiels, in dem man gegen mehrere Verdächtige ermittelt, ist keineswegs verwirrend oder unklar sondern vielmehr einer der interessantesten.

Die Liste der zweifelhaften Behauptungen von Herrn Schmidt ließe sich noch fortsetzen.

The Witcher ist sicherlich das Rollenspiel des Jahres 2007. Fazit: Dichte Athmosphäre, super Story, gelungenes Kampfsystem, gute Graphik auf der Plusseite und vielleicht leichte Abzüge für das einfache Fertigkeitensystem. So ein Spiel hätte ich mir eigentlich von Gothic 3 erwartet. (Das übrigens von dieser Redaktion trotz massiver Schwächen in den Himmel gelobt wurde).
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Avatar LordSithi
LordSithi
#5 | 19. Aug 2008, 16:15
Dieser Test ist lächerlich und unvertretbar und ist einer der vielen Gründe gewesen warum ich damals auf die PCGames umgestiegen bin.
Es ist peinlich wie Gamestar dieses Spiel getestet hat, Gothic 3 hatte wenn es hoch kommt 60-70% verdient.
Two Worlds vielleicht 75% maximal aber ein Meisterwerk wie the Witcher so nieder zu machen ist einfach nur Peinlich für euch selbst.
Es gibt nicht einen Test in den weiten des Internets der eure Meinung teilt!
Nicht einen!!!
Das soll wohl was heißen.
Mit euch ging es leider als Printmagazin schon seit Jahren bergab.
Nachdem zum heulen schlechten Test von Bioshock und The Witcher und noch vielen anderen Games (nein Crysis fand ich gerechtfertigt ;b) seit ihr für mich eig. gestorben, wäre eure Internetseite nicht, weis Gott ich hätte euren Namen wahrscheinlich schon vergessen, Schade wart ihr doch einmal das Magazin was ich mit Freude verschlang, aber wärend eurem Qualitativen rückschritt sind andere Printmagazine besser geworden (mit Ausnahme der CB natürlich ;) ).
Heute opfere ich nurnoch sehr ungerne Geld für euch, und nur dann wenn Previews zu spielen wie OFP2 nur bei euch zu finden sind.
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Avatar LordGriffin
LordGriffin
#6 | 02. Okt 2009, 13:33
Macht euch keine Mühe. Herr Schmidt ist schon seid Jahren lernresistent.
G3 86%, The Witcher 73%..jaja sicher *tätschel*
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Avatar Smither
Smither
#7 | 01. Jul 2014, 02:07
"Einige Spielstunden später stellt sich heraus, dass die Scoia’tael die Waffen für einen Anschlag verwenden, bei dem eine Ihrer Kontaktpersonen ums Leben kommt."

...danke für den Spoiler. Sowas muss echt nicht sein.
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Avatar Zeboo
Zeboo
#8 | 18. Jul 2014, 20:12
Scheiss Test. Spiel verdient was besseres.
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Details zu The Witcher

Plattform: PC
Genre Rollenspiel
Untergenre: -
Release D: 23. Oktober 2007
Publisher: Atari
Entwickler: CD Projekt Red
Webseite: http://www.thewitcher.com
USK: Keine Jugendfreigabe
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 252 von 5644 in: PC-Spiele
Platz 76 von 1303 in: PC-Spiele | Rollenspiel
 
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