Zum Thema » Tron: Evolution im Test Das PC-Spiel zum Film Tron: Evolution ab 26,50 € bei Amazon.de Böse Computerprogramme und ein Leben innerhalb eines Computers: Tron spielte 1982 äußerst geschickt mit Ängsten und Vorurteilen gegenüber Computern. Trotzdem floppte das Ergebnis: Selbst aufwendige Technik und innovative Ideen brachten nur wenige Zuschauer in die Kinos. Zum einen überforderte der junge Regisseur und Drehbuchautor Steve Lisberger das Publikum mit seiner gewagten Vision. Zum anderen waren die Geschichte und die Figuren einfach zu künstlich und platt. Im Laufe der Jahre gewann der verschmähte Kinotitel jedoch über Verleih und TV-Ausstrahlungen eine neue Fangemeinde, die Lisbergers revolutionäre Ansätze zu schätzen wusste.

Anfang der 2000er plante der Rechteinhaber Disney erstmals ein Revival des Themas, doch als das vorgeschickte Computerspiel Tron 2.0 2003 alles andere als erfolgreich lief, zogen sich die Geldgeber für einen zweiten Film skeptisch zurück. Die Skepsis hielt nicht lange an. Der unerfahrene Joseph Kosinski, der zuvor einige Werbespots gedreht hatte, konnte dem Studio ein Konzept zu Tron: Legacy in 3D vorlegen, das alle Beteiligten überzeugte und dazu brachte, die Produktion in Gang zu bringen.

Die Story

Sam Flynn (Garrett Hedlund) könnte viel anstellen mit den Millionen, die er von seinem Vater geerbt hat. Doch der Sohn des brillanten Software-Entwicklers Kevin Flynn (Jeff Bridges) schert sich nicht um sein Geld und lebt ziellos in den Tag hinein. Er ist noch immer verbittert darüber, dass sein Vater vor zwanzig Jahren spurlos verschwunden ist. Doch ein mysteriöser Anruf, der ihn zu einem versteckten alten Computer führt, dem Tron-System seines Vaters, ändert alles. Bevor er sich versehen kann, wird er digitalisiert und ins Programm entführt.

Tron Legacy
Tron: Legacy ist die Fortsetzung des 28 Jahre alten Fantasy-Films Tron. (Bildrechte: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany)

Dort angekommen, stellt er fest, dass er in einer digitalen aber lebendigen Welt gelandet ist, in der eine unheimliche Kopie seines Vaters namens CLU die Herrschaft inne hat. Sams Ankunft hat eine besondere Bedeutung für die Zukunft von CLUs Welt. Doch davon ist der digitale Imperator alles andere als begeistert und schickt Sam wie einen Gladiator in tödliche Spiele, um ihn zu eliminieren. Doch Sam ist nicht aus sich allein gestellt und bekommt schon bald ungeahnte Hilfe.

Installation

In den Vereinigten Staaten lief Tron: Legacy zur Weihnachtszeit an, während man uns in Deutschland lediglich mit dem dritten Teil der Fockers abspeiste. Dafür beschert uns Tron: Legacy nun im Januar einen ersten kleinen, wenn auch zwiespältigen Höhepunkt des jungen Kinojahres 2011. Alleine die Optik des Films ist bereits einen Kinobesuch wert. Nach gut zwanzig Minuten Einführung in der realen Welt taucht man mit Sam Flynn in die digitale hinab, deren Anblick schier beeindruckend ist. Die Tron-Welt ist ein futuristischer Ort, der fremdartiger als manch Alien-Welt erscheint. Die Interpretation des lebenden Computerinhalts erschlägt mit einer kühlen, äußerst kontraststarken Schwarzlicht- & Neon-Optik, die fasziniert und gleichzeitig an den ersten Tron-Film erinnert.

Doch wo die Verpackung gefällt, enttäuscht das Innenleben umso mehr: Die absurde Handlung lässt keine übertriebenen Erwartungen aufkommen. Es ist ein Fantasy-Film, der bei näherer Betrachtung inhaltlich oftmals wenig Sinn ergibt, selbst im Rahmen seiner selbst auferlegten Regeln. Wer sich also durchdachtes und ernstes Genre-Kino à la Inception erwartet, wird enttäuscht. Andererseits weiß "Tron: Legacy" mit einer simplen Geradlinigkeit zu gefallen. So gibt es keine störende Teenie-Romanze, keine gezwungen witzigen Szenen und keine unangemessenen Übertreibungen. Stattdessen bereitet der Film eine lineare Action-Geschichte, die links und rechts immer mal Freiraum für mögliche religiöse, politische und soziale Gedanken lässt - sofern man sich darauf einlässt. Will man das nicht, bleibt immerhin noch ein aufregender Action-Streifen mit fulminanter Optik übrig.