Zum Thema » Test-Video zu Runes of Magic So spielt sich das Free2Play-MMO Junge, du bist halt nicht so schlau wie die anderen Kinder. Also nimm Dein Schwert und geh Ratten kloppen! -- Mädel, du bist viel schlauer als die anderen Kinder. Also lass die Ratten in Ruhe und geh lernen!

In solche Rollen wurden Millionen von Onlinespielern bisher gezwängt: Dumm und stark? Krieger! Schlau und schmächtig? Magier! Nix halbes und nix ganzes? Paladin!

Damit ist jetzt Schluss: Im Gratis-Onlinerollenspiel Runes of Magic legen Sie sich schon mit Level 10 eine zweite Klasse zu. Schließlich sind wir ja auch in der echten Welt nicht ein Leben lang nur Fußballprofi, Boxenluder oder Spieletester - irgendwann müssen wir dazulernen und werden Fußballkommentator, Millionärsgeliebte oder Treppenlifttester.

Blizzard Far East

Die ersten Schritte in Runes of Magic erinnern frappierend an unsere ersten Gehversuche in World of Warcraft . Die Taiwanesischen Entwickler von Runewaker haben sich Blizzards Millionenseller mehr als genau angeschaut: Bis auf winzige Ausnahmen ist die Steuerung identisch, das Interface ebenso. Die ersten Erfahrungspunkte und Belohnungen purzeln nach wenigen Minuten in Levelbalken und Inventar, das Spiel entfacht sehr schnell das Faszinosum Sammeln und Leveln.

Runes of Magic
Screenshots aus dem Inhalts-Update »Seelen der Vergangenheit«

Eine billige Fernost-Kopie also, eine Plastik-Rolex made in Taipeh? Mitnichten. Runes of Magic liefert durchaus eigene Ideen und Verbesserungen. Neben den erwähnten Doppelklassen gibt es private Wohnhäuser für jeden Charakter, große Gildenburgen, schon sehr früh im Spiel sockelbare Items. Wir durchforsten keine Tipps-Webseiten oder Lösungsbücher, um einen wichtigen Questgeber zu finden, sondern öffnen einfach das umfangreiche Questbuch. Auf Wunsch marschiert unser Charakter sogar schnurstracks automatisch zur gesuchten Person.

1 + 1 = 30

Sechs Klassen stehen zur Wahl: Schurke und Kundschafter, Ritter und Krieger, Magier und Priester. Durch die Kombinationsmöglichkeit zweier Klassen gibt es 30 Konstellationen, etwa Magier-Schurken oder Ritter-Priester.

Runes of Magic : Dungeons und Bossgegner sind nicht so aufwändig inszeniert wie in anderen Titeln, aber dennoch spannend und herausfordernd. Dungeons und Bossgegner sind nicht so aufwändig inszeniert wie in anderen Titeln, aber dennoch spannend und herausfordernd. Schon das Austüfteln der Doppelrolle macht Laune: Will ich lieber solo spielen oder in der Gruppe? PvE oder PvP? Für sich allein genommen sind die Klassen relativ eindimensional gestrickt. So kann nur der Priester heilen, und der Kundschafter ist zwar Fernkämpfer, hat aber kein Tier dabei. Doch mit der Kombination zweier Klassen steigen auch die Möglichkeiten: Als Magier mit Feuer- oder Blitzzaubern angreifen, dann als Kundschafter Pfeile hinterherschießen? Klappt prima, zumal beide Klassen unterschiedliche Ressourcen verbraten, nämlich Mana und »Konzentration«. Oder als Schurken-Magier in den Feindesrücken springen, zwei Dolche schwingen, dann heilen und notfalls heimlich verschwinden? Im PvP eine beliebte Taktik!

Allerdings feilt Runewaker noch stark an den Klassen. Kurz vor dem offiziellen Spielstart wurde zum Beispiel der bisher übermächtigen Kundschafter ein wenig entmuskelt, und in PvP-Gefechten ist der Angreifer noch übermäßig bevorteilt. Trotzdem geht die Balance so kurz nach dem Starttermin (19. März) absolut in Ordnung.

Begehbarer Kleiderschrank

Wer sehr unterschiedliche Klassen spielt, muss sich öfter mal umziehen: Ein Ritter kann als einziger Plattenrüstung wuppen, ein Magier aber nur Stoff. Schurke und Kundschafter hingegen stehen beide auf Leder. Dazu kommen unterschiedliche Waffentypen. Weil die aktuelle Hauptklasse bei der Ausrüstung das Sagen hat, können wir plötzlich viel mehr Dinge gebrauchen, die wir in anderen Spielen gleich zum Händler oder Auktionshaus geschleppt hätten. Stattdessen lagert der Ritter die Stoffrobe daheim ein, bis seine Magier-Zweitklasse endlich die passende Levelgröße hat.

Runes of Magic : Das Handwerksystem ist wie eine Pyramide aufgebaut: Wir können alle neun Handwerksberufe auf der Lehrlingsstufe erlernen. Ab Geselle sind’s noch sechs, ab Spezialist drei, und nur eine Profession bringen wir bis zur Meisterschaft. Viele selber hergestellte Gegenstände haben mehr Runen-Slots, wir können sogar epische Ausrüstung basteln. Das Handwerksystem ist wie eine Pyramide aufgebaut: Wir können alle neun Handwerksberufe auf der Lehrlingsstufe erlernen. Ab Geselle sind’s noch sechs, ab Spezialist drei, und nur eine Profession bringen wir bis zur Meisterschaft. Viele selber hergestellte Gegenstände haben mehr Runen-Slots, wir können sogar epische Ausrüstung basteln.

Moment mal, wieso daheim? Sehr schön aufgepasst! Schon in der nächsten Ortschaft nach Spielstart begrüßt uns eine schnieke Dame und lädt uns in unser eigenes Haus ein. Das dient sozusagen als Bank für all den Plunder, den wir nicht mit uns schleppen möchten. Praktischerweise ist das Haus von mehreren Orten aus zugänglich, wir müssen also nicht ständig zurück ins Startgebiet marschieren.

Gold oder Geld?

Runes of Magic : Standardpferde bekommen Sie gegen Gold oder echtes Geld. Standardpferde bekommen Sie gegen Gold oder echtes Geld. Spätestens beim Möblieren unserer spartanischen Hütte werden wir zart daran erinnert, dass wir im Leben nichts geschenkt bekommen. Während wir wuchtige Tische oder klobige Beistelltischchen gegen Spielgold erwerben können, kostet wirklich nützliches Mobiliar richtiges Geld, also Euros, die Sie von Ihrer Kreditkarte abbuchen lassen oder über fünf andere Zahlungsvarianten abdrücken.

Dafür gibt’s dann zum Beispiel größere Truhen für Items oder Kleiderständer für Rüstung. Längst nicht alle Gegenstände sind ihr Geld wirklich wert. Wichtig ist nur eins: Sie müssen in Runes of Magic nichts kaufen, um besser zu sein oder im Spiel weiterzukommen. Sie können das Spiel komplett »durchspielen«, ohne einen Cent auszugeben.