Erinnert ihr euch noch an Zeiten, als es nahezu unmöglich war, eine bezahlbare Grafikkarte zu finden, weil Krypto-Schürfer den Markt leergekauft hatten?
Mittlerweile wurden die meisten der sogenannten Mining-Rigs ausgemustert, doch in Zeiten rasch steigender Hardware-Preise könnten sie ein unerwartetes Comeback feiern.
Ein findiger PC-Bastler hat auf Reddit ein System mit gleich neun P106-Grafikkarten gezeigt, dass er für nur 35 Dollar auf einer Kleinanzeigen-Plattform gekauft hat.
Mit insgesamt 54 GB VRAM verhalf er den Grafikkarten, die auf Nvidias GTX 1060-Grafikkarte basieren, zu einem neuen Zweck: der Nutzung als kostengünstigem Server für lokale Künstliche Intelligenz (LLMs).
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Endlich Schluss mit Hardware-Dürre! Das steckt hinter den neuen Grafikkarten, Handhelds und der Nvidia-CPU
Viel VRAM, wenig Bandbreite
Auf dem Papier klingen 54 Gigabyte Videospeicher für 35 Dollar wie ein absoluter Traum für KI-Enthusiasten. Bei den verbauten P106-GPUs handelt es sich um spezielle Mining-Ableger der Nvidia GeForce GTX 1060 aus dem Jahr 2016, die jeweils 6 GB VRAM mitbringen.
Doch die nackten Zahlen sind beim Ausführen lokaler KI-Anwendungen nur die halbe Miete. Fast ebenso wichtig ist die Speicherbandbreite.
Und genau hier liegt der technische Haken des Schnäppchens: Da typische Mining-Mainboards auf einfache PCIe-x1-Anschlüsse setzen, um möglichst viele Grafikkarten parallel anzubinden, ist der Datenaustausch zwischen den neun GPUs stark limitiert. Dies sorgt unweigerlich für einen Flaschenhals bei den Berechnungen.
Überraschend flott trotz Flaschenhals
Umso überraschender ist es, wie gut sich das betagte System in der Praxis schlägt. Der PC-Bastler ließ sich von den technischen Limitierungen nicht abschrecken und bootete das System kurzerhand über einen USB-Stick, um es Tests zu unterziehen.
Die gezeigten Benchmark-Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen: Mit dem Sprachmodell Qwen3.6 (35 Milliarden Parameter) erreichte das System 30 und mehr Token pro Sekunde. Laut Aussage des Käufers sollen sogar große LLMs mit bis zu 70 Milliarden Parametern auf dem Bastel-Server laufen.
Einen nicht unwesentlichen Vorteil hat der Nutzer allerdings: Er bezieht seinen Strom nach eigenen Angaben kostenlos, was angesichts des Energiehungers von gleich neun Pascal-Grafikkarten aus dem Jahr 2016 ein echter Glücksfall ist.
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Fazit: Ein tolles Projekt für KI-Bastler
Natürlich ersetzt das 35-Dollar-Rig keine moderne High-End-Workstation, die normalerweise schnell mehrere tausend Euro verschlingt. Wer jedoch als Hobbyist in die Welt der lokalen KI-Modelle eintauchen, etwas experimentieren und dabei sein Budget schonen möchte, für den könnten solche ausgemusterten Mining-Rigs ein absoluter Geheimtipp sein.
Etwas Glück gehört aber dazu. Auf Marktplätzen wie Kleinanzeigen oder eBay werden zwar regelmäßig alte Mining-Rigs zum Verkauf angeboten, allerdings in der Regel zu höheren Preisen.

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