Apple vs. Amazon: Ein USB-C-Kabel für 150€ gegen eines für 8€: Neue Röntgenbilder zeigen die nackte Wahrheit – So findet ihr das richtige Kabel

Spannende 3D-Scans zeigen jetzt, ob Apples 150€ teures Thunderbolt-4-Kabel sein Geld wirklich wert ist. Im Vergleich zu einem von Amazon Basics und einem Billig-Kabel wird schnell klar: Der Preis ist nicht der einzige Unterschied!

USB-C-Kabel für weniger als 10€ im Vergleich mit Apples Luxus-Kabel für beinahe 150€. Ein neuer 3D-Scan zeigt jetzt sämtliche Unterschiede. Bildmaterial von Lumafield USB-C-Kabel für weniger als 10€ im Vergleich mit Apples Luxus-Kabel für beinahe 150€. Ein neuer 3D-Scan zeigt jetzt sämtliche Unterschiede. Bildmaterial von Lumafield

Zum Glück hat sich mit USB-C ein einheitlicher Stecker durchgesetzt – seit letztem Jahr auch endlich bei Apple und dem iPhone. USB-C-Kabel dienen im Alltag aber für mehr als nur zum Nachladen unserer Handy-Akkus. Apple hat dafür ein Thunderbolt-4-Kabel für satte 149€ im Portfolio – doch was bringt so ein teures Kabel eigentlich und ist es im Vergleich überhaupt sein Geld wert oder nur Abzocke? Spannende 3D-Scans einer genialen Firma lüften jetzt dieses Geheimnis.

8 gegen 149€ – Hier geht's zum USB-Kabel von Amazon

USB-C ist nicht gleich USB-C

Obwohl der Stecker gleich aussieht, können zwei USB-C-Kabel vollkommen unterschiedlich sein – sowohl was ihre Datenübertragungsrate als auch die maximale Ladeleistung angeht.

USB-C ist endlich auch bei Apple der Standard. Mit dem iPhone 15 flog Lightning raus und USB-C zog ein. USB-C ist endlich auch bei Apple der Standard. Mit dem iPhone 15 flog Lightning raus und USB-C zog ein.

Von nicht einmal 500 Mbps bis zu 40 Gigabit und mehr ist mit dem USB-C-Stecker eine kaum vorstellbare Bandbreite an Datenraten anzutreffen. Gleiches gilt für die Übertragung von Strom. Unterschiedliche Kabel schwanken zwischen lächerlich niedrigen 2,5 Watt und dem Hundertfachen dessen! Dazu gleich mehr.

Neben den unterschiedlichen Standards für Strom und Daten unterscheiden sich Kabel und Stecker aber insbesondere auch in ihrem inneren Aufbau. Die Komplexität, aufwendige Lötverbindungen und winzige Platinen können ein Kabel teuer machen – doch muss es gleich 149€ teuer sein?

USB-Protokolle und Thunderbolt im Überblick:

DatenrateLadeleistung
USB 2.0Bis zu 480 Mbit/sbis zu 2,5 W (5V / 0,5A)
USB 3.0 / 3.1 GEN 1Bis zu 5 Gbit/sbis zu 4,5 W (5V / 0,9A)
USB 3.2 GEN 1x2 / GEN 2Bis zu 10 Gbit/sbis zu 4,5 W (5V / 0,9A)
USB 3.2 GEN 2x2Bis zu 20 Gbit/sbis zu 4,5 W (5V / 0,9A)
USB 4Bis zu 40 Gbit/sBis zu 240 W
USB Power Delivery (PD)-Bis zu 100 W (PD 3.0)
Bis zu 240 W (PD 3.1)
Thunderbolt 3Bis zu 40 Gbit/sBis zu 100 W
Thunderbolt 4Bis zu 40 Gbit/sBis zu 100 W
Hoffentlich vereinheitlicht das USB Implementers Forum mit USB 4 auch die Namensgebung der unterschiedlichen Protokolle.

Das beste Kabel oder Abzocke? Apples Thunderbolt-Kabel unter der Lupe

Neben optischen und haptischen Unterschieden, wie etwa dem eines geflochtenen Kabels zu einem ganz normalen Gummi-Mantel, sind die größten und wichtigsten Unterschiede mit bloßem Auge nicht zu erkennen.

Zwar ist es das Normalste der Welt, die Hände über den Kopf zu schlagen, wenn man ein 149€ teures Thunderbolt-4-Kabel von Apple sieht und sich gleichzeitig zu denken „Das kann mein 10€-Kabel genauso!“. Wenn es ums bloße Aufladen eines Handys oder die Übertragung von ein paar Fotos geht, mag das stimmen, aber es ist nur ein ganz kleiner Teil der Wahrheit.

Die Platine im Thunderbolt-Kabel von Apple ist hochgradig komplex und auch die Abschirmung und Zug-Entlastung nimmt Apple ganz genau. Bildmaterial von Lumafield Die Platine im Thunderbolt-Kabel von Apple ist hochgradig komplex und auch die Abschirmung und Zug-Entlastung nimmt Apple ganz genau. Bildmaterial von Lumafield

Die Röntgenstrahlen der innovativen Firma Lumafield zeigen eindrucksvoll, welche aufwendige Technik und Komplexität in einem simplen USB-C-Kabel stecken kann. Die Betonung liegt auf „kann“, denn ein schwarzes Schaf im Test beweist, dass mit Kabeln auch Schindluder betrieben wird.

In Apples Thunderbolt-Kabel verbindet eine neunlagige Platine das aufwendig abgeschirmte Kabel mit dem Stecker selbst. Die Platine selbst ist für Technikbegeisterte nicht weniger als eine mikroelektronisches Kunstwerk. An Protokollen unterstützt das Apple-Kabel den USB-4-Standard, Thunderbolt 4, DisplayPort mit HBR3 und bis zu 100 Watt Leistung. Wer regelmäßig große Datenmengen überträgt, kann daraus einen enormen zeitlichen Vorteil ziehen.

Diese Protokolle und die extrem aufwendige Konstruktion treiben natürlich auch den Preis eines Kabels in die Höhe. Ob die Komplexität allerdings wirklich nötig oder ein wenig übertrieben ist, bleibt trotz der Scans genauso fragwürdig wie das Preisschild des Apple-Kabels. Immerhin gibt es Kabel, die für dieselben Protokolle freigegeben sind, für einen Bruchteil des Preises:

Die beste Alternative kommt von Anker: ein Thunderbolt-Kabel für unter 30€

Amazon Basic USB-C-Kabel im Vergleich

Im direkten Vergleich kann das Amazon-Kabel mit der Konstruktion von Apple nicht mithalten, aber ein komplexeres Kabel ist nicht automatisch besser. Bildmaterial von Lumafield Im direkten Vergleich kann das Amazon-Kabel mit der Konstruktion von Apple nicht mithalten, aber ein komplexeres Kabel ist nicht automatisch besser. Bildmaterial von Lumafield

Im Vergleich zu anderen, günstigeren Kabeln, wie etwa Amazons eigenen Basics-Kabeln, zeigen die 3D-Scans, dass sie eine weitaus einfachere Konstruktion aufweisen. Mit weniger Kabeln, ohne fortschrittliche Mikrocontroller und weniger Pins im USB-C-Stecker selbst. Das beschränkt natürlich auch die Fähigkeit des Kabels, um Strom und Daten zu übertragen.

Als USB-2.0-Kabel dient es nach heutigen Maßstäben doch primär als Ladekabel – immerhin mit bis zu 60 Watt Leistung – und höchstens zum gelegentlichen Datentransfer. Ein Backup einer 128 Gigabyte großen Speicherkarte dauert damit weit mehr als eine halbe Stunde. Zum Vergleich: Mit UBS 4 oder Thunderbolt dauert die Sicherung nicht einmal 30 Sekunden.

Viele machen ihre Backups mittlerweile jedoch drahtlos und brauchen ihr USB-Kabel tatsächlich fast ausschließlich zum Laden. Ein 8€-Kabel von Amazon kann es also niemals mit Apples Ingenieurskunst aufnehmen und ist dennoch die klügere Wahl für einen Großteil von euch:

Das beste USB-C Ladekabel für die allermeisten kostet nicht einmal 10€!

Die Schattenseiten billiger USB-Kabel von Amazon

Der Artikel rund um die besagten 3D-Scans von Lumafield enthüllt aber auch ein schmutziges Geheimnis: Auf Amazon und im Netz werden Kabel verkauft, die nicht einmal ihre Verpackung wert sind, in denen sie verschickt werden. Im Test scheiterte ein knapp 6€ teures Kabel gnadenlos, das laut Angabe 10 Gigabit an Daten pro Sekunde transportieren kann.

Das schwarze Schaf im Vergleich: Den Angaben des Herstellers kann dieses minderwertige USB-Kabel für knapp 6€ nicht im Ansatz gerecht werden. Das schwarze Schaf im Vergleich: Den Angaben des Herstellers kann dieses minderwertige USB-Kabel für knapp 6€ nicht im Ansatz gerecht werden.

Der Scan zeigt, dass im Stecker gar keine Platine steckt – die Drähte sind also direkt mit den wenigen Pins im Stecker verlötet. Und obwohl im Stecker selbst ohnehin nur acht Pins anzutreffen sind, sind vier davon gar nicht mit dem Kabel verbunden. Das Kabel selbst besteht aus so wenigen Drähten und so viel Isolierung, dass die Lebensdauer eines solchen Kabels eher in Tagen als in Jahren angegeben werden müsste.

Dementsprechend schaffte es das Kabel entgegen seiner Spezifikation nur auf 480 Mbit/s – also auf USB-2.0-Geschwindigkeit. Denselben Standard, den auch das Kabel von Amazon für 2€ mehr erfüllt. Das wird euch aber aufgrund seiner besseren Verarbeitung und Konstruktion auch viel länger halten. „Günstig“ und „billig“ ist nicht dasselbe! Es muss kein Apple-Kabel für fast 150€ sein, aber ich rate euch trotzdem dazu, für euer nächstes USB-C-Kabel lieber ein paar Euro mehr auszugeben.

Hier geht's zum USB-Kabel von Amazon für nur 8€ im Angebot
Mit einem Einkaufswagen markierte Links sind so genannte Affiliate-Links. Beim Kauf über diese Links erhalten wir je nach Anbieter eine kleine Provision – ohne Auswirkung auf den Preis. Mehr Infos. Mehr Infos.