Breitband-Internet - Zu wenig Fachkräfte schränken Ausbau massiv ein

Weil in Deutschland massiver Fachkräftemangel herrscht, geht es mit dem Breitbandausbau nicht voran. Das sagt zumindest der deutsche Rohrleitungsverband.

von Sara Petzold,
03.04.2018 15:56 Uhr

Flächendeckend schnelles Internet ist in Deutschland derzeit noch Zukunftsmusik. (Foto: escapechen/pixelio.de) Flächendeckend schnelles Internet ist in Deutschland derzeit noch Zukunftsmusik. (Foto: escapechen/pixelio.de)

Glasfaser für alle - das hat sich die Große Koalition auf die Fahnen geschrieben. Allerdings stößt das ehrgeizige Ziel der Bundesregierung an vielen Fronten auf Skepsis. Doch nicht etwa fehlendes Geld, sondern ein breiter Fachkräftemangel ist Schuld am schleppenden Breitbandausbau in Deutschland. Das meint zumindest der deutsche Rohrleitungsbauverband.

Laut einem Bericht von Heise bemängelte Andreas Burger, der Vizepräsident des Verbandes, vor allem das Fehlen von Planungskapazitäten. Diese seien in den vergangenen Jahrzehnten abgebaut worden, weshalb es jetzt in den Bauämtern und den Planungs- und Ingenieursbüros an entsprechenden Fachkräften mangele.

Der Bund wird seine Fördermittel nicht los

Dabei tut der Bund alles, um den Breitbandausbau finanziell zu fördern. Entsprechende Programme gibt es genug, öffentliche Gelder ebenfalls. Doch die entsprechenden Förderungsprogramme nützen nichts, wenn es an den entsprechenden Fachkräften zur Durchführung der Arbeiten fehlt, so Burger. Denn auch am Bau fehlt es an Arbeitskräften, die verfügbare Zahl reduzierte sich in den letzten Jahren von 1,4 Millionen auf 800.000 Beschäftigte.

Das Problem liegt also bei einer Überlastung der Baufirmen: »[...] viele Baufirmen haben einfach nicht genügen Kapazitäten, um die zusätzlich anfallenden Planleistungen zu übernehmen«, erklärt Burger. Dementsprechend seien viele Firmen rein kompetenztechnisch gar nicht in der Lage, die entsprechenden Planungen und Arbeiten durchzuführen.

Flächendeckener Ausbau bis 2025 illusorisch

Dementsprechend hält Burger das Versprechen der Bundesregierung, bis 2025 für einen flächendeckenden Breitbandausbau zu sorgen, für unrealistisch. Der »angekündigte Rechtsanspruch auf ein schnelles Internet bis 2025« sei ebenfalls »bedenklich«.

Für Burger ist deshalb klar: Nur durch mehr Fachkräfte ist der Ausbau insgesamt zeitnah zu bewerkstelligen. Vielleicht würde aber auch schon eine Reduktion bürokratischer Hürden, die bereits von anderen Branchenverbänden kritisiert wurden, dabei helfen, die entsprechenden Arbeiten zu beschleunigen.


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