Corona wird sich 2021 auf die Gaming-Landschaft auswirken - in Bereichen, die kaum jemand bedenkt

Die Corona-Krise könnte sich langfristig vor allem auf AA- und AAA-Produktionen auswirken. Xbox-Chef Phil Spencer erklärt die Gründe dafür.

von Sara Petzold,
14.05.2020 17:31 Uhr

Corona wirkt sich jetzt schon auf die Menschen aus, die Gaming-Verschiebungen stehen aber erst noch an. Corona wirkt sich jetzt schon auf die Menschen aus, die Gaming-Verschiebungen stehen aber erst noch an.

Die Corona-Krise könnte die Spieleentwicklung langfristig beeinträchtigen und bis ins Frühjahr 2021 für Release-Verzögerungen sorgen. Phil Spencer, Head of Xbox bei Microsoft, nennt in einem Interview mit Business Insider zwei Bereiche, die von der Krise besonders betroffen sind und die besonders für große Spieleproduktionen eine Rolle spielen: Motion Capturing und orchestral aufgenommene Soundtracks.

Auf Rekordmonate folgt eine Dürreperiode

Bislang wirkt sich die Coronakrise im Gaming-Bereich noch nicht negativ auf die Umsätze aus. Im Gegenteil: Der März 2020 markierte die vier umsatzstärksten Wochen seit März 2008. In den Anfangswochen der Pandemie mangelte es noch nicht an neuen Spielen, die Kaufbereitschaft stieg, ebenso die Zahlen.

Laut Phil Spencer werden vor allem die 2021 von der gegenwärtigen Krise betroffen sein - zumindest im Hinblick auf ihr Erscheinungsdatum:

"Spiele, die in einem Jahr oder später erscheinen sollen? Da wird es Auswirkungen geben, aber [die Entwickler] werden reagieren können. "

Spencer äußerte sich in diesem Zusammenhang auch zur Xbox Series X und den geplanten Entwicklungen der Xbox Gaming Plattformen. Er betonte zwar, dass der Release der Next-Gen-Konsole im Zeitplan liege. Allerdings sagte er auch, dass »einige Dinge, die [zum Launch] erscheinen sollten [...] vielleicht ein wenig verschoben werden«.

Spencer liefert im Interview zwei Gründe, warum sich die Entwicklung von AA- und AAA-Spielen langfristig verzögern könnte, nämlich Motion Capturing und orchestrale Soundtracks:

"Motion Capturing ist etwas, das im Wesentlichen gestoppt wurde. Wir gehen nicht in Motion-Capturing-Studios. Wenn man seine ganzen Animationen aufgenommen hat und nur Verbesserungen an individuellen künstlerischen Produktionen und bei Dingen wie Texturen vornehmen muss, ist man in einer besseren Position. Wenn man auf eine große Menge an Audio-Arbeiten - wie Symphonien und andere Dinge - oder Motion Capturing warten muss, wird man aufgehalten [...]."

Weil Motion Capturing Studios geschlossen haben und Konzertaufnahmen für Soundtracks ausfallen müssen, verzögert sich langfristig die Entwicklung von Spieleproduktionen, die stark auf so etwas bauen. Und das sind häufig Blockbuster größerer Studios. Sollte Spencer Recht behalten, müssen wir mit Verschiebungen rechnen, die sich bis weit ins kommende Jahr erstrecken.

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