Coronavirus-Karte mit PC-Viren: Wie Betrüger die Notsituation ausnutzen

Cyberkriminelle verschicken via Email und anderen Diensten als Links getarnte Schadprogramme. Passwörter und andere sensible Daten sind das Ziel.

von Alexander Köpf,
16.03.2020 13:45 Uhr

Screenshot der Livekarte zu den bestätigten Coronavirus-Fällen weltweit. (Bildquelle: Johns Hopkins University) Screenshot der Livekarte zu den bestätigten Coronavirus-Fällen weltweit. (Bildquelle: Johns Hopkins University)

In der aktuellen Notsituation mit dem um sich greifenden Coronavirus suchen viele Menschen nach verlässlichen Informationsquellen. Eine davon ist die Livekarte zu den weltweiten Infektionszahlen der US-amerikanischen Johns Hopkins Universität (JHU).

Cyberkriminelle haben das mittlerweile ebenfalls erkannt und verschicken Dateien, die zwar auf die offizielle Seite führen, gleichzeitig aber auch Spionagesoftware auf dem PC installieren, wie inFranken.de berichtet.

Was ist die JHU und wie setzen sich die Daten der Livekarte zusammen?

Die JHU gilt als eine der renommiertesten Hochschulen weltweit. Im internationalen Hochschulranking belegt sie laut TopUniversities.com aktuell Platz 24.

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Die Universität führt unter anderem eine Website mit einer Livekarte aller bestätigten Coronavirus-Fälle. Diese setzt sich aus Informationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der amerikanischen Seuchenschutzbehörde CDC und weiteren nationalen und regionalen Quellen zusammen.

Wie genau sieht die Betrugsmasche aus?

Die Schadsoftware wird via Email oder Messenger-Diensten wie WhatsApp versendet. Hinter Dateinamen wie etwa »CoronaMap.exe« oder »Corona-virus-Map.com.exe« verbirgt sich aber offenbar nicht nur ein Link zur Livekarte der JHU, sondern auch ein Schadprogramm, mit dem Passwörter, Kreditkartennummern und Ähnliches ausgelesen und gestohlen werden.

Wie kann man sich schützen?

Ebenso wie beim Coronavirus, bei dem Experten den größten Schutz in simplen Hygieneregeln wie regelmäßigem Händewaschen und sich nicht gegenseitig Anhusten sehen, hilft auch bei der Betrugsmasche eine grundlegende »Hygiene« im Umgang mit unbekannten oder verdächtig anmutenden Inhalten.

Allgemeine Tipps zum Umgang mit kritischen Mails und Nachrichten:

  • Dateien nicht einfach öffnen, wenn nicht bekannt ist, um was genau es sich handelt und aus welcher Quelle sie stammen
  • Im Falle einer Email hilft meist der Blick auf den Absender, um einen Betrugsversuch aufzudecken; noch genauere Informationen finden sich in der Kopfzeile (Header).
  • Genau lesen, denn oftmals verraten sich betrügerische Mails und Nachrichten bereits durch schlecht übersetztes Deutsch oder generell nicht »offiziell« klingende Sprache.

Ansonsten gilt wie immer: Erst denken, dann klicken.

Informationen und Schutzmaßnahmen zum Coronavirus
Das Bundesgesundheitsministrium bietet zum Thema Coronavirus ein umfangreiches FAQ, sowie tagesaktuelle Nachrichten und eine Anleitung zum Schutz vor Ansteckungen an. Darüber hinaus erreicht ihr die unabhängige Patientenberatung unter folgender Telefonnummer: 0800 011 77 22

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