Google hat im Juni per E-Mail an Nutzer eine Änderung seiner Datenschutzeinstellungen bei den Such-Diensten verschickt. Das ist für meinen Geschmack deutlich zu unauffällig. Vielmehr gilt es nun zu verhindern, dass diverse eurer Daten für KI-Training verwendet werden.
Wenn ihr nicht aktiv gegensteuert, teilt ihr möglicherweise Fotos, Dateien und Sprachaufnahmen mit den KI-Systemen des Konzerns. Mit drei Handgriffen könnt ihr dem Einhalt gebieten.
Zuerst möchte ich euch aber einen Überblick darüber geben, welche eurer Daten Google für das KI-Training verwendet.
Welche Daten sammelt Google von euch?
Betroffen sind nicht nur Chats in Gemini oder klassische Suchanfragen in der herkömmlichen Google-Suche. Auch die folgenden Dienste sammeln jetzt Daten für die Personalisierung und potenziell fürs KI-Training, wie Google in einer Mail an Nutzer und in der offiziellen Google-Dokumentation klarstellt:
- Google Maps
- Google Shopping
- Google Flüge und Hotels
- Google Translate
- Google News
- Google Lens
- Search live (Suche per Spracheingabe)
Konkret heißt das zum Beispiel: Sucht ihr per Google Lens visuell nach etwas, indem ihr ein Foto schießt, kann genau dieses Bild gespeichert und für KI-Training genutzt werden. Nutzt ihr die Sprachsuche über Search Live oder die reguläre Google-Sprachsuche, gilt dasselbe für eure Audioaufnahmen.
Selbst Sprachaufnahmen aus dem Google-Übersetzer-Ausspracheteil landen im gleichen Topf.
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Wenn der Chatbot zur Gefahr wird: KI und unsere Psyche
Welche Optionen gibt es, das zu verhindern?
Die gute Nachricht: Ihr könnt euch die Kontrolle zurückholen. Ihr müsst nur wissen, wo ihr sie findet. Und weil es nun mal zu einfach wäre, wenn diese Einstellungen übersichtlich in einem Menü zu finden wären, hat Google diese Einstellungen aufgeteilt und meiner Meinung nach missverständlich formuliert.
Denn in den Einstellungen selbst ist nicht die Rede davon, dass die gespeicherten Daten auch von Google für KI-Training und andere Zwecke genutzt werden.
Hier sind die Optionen, um die es geht:
Option 1: Web- & App-Aktivitäten
Um diese Einstellungen zu finden, folgt einfach diesem Link oder klickt euch selbst durch die Menüs:
- Geht auf Google.com oder andere Google-Services und loggt euch ein.
- Klickt oben rechts auf euer Profilbild.
- Klickt auf »Google-Konto verwalten«.
- Drückt in der Seitenleiste auf »Daten und Datenschutz«.
- Drückt mittig auf »Web- & App-Aktivitäten«.
- Klickt auf den Button »Deaktivieren« oder »Deaktivieren und Aktivitäten löschen«, falls ihr bereits gespeicherte Daten direkt löschen wollt.
- Folgt den Anweisungen und schließt die Einstellung ab.
- Nun werden eure Daten nicht mehr gespeichert.
Option 2: Automatische Löschfristen festlegen
Auf derselben Seite legt ihr fest, wie lange gespeicherte Daten aufbewahrt werden, bevor sie automatisch gelöscht werden. Zur Wahl stehen:
- 3 Monate
- 18 Monate
- 36 Monate
Je kürzer das Zeitfenster, desto weniger Material steht Google potenziell für KI-Training zur Verfügung.
So geht’s:
- Geht auf Google.com oder andere Google-Services und loggt euch ein.
- Klickt oben rechts auf euer Profilbild.
- Klickt auf »Google-Konto verwalten«.
- Drückt in der Seitenleiste auf »Daten und Datenschutz«.
- Drückt mittig auf »Web- & App-Aktivitäten«.
- Klickt auf »Wählen Sie eine Option für „Automatisch löschen“ aus«.
- Entscheidet euch für ein Intervall und bestätigt die Einstellung.
- Nun werden eure Daten regelmäßig gelöscht.
Übrigens: Google versteckt gerne mal sehr praktische Funktionen tief in verworrenen Menüs. Marinus hat beispielsweise ein paar Tipps für euch, wie ihr Google Maps immer optimal einstellt:
Google Maps: 8 Einstellungen, die ich sofort ändere, wenn ich ein neues Handy habe
Option 3: Personalisierung der Suche
Ihr könnt auch die für euch zugeschnittenen Werbeanzeigen und Discover-Stories abschalten, falls ihr es wünscht.
Diese Einstellungen findet ihr wieder unter »Daten und Datenschutz« in den Einstellungen eures Google-Kontos oder ihr folgt diesem Link:
- Geht auf Google.com oder andere Google-Services und loggt euch ein.
- Klickt oben rechts auf euer Profilbild.
- Klickt auf »Google-Konto verwalten«.
- Drückt in der Seitenleiste auf »Daten und Datenschutz«.
- Klickt auf »Google Suche personalisieren«.
- Entfernt den Haken bei »Suche personalisieren« oder wählt einzelne Aspekte, die mit in eure Suche einbezogen werden sollen.
- Nun werden nur Daten genutzt, die ihr euch freigegeben habt.
Wer noch tiefer einsteigen will, findet in den Datenschutzeinstellungen weitere Stellschrauben, etwa für euren YouTube-Verlauf.
Jetzt seid ihr dran: Welche Maßnahmen ergreift ihr, um eure Daten zu schützen? Stört es euch persönlich überhaupt, wenn Tech-Konzerne eure Daten für KI-Training verwenden?



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