Die 1993 geborene Unternehmerin Yaiza Canosa vergleicht in einem spanischen Interview bei Actitud Constante Klempner mit Softwareentwicklern und vertritt die Ansicht, dass das Handwerk häufig unterschätzt wird.
Canosa gründete unter anderem bereits mit Anfang 20 die Firma GOI als Logistikdienstleister, der sich vor allem auf den Transport, die Montage und die Installation von sperrigen Gütern und Großformaten wie Möbeln und Haushaltsgroßgeräten sowie die letzte Meile (last mile
) spezialisiert hat.
Sie wurde außerdem in die Forbes-Liste 30 Under 30 aufgenommen und als eine der führenden weiblichen Nachwuchsführungskräfte Spaniens in der Logistikbranche ausgezeichnet.
Dieser Artikel stammt im Original von unserer spanischen Schwesterseite Genbeta und erscheint bei GameStar Tech in übersetzter und angepasster Form.
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Zu viel Hype um Software-Entwicklung?
Durch die viele Aufmerksamkeit, die Start-ups erhalten haben, sei die manuelle Arbeit abgewertet worden, argumentiert Canosa. In den sozialen Netzwerken seien Fachkräfte aus Werkstätten und dem Installationsgewerbe dagegen kaum sichtbar:
Jahrelang wurde durch den Startup-Hype die manuelle Arbeit abgewertet. Aber heute kenne ich mehr Klempner und Mechaniker, die im Land Rover sitzen, als IT-Entwickler. In den sozialen Medien sieht man zwar nur die schnellen Sportwagen, aber Handwerker haben keine Sichtbarkeit.
Canosa lenkt das Gespräch auf alltägliche Tätigkeiten im Zusammenspiel mit künstlicher Intelligenz und vertritt die Ansicht, dass ihr Einsatz in den Arbeitsabläufen helfen wird, die Ergebnisse zu optimieren, es aber Berufe gebe, die sich nicht automatisieren lassen.
Sie regt auch vor diesem Hintergrund an, dass es sich genauso lohnen kann, einen Handwerksbetrieb zu gründen, wie Software zu entwickeln:
Nicht jeder muss ein Technologe sein! Man kann mit einer Kette von Autowerkstätten genauso erfolgreich und unternehmerisch tätig sein wie mit einer SaaS-Software – vermutlich sind Werkstätten sogar schwerer durch KI zu ersetzen.
Der Fachkräftemangel zeigt sich auch in den Daten
Was wir in Deutschland kennen, gilt auch für Spanien: Dort gibt es laut dem SEPE-Bericht von 2026 anhaltende Schwierigkeiten, Klempner und Elektriker für offene Stellen zu finden.
Die staatliche spanische Arbeitsverwaltung (SEPE) führt die Schwierigkeit, Stellen zu besetzen, auf einen Mangel an Bewerbern, an technischen Kompetenzen und an Berufserfahrung zurück.
Canosa sieht gleichzeitig auch aus finanzieller Sicht viel Potenzial in handwerklichen Betrieben und hat einen Rat an junge Menschen mit ausreichend Startkapital:
Statt 100.000 Euro in eine ungewisse App-Entwicklung zu stecken, kauft lieber ein bestehendes Reinigungsunternehmen oder einen Handwerksbetrieb, der bereits 100.000 Euro Gewinn macht. Verknüpft dieses traditionelle Geschäft dann mit moderner Technologie wie ChatGPT zur Einsatzplanung – das ist eine riesige Chance.
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Gleichzeitig sieht sie in Europa ein großes Problem im fehlenden Generationswechselt vieler Traditionsunternehmen, der durch solche Investitionen potenziell abgefedert werden könnte.
Wie schätzt ihr das ein? Werden Handwerkliche Unternehmen durch den Software- und KI-Hype unterschätzt, gerade auch von jungen Menschen? Oder seht ihr das anders? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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