Erpresser-Schadsoftware - Zufriedene Betroffene würden erneut Lösegeld zahlen

Nutzer, die von Ransomware angegriffen wurden und ihre Daten nach Lösegeldzahlung wieder herstellen konnten, würden jederzeit wieder dafür bezahlen.

von Georg Wieselsberger,
12.04.2018 10:40 Uhr

Opfer von Ransomware würden wieder Lösegeld für ihre Daten bezahlen. (Bildquelle: Emsisoft)Opfer von Ransomware würden wieder Lösegeld für ihre Daten bezahlen. (Bildquelle: Emsisoft)

Es hört sich fast an wie eine Umfrage zur Kundenzufriedenheit, was Bleeping Computer zum Thema Erpresser-Schadsoftware meldet. Vier von fünf Betroffenen, deren Daten durch die Angriffe verschlüsselt wurden, aber nach Zahlung eines Lösegelds wieder hergestellt werden konnten, würden jederzeit wieder ein Lösegeld bezahlen.

Das gehe aus einer Umfrage von 1.252 Nutzern aus Asien, Australien und Europa hervor, die Telstra Security durchgeführt hat und bei der Ransomware eines der Themen war. 2017 war demnach ein Jahr mit steigenden Angriffen durch Erpresser-Schadsoftware, die Dateien auf dem PC des Opfers verschlüsselt und erst gegen Zahlung eines Lösegelds (im besten Fall) wieder frei gibt.

Sehr viele Opfer bezahlen Lösegeld

47 Prozent der betroffenen Nutzer aus Asien und Australien und 41 Prozent der europäischen Ransomware-Opfer haben das geforderte Lösegeld bezahlt, um wieder Zugang zu ihren Daten zu erhalten. Das ist aus Sicht der kriminellen Hintermänner und -frauen solcher Angriffe sicher eine enorm hohe Erfolgsquote.

Von den Nutzern, die das Lösegeld bezahlt haben, sagten 76 Prozent aus Asien, 83 Prozent aus Australien und 8o Prozent der Europäer außerdem, dass sie auch erneut ein Lösegeld bezahlen würden, wenn es für die verschlüsselten Daten kein Backup gäbe.

Betroffene würden meist wieder bezahlen

Auch dieses Ergebnis dürfte die Ersteller von Erpresser-Schadsoftware freuen, denn es scheint ein Beleg dafür zu sein, dass sie zumindest ihr Versprechen hielten und den funktionierenden Entschlüsselungscode nach Zahlung des Lösegeldes verschickten. Strafverfolgungsbehörden raten allerdings grundsätzlich dazu, kein Lösegeld zu bezahlen.

Doch wenn die Daten wichtig und wertvoller sind als die geforderte Summe oder ohne die Daten ein höherer Schaden entsteht, haben manche Nutzer und Firmen wohl keine realistische Möglichkeit, so zu handeln. Laut Bleeping Computer wird sich daran auch nichts ändern, solange die Betroffenen das Gefühl haben, dass Lösegeld-Zahlungen immer noch günstiger sind als das Einhalten von Sicherheitsmaßnahmen.

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