Es gibt Komponenten an einem Auto, die ihr täglich seht, und andere, die im Verborgenen ununterbrochen schuften – selbst wenn ihr die Motorhaube öffnet, bleiben sie unsichtbar. Der oftmals vorhandene Zahnriemen gehört zur zweiten Kategorie.
Meist sitzt er geschützt hinter einer Abdeckung, und ihr denkt vermutlich erst an ihn, wenn er buchstäblich reißt. Zu diesem Zeitpunkt ist es allerdings zu spät: Der Schaden ist da und ihr könnt euch von vielen modernen Autos mit Interferenzmotoren verabschieden.
Ein rechtzeitiger Austausch sichert das Überleben des Motors. Doch nach wie vielen Kilometern solltet ihr ihn wechseln?
Dieser Artikel stammt im Original von unserer spanischen Schwesterseite motorpasion und erscheint bei GameStar Tech in übersetzter und angepasster Form.
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Wofür der Zahnriemen da ist
Die Aufgabe des Zahnriemens ist essenziell und verlangt absolute Synchronisation. Im Motorblock sorgt die Kurbelwelle dafür, dass sich die Kolben auf und ab bewegen, während die Nockenwelle weiter oben die Ventile öffnet und schließt.
Der Zahnriemen stimmt diese Bewegungen auf den Grad genau ab, damit jedes Ventil im perfekten Moment für die Verbrennung arbeitet.
Reißt das Bauteil, bricht diese Synchronisation schlagartig zusammen: Schnellt ein Kolben im Zylinder nach oben, schlägt er ungebremst auf die geöffneten Ventile und zerstört das Triebwerk. Das Resultat ist meist ein kapitaler Motorschaden.
Wann man den Zahnriemen wechseln sollte
Ein Zahnriemen besteht aus verstärktem Kautschuk – etwa mit Fasern aus Glas oder Aramid –, nutzt sich unweigerlich ab und muss in festen Intervallen erneuert werden.
Wann genau steht dieser Termin an? Die kurze Antwort: Werft einen Blick in das Fahrzeughandbuch eures Autos. Wenn ihr verstehen wollt, warum die Vorgaben so drastisch schwanken, folgt hier die technische Erklärung.
- Die Hersteller setzen Intervalle an, die je nach Konstruktion zwischen 60.000 und 240.000 Kilometern. Das ist eine große Spanne, die handfeste technische Gründe hat.
- Nicht jeder Riemen nutzt dasselbe Material, manche Einbaulagen setzen die Riemenführung höheren Spannungen aus und bestimmte Motorkonzepte belasten das Material weitaus stärker.
- Jeder Hersteller kalkuliert das Limit für das jeweilige Aggregat individuell – und genau diesen spezifischen Wert solltet ihr kennen und berücksichtigen.
- Behaltet zudem das Alter im Blick: Steht euer Wagen mehr, als dass ihr damit fahrt, altert der Kautschuk dennoch. Daher nennen die Wartungspläne neben den Kilometern stets eine maximale Laufzeit, die üblicherweise bei fünf bis zehn Jahren liegt
Fachleute geben euch drei wichtige Ratschläge mit auf den Weg
Erstens: Reizt die Intervalle nicht bis zur letzten Rille aus. Bei Motoren mit einem im Ölbad laufenden Zahnriemen, wie den PureTech-Triebwerken von Stellantis, ist ein Wechsel alle 40.000 bis 60.000 Kilometer oft die sicherere Wahl.
Das gilt insbesondere, wenn ihr viel im Stadtverkehr unterwegs seid, da sich das Material dort nachweislich schneller abnutzt als auf der Langstrecke.
Für die meisten anderen Antriebe gelten 80.000 bis 100.000 Kilometer als vernünftige Richtschnur. Ein vorgezogener Wechsel kostet euch zwar den Betrag einer größeren Inspektion, doch zögert ihr zu lange, droht ein kompletter Motoraustausch.
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Zweitens: Gibt euer Fahrzeug beim Anlassen ungewohnte Geräusche von sich – etwa ein Quietschen oder ein neues Klappern –, solltet ihr das keinesfalls ignorieren.
Häufig kündigen sich so Defekte an umliegenden Bauteilen wie Spann- oder Führungsrollen an. Geben diese nach, verabschiedet sich kurz darauf der gesamte Steuerbetrieb. Das Glück im Unglück: Solche Komponenten können euch akustisch warnen, bevor sie endgültig aufgeben. Eine Garantie dafür gibt es aber nicht.
Der dritte Punkt birgt die größte Täuschung: Selbst wenn ihr Teile des Riemens im Motorraum sehen könnt, solltet ihr euch nicht auf eine reine Sichtprüfung verlassen.
Die Oberfläche kann tadellos aussehen, während das Trägergewebe im Inneren bereits spröde ist. Kautschuk und Kunststoffe ermüden unsichtbar. Haltet euch an Kilometerstand, Alter und die konkrete Einschätzung von Experten in Werkstätten – das ist viel verlässlicher als das bloße Auge.



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