Auf dem PC mit einem Gamepad zocken? Da werde ich von meinen Kollegen (alle inder Maus-und-Tastatur-Fraktion) gerne mal schief angeschaut. Wenn man in Shootern nicht komplett untergehen oder sich die Finger beim Versuch verrenken will, alle Tasten gleichzeitig zu drücken, kommt man um einen Pro-Controller eigentlich nicht herum. Ich habe deswegen Jahrezehnte lang super teure Controller von Scuf, Sony oder Microsoft gekauft. Sie alle stellen solide Modelle her, doch jetzt liegt der GameSir Cyclone 2 auf meinem Schreibtisch. Ich habe seitdem keinen anderen Controller mehr angefasst. Das Teil kostet unglaublich wenig und ist in meinen Augen besser als jede Konkurrenz.
Hier findet ihr den GameSir Cyclone 2 zum Hammerpreis!Das physikalische Ende des Stick-Drifts durch TMR-Sticks
Das größte Geschwür der gesamten Controller-Industrie ist der Stick-Drift. Bei fast allen Standard-Controllern (egal ob PS5 oder Xbox) sitzen unter den Analogsticks klassische ALPS-Potentiometer. Da reibt ein kleiner Metallschleifer über eine Kohlebahn. Jeder, der mal ein bisschen intensiver gespielt hat, weiß: Nach ein paar Monaten rubbelt sich das ab, der Sensor gibt nach und nach auf und euer Fadenkreuz zieht von alleine gen Himmel.
Manche Hersteller verbauen als Lösung mittlerweile Hall-Effekt-Sensoren, aber GameSir packt beim Cyclone 2 TMR-Module (Tunnel Magnetoresistance) rein. Das ist quasi das High-End-Upgrade zum Hall-Effekt. Es misst magnetische Widerstände, verbraucht extrem wenig Strom und hat eine unfassbar feine Auflösung.
Weil nichts mehr aneinander reibt, gibt es keinen mechanischen Verschleiß. So simpel ist die Idee und sie funktioniert. Ich nutze den Cyclone 2 jetzt schon fast ein ganzes Jahr und ich habe wirklich keinen Milimeter Stick-Drift. Bei meinen alten Gamepads würde ich jetzt schon lange Breakdance im Spiel tanzen ohne den Stick zu bewegen.
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Zwei Klicks, die alles verändern
Wer Shooter spielt, kennt die Regel: Jeder Millimeter, den ihr den Trigger (die Schultertaste) runterdrücken müsst, bevor der Schuss endlich bricht, erhöht eure Reaktionszeit und verschlechtert eure Time-to-Kill. Bei GameSir sitzen auf der Rückseite zwei kleine Schiebeschalter, die hier ihre Stärken ausspielen.
Fahrt ihr gerade entspannt bei Forza über die Piste, lasst ihr die Regler offen. Dann habt ihr den vollen, weichen Hebelweg, um Gas und Bremse komplett analog zu dosieren. Geht's danach aber in einen Shooter, legt ihr die Hebel einfach um. Die Trigger blockieren dann sofort nach einem knappen Millimeter und lösen mechanische Mikroschalter aus. Genau wie bei einer Gaming-Maus. Ihr habt einen knackigen, sofortigen Klickpunkt ohne ewig langen Totweg (Hair-Trigger).
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1000 Hertz Polling Rate und zwei Paddles
Ein kabelloses Pad war im kompetitiven Gaming undenkbar. Bluetooth hat einfach eine zu hohe Latenz. Wenn ihr den kleinen mitgelieferten USB-Dongle des Cyclone 2 in den PC feuert, funkt das Teil aber mit einer Polling-Rate von 1.000 Hertz. Das Pad sendet eure Eingaben also tausendmal pro Sekunde an den Rechner.
Das ergibt dann eine Eingabeverzögerung von gut 1 bis 2 Millisekunden. Ich nutze den Controller ausschließlich kabellos und merke wirklich keinen Unterschied zum Kabel. Der Nachteil ist aber natürlich, dass ihr das Pad irgendwann laden müsst.
Was bei Controllern nicht fehlen darf sind die Paddles und der Cyclone 2 hat davon zwei Programmierbare auf der Rückseite. Wer in modernen Games beim Springen oder Sliden den rechten Daumen vom Aiming-Stick nehmen muss, hat den Gunfight eigentlich schon verloren. Die Tasten sind beim Cyclone 2 ergonomisch top platziert, haben einen sauberen Druckpunkt und lassen euch die wichtigsten Movements machen, während der Daumen sicher auf dem Stick bleibt.
Die Nachteile des GameSir Cyclone 2
GameSir legt euch für das schmale Geld einfach eine vollwertige Ladestation mit in den Karton. Wenn ich mich an den Schreibtisch setze und das Pad runternehme, ist es sofort wach und gekoppelt. Dieses ständige Kabel-Gefummel entfällt komplett.
Diese Station braucht ihr allerdings auch, denn der Akku ist mit 860 mAh ziemlich mickrig. Wenn ihr die RGB-Beleuchtung auf Anschlag dreht, saugt das die Batterie in 2 Stunden circa leer. Das sind meiner Meinung nach aber alles Probleme in der Theorie.
Durch die Station ist mein Pad eh immer voll, wenn ich starte, und für den Notfall klemme ich mir in einer langen Session halt mal kurz das USB-C-Kabel dran. Wer wirklich Ahnung von Peripherie hat und ein technisch extrem hochgezüchtetes Pad für wenig Geld sucht, bekommt hier aktuell das mit Abstand klügste Gesamtpaket auf dem Markt.
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