Gaming-PC oder Gaming-Laptop: Was lohnt sich für mich?

Gaming-Laptops versprechen mobiles Zocken auf hohem technischen Niveau. Aber bei der Kaufentscheidung gibt es einige Dinge zu beachten. Wir erklären euch in unserem Guide, für wen sich der Kauf eines Gaming-Laptops wirklich lohnt.

von Sara Petzold,
22.07.2021 07:00 Uhr

Gaming Laptop vs. Gaming PC: Was lohnt sich für wen? Gaming Laptop vs. Gaming PC: Was lohnt sich für wen?

Gaming-Laptops sind längst nicht mehr die unhandlichen, klobigen Backsteine von Einst. Sie sind schnell, mobil und eignen sich auch für aktuelle Top-Titel. Aber für wen lohnt sich der Kauf eines Gaming-Laptops wirklich? Und wer sollte lieber zu einem Desktop-PC greifen? Wir gehen dieser Frage in unserem Guide auf den Grund und fassen für euch die Vor- und Nachteile von Gaming-Laptops zusammen.

Entscheidungsgrund #1: Die Performance

Performance spielt eine entscheidende Rolle: Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen Laptop zum Zocken anzuschaffen, braucht vor allem eins, nämlich leistungsfähige Hardware - zumindest, wenn auch aktuelle AAA-Titel auf dem Rechenknecht laufen sollen. Glücklicherweise haben Gaming-Laptops in den vergangenen Jahren bei der Hardwareleistung ordentlich zugelegt.

Mittlerweile reicht die Performance mobiler Grafikkarten sehr nahe an jene von dedizierten Desktop-GPUs heran. Die RTX 3080 für Laptops liegt in etwa auf dem Leistungsniveau einer GTX 1080 Ti, bietet dafür aber noch Raytracing und DLSS, wie auch unser Test zum Razer Blade Pro 17 zeigt:

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Trotzdem gilt: Habt ihr es auf maximal mögliche Performance abgesehen, seid ihr bei einem Gaming-Laptop an der falschen Adresse. Denn obwohl mobile Grafikkarten und Prozessoren neue Spiele durchaus auf den höchsten Einstellungen wiedergeben können, hat der Desktop-PC in Sachen Leistung letztendlich doch die Nase klar vorn.

Dass der Gaming-Laptop gegenüber dem Gaming-PC bei der Performance aufs Ganze gesehen den Kürzeren zieht, hängt mit der baulichen Struktur des Laptops zusammen: Alle Komponenten müssen auf engstem Raum verbaut zusammenpassen, ausreichend gekühlt werden und weniger Energie verbrauchen als ihre Desktop-Pendants.

Dieser Wermutstropfen erkauft dem Gaming-Laptop aber auch einen wichtigen Vorteil: nämlich die Mobilität.

Entscheidungsgrund #2: Die Mobilität

Die Mobilität ist ein großer Pluspunkt: Das, was der Gaming-Laptop gegenüber dem Gaming-PC an Leistung einbüßt, macht er mit seinem kompakten Äußeren wieder ein Stück weit wett. Denn das zentrale Verkaufsargument - und vermutlich auch der Grund, warum ihr über den Kauf eines Gaming-Laptops nachdenkt und diesen Artikel lest - besteht darin, dass ihr ihn überall mit hinnehmen könnt.

Wer viel unterwegs ist und beispielsweise regelmäßig längere Strecken mit dem Zug zur Arbeit pendelt, kann sich dabei mit dem Zocken die Zeit vertreiben oder alternativ Office-Anwendungen nutzen. Zum Spielen solltet ihr allerdings ein Abteil oder eine Sitzgruppe mit Steckdose aufsuchen, da die Performance im Akkubetrieb meist erheblich herabgesetzt wird, um Energie zu sparen.

Was gibt es bei der Mobilität zu beachten? Wenn ihr einen Gaming-Laptop wegen der erhöhten Mobilität anschaffen möchtet, beachtet folgende Faktoren:

  • die Akkulaufzeit (Wie lange seid ihr unterwegs und wie lange muss der Laptop ohne Stromkabel auskommen?)
  • das Gewicht (Wie viel Kilogramm zusätzlich wollt ihr mit euch herumtragen?)
  • die Maße des Laptops (Passt er in euren Rucksack?)

Entscheidungsgrund #3: Hardware-Upgrades

Gaming-Laptops lassen sich schlecht aufrüsten: Dass der Gaming-Laptop dem Gaming-PC in Sachen Mobilität und Platzersparnis einiges voraus hat, erkauft er sich mit mangelnder Upgrade-Kompatibilität. Denn Gaming-Laptops sind häufig so kompakt gebaut, ihre Komponenten wie in einem Tetris-Spiel im Gehäuse eingepasst, dass ihr nur mit viel Mühe einzelne Teile auswechseln könnt.

Festplatten gehören zu den Laptop-Komponenten, die ihr relativ leicht wechseln könnt. Festplatten gehören zu den Laptop-Komponenten, die ihr relativ leicht wechseln könnt.

Festplatten lassen sich noch verhältnismäßig leicht wechseln, aber wenn ihr die Grafikkarte oder den Prozessor nachträglich austauschen beziehungsweise aufrüsten wollt, stoßt ihr schnell an eure Grenzen. Ausnahmen bilden hier hochwertige Produkte, beispielsweise von Dell Alienware, MSI oder Schenker XMG. Die sind oftmals auf maximale Kompatibilität und Zugänglichkeit ausgelegt.

Entscheidungsgrund #4: Der Preis

Ist ein Gaming-Laptop wirklich teurer als ein Gaming-PC? Eine Frage, die bei der Entscheidung für einen Gaming-Laptop anstelle eines Gaming-PCs eine wichtige Rolle spielt, ist der Preis. Gaming-Laptops kosten meist ungleich mehr als ihre Desktop-Pendants. Für Geräte mit aktueller High-End-Hardware werden schnell 3.000 bis 4.000 Euro und mehr fällig. Ein Desktop-Äquivalent kostet rund die Hälfte.

Ein Grund hierfür ist, dass an Komponenten für Laptops spezielle Anforderungen mit Blick auf Design und Kühlung gestellt werden.

Wenn ihr hardwarehungrige Spiele wie Battlefield 5 in hohen Details auf einem Gaming-Laptop zocken möchtet, müsst ihr tief in die Tasche greifen. Wenn ihr hardwarehungrige Spiele wie Battlefield 5 in hohen Details auf einem Gaming-Laptop zocken möchtet, müsst ihr tief in die Tasche greifen.

Außerdem sind Eingabegeräte (Tastatur und Touchpad) und Bildschirm fester Bestandteil eines Laptops. Für den PC müsst ihr diese separat zukaufen.

Fazit: Ist ein Gaming-Laptop sinnvoll?

Für wen lohnt sich also der Kauf eines Gaming-Laptops? Bevor ihr euch für oder gegen einen Gaming-Laptop entscheidet, solltet ihr euch folgende Fragen stellen:

  • Bin ich häufig unterwegs und möchte den Laptop dabei zum Zocken nutzen?
  • Dient der Laptop für mich nicht ausschließlich zum Zocken, sondern auch zum Arbeiten (Office-Anwendungen, etc.)?
  • Habe ich wenig Platz und kann deshalb von den Vorteilen eines kompakten Laptops besonders profitieren?
  • Bin ich bereit, auf Performance zugunsten von Mobilität zu verzichten?
  • Kann ich mit der schlechteren Aufrüstbarkeit von Gaming-Laptops leben?

Wenn ihr den überwältigenden Teil dieser Fragen mit einem Ja beantworten könnt, stellt ein Gaming-Laptop für euch eine sinnvolle Alternative zum klassischen Desktop-PC dar. Bedenkt aber, dass ihr für einen vernünftigen Gaming-Laptop deutlich mehr Geld in die Hand nehmen müsst als für ein entsprechendes Desktop-Pendant.

Ein Gaming-Laptop eignet sich grundsätzlich am ehesten als Ergänzung zu einem bereits vorhandenen Desktop-PC. Das gilt besonders dann, wenn ihr viel unterwegs seid und dabei nicht aufs Zocken verzichten möchtet. Wollt ihr ausschließlich einen Laptop zum Zocken nutzen, macht der komplette Verzicht auf einen Desktop-PC nur unter bestimmten Umständen Sinn (wenig Platz, hohes Maß an persönlicher Mobilität). Ansonsten seid ihr mit dem guten, alten Rechenknecht im Gaming-Gehäuse besser bedient.

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