Glossy OLED: Jahrelang wurden matte Monitore als alternativlos hingestellt – heute würde ich mir keinen mehr kaufen

Ich befasse mich tagtäglich mit den besten Gaming-Monitoren. Wenn ich mir heute selbst einen kaufen müsste, dann stünden zwei Anforderungen absolut fest – eine davon ist extrem umstritten.

Wer sich einen neuen Gaming-Monitor kauft, steht vor einigen wichtigen Fragen, aber eine davon wird besonders hitzig debattiert. Bild mithilfe von Gemini erstellt. Wer sich einen neuen Gaming-Monitor kauft, steht vor einigen wichtigen Fragen, aber eine davon wird besonders hitzig debattiert. Bild mithilfe von Gemini erstellt.

Im Vorspann schreibe ich ja bereits, dass für mich beim Monitorkauf mittlerweile zwei Dinge in Stein gemeißelt sind – ein Aspekt davon ist bei mir längst kein Geheimnis mehr, der andere hingegen extrem umstritten. Natürlich steht für mich fest, dass ich mir privat nur noch einen OLED-Monitor zum Gaming kaufen würde. Das predige ich seit Jahren rauf und runter. Wenn ihr derselben Meinung seid, dann habt ihr euch aber zu 99% auch bereits mit dem anderen, umstrittenen Aspekt auseinandergesetzt: Sollte man sich einen OLED-Monitor lieber glossy oder lieber mit matter Oberfläche kaufen? Ich verrate euch meine Meinung.

Dieser 4K OLED-Monitor hat die Oberfläche meiner Wahl

Glossy vs. matt? Meine Meinung stand lange vor dem ersten OLED-Monitor fest

Mittlerweile sind glänzende OLED Gaming-Monitore keine Seltenheit mehr. Nachdem ASUS 2024 den ersten „glossy“ WOLED-Monitor für den Gaming-Markt vorgestellt hat, sind auch andere Marken auf den Zug mit aufgesprungen. Das sind gerade beispielsweise die beliebtesten glossy OLED-Monitore:

Video starten 0:30 Das war 2024 die Werbung zum ersten Glossy WOLED-Monitor der Welt.

Für mich war die Frage, was mir lieber wäre, aber schon lange vor dem ersten OLED-Monitor klar. Der Grund: Ich nutze schon mein Leben lang MacBooks von Apple und sie alle hatten eine Sache gemeinsam: spiegelnde Displays. Spannenderweise spielt das Display im MacBook in dieser Thematik für mich heute eine ganz andere Rolle, aber dazu später mehr.

Schaut euch den ASUS True Black Glossy-Monitor bei Amazon an

Warum ich glossy OLED-Monitore so viel besser als matte Displays finde

In der Themendiskussion zu diesem Artikel fragte mein Chef ganz unverblümt: »Spiegelt das nicht wie sau? Oder sitzt du so, dass kaum Licht auf den Bildschirm fällt?«, und ich merke daran erst recht, dass es sich lohnt, über das Thema zu berichten.

Ich sitze nämlich keineswegs so an meinem Schreibtisch, dass kein Licht auf meinen Bildschirm fällt. Macht euch selbst ein Bild. Direkt neben meinem Schreibtisch müssten zwei Fenster eigentlich für Probleme sorgen:

Mein Schreibtisch bietet nicht unbedingt optimale Bedingungen für spiegelnde Displays, aber ich habe keinerlei Probleme mit meinem glossy OLED. Mein Schreibtisch bietet nicht unbedingt optimale Bedingungen für spiegelnde Displays, aber ich habe keinerlei Probleme mit meinem glossy OLED.

Die Schwächen von spiegelnden Displays wurden durch OLED-Monitore ausgeglichen

Der erste Grund, warum moderne OLED-Monitore so viel besser mit Spiegelungen klarkommen, ist ihre Helligkeit. In den vergangenen Jahren wurde die Spitzenhelligkeit von OLED-Monitoren dramatisch erhöht. Mit einer Vollbild-Helligkeit von ca. 300 Nits setzen OLEDs zwar immer noch keine Rekorde im Vergleich zu LCD, aber das reicht mir trotzdem allemal. Wenn ich im Alltag auf meinem QD-OLED schwarz auf weiß Texte schreibe, sind mir 50% Helligkeit genug – trotz oben gezeigter Fenster.

Ganz anders sieht es dann bei der Spitzenhelligkeit in HDR aus, denn hier haben OLED-Monitore weit über 1.000 Nits längst hinter sich gelassen und schlagen so auch die besten Mini-LED-Monitore.

Der zweite Grund ist, dass die OLED-Hersteller ihre Entspiegelung in den vergangenen drei Jahren auf ein nie dagewesenes Niveau heben konnten. Es braucht längst keine matte Beschichtung mehr, um heute einen markanten Teil des eintreffenden Lichts zu absorbieren. Im Vergleich zu normalem Glas konnten die Hersteller Reflexionen so um 40 bis 70% reduzieren.

Die Stärken von „glossy“ OLED-Monitoren bleiben dabei offensichtlich

Man darf bei dieser Fragestellung nie vergessen, dass auch matte Displays mit Spiegelungen zu kämpfen haben. Anstatt eine Spiegelung aber klar und deutlich zu zeigen, also etwa wie das Fenster mit seinen Umrissen, fächern matte Monitore das eintreffende Licht auf. Aus der kleinen, scharfkantigen Spiegelung wird also eine großflächige, undefinierte.

Beim „Verteilen“ des Lichts über größere Bildbereiche sinkt der wahrgenommene Kontrast, Farben wirken nicht mehr so satt und Schwarz wird eher zu Grau. Das ist besonders bitter, weil OLED-Monitore ja für ihr unschlagbares Schwarz bekannt sind.

Um also mein vorgezogenes Fazit zu formulieren: Ich bevorzuge klare Spiegelungen so gut wie immer im Vergleich zu undefinierter Lichtreflexion auf einer matten Beschichtung. Dafür profitiere ich meiner Meinung nach von einer schöneren Bildqualität. „Meiner Meinung nach“ wird hier aber großgeschrieben, denn erstens ist das natürlich eine Geschmacksfrage und zweitens können euer Raum und eure Fenster ganz andere Spiegelungen erzeugen als bei mir.

Diesen 4K OLED-Monitor kann ich wirklich empfehlen

Die Frage ist längst nicht nur bei Gaming-Monitoren relevant

TVs sind auch eine Produktkategorie, mit der ich mich äußerst intensiv auseinandersetze, und bei bei Fernsehern ist der Kampf um die beste Displayoberfläche entfacht. Samsung und Sony werben beispielsweise mit den Vorzügen ihrer matten OLED- und Mini-LED-Fernseher, während LG und viele andere Marken nach wie vor auf entspiegelte TVs setzen. Mir ist ein glänzender TV in meinem Wohnzimmer auf alle Fälle lieber.

Oben habe ich ja außerdem bereits angeschnitten, dass ich mein Leben lang Apple MacBooks mit glänzenden Displays verwendet habe. Daher weiß ich eben auch, dass mir definierte Spiegelungen häufig lieber sind und die Bildqualität damit besser erhalten bleibt.

Beim MacBook bietet Apple mittlerweile die matte Option namens „Nanotexturglas“ und das ist im Laptop-Alltag sehr praktisch. Beim MacBook bietet Apple mittlerweile die matte Option namens „Nanotexturglas“ und das ist im Laptop-Alltag sehr praktisch.

Apple bietet seine MacBooks aber jetzt auch mit dem sogenannten Nanotexturglas an, also matt. Seit ich den direkten Vergleich gesehen habe, gilt beim MacBook für mich genau das Gegenteil wie bei OLED Gaming-Monitoren: In Zukunft kommt nur noch ein MacBook mit mattem Display infrage, denn ich verwende es in viel häufiger in schwierigeren Lichtverhältnissen.

Ihr merkt also, dass es selbst bei mir mit einer recht eindeutigen Meinung immer noch auf die äußeren Umstände ankommt. Für mein Wohnzimmer und meinen Schreibtisch bleibe ich bei „glossy“, aber mein nächstes MacBook wird auf alle Fälle matt.

Mit einem Einkaufswagen oder Amazon-Logo markierte Links sind so genannte Affiliate-Links. Beim Kauf über diese Links erhalten wir je nach Anbieter eine kleine Provision - ohne Auswirkung auf den Preis. Mehr Infos. Mehr Infos.