Google Glass - Datenbrille kann bei vielen Nutzern Schmerzen auslösen

Google Glass löst laut einem Bericht bei vielen Nutzern Schmerzen durch Überlastung der Augen aus.

von Georg Wieselsberger,
21.05.2014 14:50 Uhr

Google Glass braucht für schmerzfreies Nutzen wohl eine Art Augenmuskel-Training.Google Glass braucht für schmerzfreies Nutzen wohl eine Art Augenmuskel-Training.

Mitarbeiter von Betabeat konnten Google Glass selbst ausprobieren und bekamen nach rund zehn Minuten starke Kopfschmerzen, die nach dem Abnehmen der Datenbrille in kurzer Zeit wieder verschwanden. Als sie Google darauf ansprachen, schien man dort zunächst überrascht, doch der Artikel zitiert auch andere Nutzer, die ebenfalls über durch Google Glass ausgelöste Kopfschmerzen berichten. Laut dem Experten, der auch Google berät, liegt das Problem schon im Design von Glass, dessen Bildschirm an der dafür ungeeignetsten Stelle liegt.

Google habe anfangs die beiden besten Positionen, direkt vor dem Auge oder etwas darunter, ausprobiert, doch das habe das eigentliche Sichtfeld der Nutzer eingeschränkt. Damit deren Kopf bei der Nutzung nicht gesenkt wird, habe sich Google dazu entschieden, das Display oben rechts anzubringen. Doch das Sehen nach rechts oben ist für die meisten Menschen unangenehm. Das hat auch physische Gründe. Laut Dr. Eli Peli schaut man üblicherweise höchstens für eine Sekunde nach links oder rechts, bevor dann auch der Kopf gedreht wird. Bei Google Glass schauen die Nutzer jedoch länger nur mit dem Auge nach rechts, bei einer Minute also schon 60 Mal länger als normal.

Dr. Peli vergleicht dies mit dem Stehen auf einem Bein, das für kurze Zeit kein Problem sei, bei längerer Zeit aber Probleme bereite. Die Schmerzen, die Google Glass auslöse, seien auch nicht wirklich »Kopfschmerzen«. sondern Schmerzen durch Überlastung der Augenmuskeln. Die gute Nachricht für Google ist allerdings, dass Nutzer, die sich langsam an die Datenbrille gewöhnen und es anfangs nicht übertreiben, nach einigen Tagen oder einer Woche keine Schmerzen mehr haben. Die Augenmuskeln gewöhnen sich dann an die unüblichen Bewegungen. In einem Kommentar zu dem Bericht von Betabeat erklärte Google, dass solche Probleme auch bei normalen Brillen vorkommen. Außerdem sei Glass nur für kurze Aktionen gedacht und nicht dafür, auf den Bildschirm zu starren, sich einen Film nach dem anderen anzusehen oder »Krieg und Frieden« zu lesen.

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