Der YouTuber TrashBench hat sich in der Szene einen Namen gemacht, in dem er einige ungewöhnliche Experimente für PC-Bastler zur Schau stellt und die darausresultierenden Ergebnisse präsentiert. In seinem jüngsten Video verrät der Titel gleich, worum es geht: Er habe seine »GPU dahingesteckt, wo sie nicht hingehört – 17 Grad Celsius kühler«.
Um so viel vorwegzunehmen: Diese Zahl bezieht sich auf den GPU-Kern, wenn die Grafikkarte direkt vor den Seitenlüftern eines Zweikammergehäuses platziert ist. Im finalen Kombi-Aufbau ist der Unterschied nicht ganz so drastisch.
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Eine RTX 3080 abseits des Steckplatzes
Für sein Experiment hat Trashbench eine Asus ROG Strix RTX 3080 in ein Zweikammergehäuse gepackt, die GPU statt im üblichen Mainboard-Steckplatz über ein PCIe-Riser-Kabel verbunden und anschließend im Gehäuse durch die Gegend bewegt, um die »optimale« Position zu finden.
Zum Vergleich der Perfomance wurde das Benchmark-Tool Time Spy gewählt. Auch der Prozessor wurde in diesem Kontext getestet – hier allerdings mit 7-Zip. Trashbench räumt ein, dass das zwar keine realistische Spielelast sei, aber dafür eine wiederholbare Datenbasis liefert. Die Lüfter selbst liefen hierfür mit festen Drehzahlen, jede Konfiguration bekam zehn Minuten Laufzeit.
- Mit der Grafikkarte am Gehäuseboden blieb die GPU-Temperatur unverändert. Dafür wurden CPU und Mainboard-VRM um 4,2 respektive 7 Grad Celsius kühler.
- Wurde die RTX 3080 in der hinteren Kammer des Zweikammergehäuses platziert, sanken die Kerntemperaturen um 7,1 Grad Celsius – doch der Prozessor wurde dafür um 3,4 °C wärmer.
- Das mit »Abstand beste Ergebnis« erreicht der YouTuber mit einer GPU-Position direkt vor den drei seitlichen Einlasslüftern. So wurde der GPU-Kern um 16,7 Grad Celsius kühler, während der Hotspot sogar um 19,3 °C sank. Auch Videospeicher und VRM profitierten ähnlich; der Prozessor legte indes um 1,1 Grad Celsius zu.
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Auf der Suche nach der richtigen Kombination
Um auch unter Berücksichtigung der CPU die endültig optimale Kombination zu finden, versetzte TrashBench die Grafikkarte wieder in die Normalposition am Mainboard. Am zugehörigen 360mm-Radiator wurden die drei Lüfter oben von Exhaust auf Intake gestellt, was zumindest beim Prozessor den gewünschten Erfolg brachte, schließlich wurde dieser 6,2 Grad kühler.
- Diese Kombination aus Grafikkarte vor den Seitenlüftern und Radiator als Einlass half letztendlich allen Bauteilen. Die Abschlusstabelle des Videos bei einer Umgebungstemperatur von 20 Grad Celsius zeigt gegenüber dem Normalaufbau die im Schnitt besten Werte auf.
- So sank die Temperatur des GPU-Kerns um 10,5 Grad Celsius, während Hotspot und Videospeicher um 14 bzw. 7,8 Grad Celsius kühler wurden. CPU und Mainboard-Spannungswandler konnten wiederum eine Abkühlung von 3,3 bis 3,1 Grad Celsius erleben.
Wissenschaftlich gedacht war der Test nicht, betont TrashBench. So könnten Typ und Größe des Gehäuses, der Lüfter und der Anordnung weitere Variablen in die Rechnung bringen, die sich in einem zehnminütigen Video nicht überprüfen lassen. Für den YouTuber war das Experiment dennoch ein Indiz, dass die klassische PC-Anordnung nicht unbedingt die beste sein muss.
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